Auf dem diesjährigen OMR Festival 2026 haben AB Tasty & VWO eines der größten Probleme im digitalen Marketing thematisiert:
Trotz jahrelanger Investitionen in Personalisierung wirken viele digitale Experiences noch immer überraschend statisch.
In der Masterclass
„From Static to Living Experiences – Personalization in the Moment“
zeigten Kasthuri Gnaneshwaran, Customer Success Team Lead bei AB Tasty, und Jan Marks, CRO- und Experimentation-Experte, warum klassische Personalisierung Ansätze das reale Nutzerverhalten heute oft nicht mehr widerspiegeln.
Die Zahlen dahinter sprechen für sich:
- 70 % aller Warenkörbe werden abgebrochen
- 90 % des Website-Traffics bleibt anonym
- 90 % aller Kaufentscheidungen werden emotional beeinflusst
Und trotzdem arbeiten viele Unternehmen weiterhin mit starren Zielgruppen, historischen Annahmen und komplexen Personalisierungs-Setups, die sich kaum in Echtzeit anpassen können.
Das eigentliche Problem:
Customer Intent verändert sich heute permanent. Innerhalb einer Session. Zwischen Geräten. Von Moment zu Moment.
Die erfolgreichsten digitalen Experiences sind deshalb nicht mehr statisch, sondern adaptiv. Sie reagieren auf Live-Signale statt auf veraltete Datenmodelle oder komplizierte Regelwerke.
Statische Personalisierung trifft auf dynamisches Nutzerverhalten
Ein Nutzer, der unterwegs auf dem Smartphone scrollt, verhält sich anders als derselbe Nutzer abends entspannt auf dem Sofa.
Jemand, der Weihnachtsgeschenke kauft, verändert kurzfristig komplette Produktempfehlungen.
Ein Besucher mit niedrigem Akkustand möchte möglichst schnell zum Checkout. Andere vergleichen parallel Produkte in mehreren Tabs.
Das sind keine festen Zielgruppen.
Das sind Verhaltens Signale in Echtzeit.
Modernes Browsing-Verhalten bedeutet heute:
- Scrollen während des Commutes
- Coupon- und Rabatt-Suche
- Vergleiche über mehrere Websites hinweg
- kurze Aufmerksamkeitsspannen
- Multi-Tab-Shopping
- KI-gestützte Produktrecherche vor dem eigentlichen Website-Besuch
Besonders spannend:
Oft entstehen die wertvollsten Insights erst in den letzten Sekunden einer Session, nicht durch Daten von vor sechs Monaten.
Die letzten 30 Sekunden verraten häufig mehr über Kaufintention als jahrelange historische Daten.

Warum Signale in Echtzeit entscheidend sind
Ein zentrales Thema der Session war die wachsende Lücke zwischen klassischer Personalisierung und tatsächlichen Nutzerverhalten in Echtzeit.
Wiederholtes Scrollen kann Unsicherheit bedeuten.
Schnelle Klicks können auf Dringlichkeit hinweisen.
Hin- und Her-Navigation signalisieren oft fehlende Informationen oder Orientierungslosigkeit.
Verhalten zeigt, was Nutzer tun.
Emotion erklärt, warum sie es tun.
Genau hier entsteht der Unterschied.
Denn erfolgreiche Personalisierung bedeutet heute nicht mehr, jedem Besucher dieselbe Erfahrung auszuspielen.
Es geht darum, Inhalte, Messaging und Nutzerführung dynamisch an den jeweiligen Moment anzupassen.
Oft machen bereits kleine Veränderungen den Unterschied:
- Checkout-Prozesse vereinfachen
- Suchvorschläge intelligent anpassen
- Liefer- oder Zahlungsinformationen sichtbarer machen
- Ablenkungen reduzieren
- Sicherheit und Vertrauen gezielt stärken
Was Unternehmen noch immer unterschätzen
Im Anschluss an die Masterclass haben wir unsere Experten gefragt, was Unternehmen beim Thema Personalisierung und Customer Experience noch immer unterschätzen.
Für Jan Marks liegt eines der größten Probleme darin, dass viele Unternehmen Personalisierung unnötig kompliziert machen – noch bevor sie überhaupt starten.
„Viele Unternehmen unterschätzen, wie viele wertvolle Signale Nutzer bereits innerhalb einer Session hinterlassen und welchen Impact einfache Echtzeit-Personalisierung erzeugen kann, wenn diese Signale richtig genutzt werden.“
— Jan Marks
Auch Kasthuri Gnaneshwaran betont, dass effektive Personalisierung nicht zwangsläufig große Transformationsprojekte oder komplexe Datenstrukturen erfordert.
„Viele Unternehmen verkomplizieren Customer Journeys unnötig, statt sich zunächst auf einzelne Friction Points zu konzentrieren und die Experience Schritt für Schritt zu optimieren.“
– Kasthuri Gnaneshwaran
Die gemeinsame Botschaft der Session war klar:
Impactvolle Personalisierung muss nicht mit riesigen AI-Projekten, Data Lakes oder komplexen Infrastrukturen beginnen.
Oft reicht es, einen einzigen Reibungspunkt zu identifizieren und im richtigen Moment darauf zu reagieren.

Die Zukunft der Personalisierung ist adaptiv
Die Zukunft der Personalisierung liegt darin, Nutzer Intentionen in Echtzeit zu verstehen und darauf zu reagieren, bevor Besucher abspringen.
Denn bessere Momente schaffen bessere Experiences.
Und bessere Experiences sorgen für bessere Conversions.
Sie möchten die komplette Session inklusive Praxisbeispielen ansehen?
Jetzt die Masterclass ansehen :
FAQs
Noch Fragen zu moderner Personalisierung und Conversion-Optimierung?
Warum konvertieren trotz Personalisierung noch immer so viele Besucher nicht?
Weil viele digitale Experiences weiterhin auf statischen Zielgruppen und historischen Daten basieren, während sich das Nutzerverhalten und Kaufintention heute in Echtzeit verändern.
Was ist der Unterschied zwischen klassischer und adaptiver Personalisierung?
Klassische Personalisierung arbeitet oft mit festen Segmenten. Adaptive Personalisierung reagiert dagegen dynamisch auf aktuelle Verhaltens Signale und den jeweiligen Nutzungskontext
Muss Personalisierung immer komplex sein?
Nein. Bereits kleine Optimierungen an konkreten Friction Points können einen großen Einfluss auf Conversion und Customer Experience haben.
Welche Rolle spielen Echtzeit-Signale im modernen E-Commerce?
Verhaltens Signale wie Scrollverhalten, Klickmuster oder Unsicherheiten im Checkout helfen Unternehmen dabei, Nutzer Intention besser zu verstehen und Experiences relevanter auszuspielen.
About the Author
Kate Feng
Kate Feng hat einen Abschluss in International Business von der SKEMA Business School mit Schwerpunkt auf ethischer KI-gestützter Personalisierung in der Werbung. Heute arbeitet sie als Growth Marketerin und Creative Strategin bei AB Tasty und ist zudem Gründerin des Pariser Modelabels KATE FENG PARIS.