Schritt für Schritt zu schnellen Releases durch agile Produktentwicklung

Sie haben sicher schon alles gehört, was es über die offensichtlichen Vorteile schneller Produktreleases zu sagen gibt. Mit schnellen Releases können Sie Funktionen schneller erkunden und anhand von Experimenten testen. Schnelle Releases verbessern die Zusammenarbeit in der Entwicklung. Und sie sorgen dafür, dass Sie ein leistungsstarkes Team leiten können.

All diese Vorteile liegen klar auf der Hand. Doch die größten Vorteile schneller Releases liegen tiefer als allgemein angenommen…

Schnelle Releases sorgen für bessere Produkte. Schnelle Releases verkürzen die Feedbackschleife zwischen Ihnen und Ihren Kunden. Sie erfahren schnell, was funktioniert und was nicht funktioniert, und können gleich notwendige Anpassungen vornehmen.

Was aber noch wichtiger ist: Schnelle Releases machen Ihnen und Ihrem Team den Kopf frei. Schnelle Releases zwingen Sie, Ihre Ideen für Produkte und Funktionen aus dem Labor auf die reale Welt zu übertragen. Durch diesen permanenten Kontakt mit der Realität können Sie Produkte entwickeln, die einfach und direkt effektiv die Funktionen anbieten, die User am meisten brauchen. Belangloses „Nice-to-have“ Schnickschnack bleiben außen vor.

Schnelle Releases erhöhen die Zufriedenheit der User. Mit schnellen Releases können Sie in möglichst kurzer Zeit neue Funktionen bereitstellen und Fehler beheben. Sie bieten Ihren Usern ein Produkt, das zunehmend besser wird.

Wenn man etwas tiefer gräbt, beweisen schnelle Releases aber auch, dass Sie sich um die Belange Ihrer User kümmern. Schnelle Releases zeigen den Usern, dass Sie ein offenes Ohr für Feedback haben und Rückmeldungen ernst nehmen. Sie geben Ihren Usern zu verstehen, dass Sie sich wirklich für sie interessieren, mit einer Produktmanagementstrategie, die sich vor allem darauf konzentriert, alles daran zu setzen, dass sie zufrieden sind und Ihrem Unternehmen treu bleiben.

Schnelle Releases machen ein Unternehmen tatsächlich „besser“. Richtig ausgeführt können schnelle Releases in Ihrem gesamten Unternehmen viel Begeisterung und Engagement auslösen. Sie schaffen eine Fortschrittskultur und eine Vorwärtsdynamik, die allen das Gefühl vermittelt, zu konkreten Ergebnissen beizutragen und nicht auf der Stelle zu treten.

Doch schnelle Releases verbessern auch Ihre Unternehmenskultur durch einen noch subtileren Mechanismus. Jeder Release kann als Touchpoint dienen und das Produktteam mit anderen Mitarbeiter des Unternehmens zusammenbringen. Releases bieten einen guten Grund, gemeinsam zu feiern, zusammenzuarbeiten und allzu oft isolierte Gruppen umzuorientieren.

Allerdings wollen wir hier schnelle Releases nicht überbewerten. Sie sind kein Patentrezept und eignen sich auch nicht für jede Situation. Doch wenn Sie in einem Kontext arbeiten, in dem Sie den Releasezyklus für Ihr Produkt oder Ihr Feature verkürzen können, stellen Sie eine Menge Vorteile und so gut wie keine Nachteile fest.

Dieser Beitrag soll Ihnen helfen, in Ihrem Unternehmen schnelle Releases bereitzustellen. Wir befassen uns mit der Frage, warum schnelle Releases (selbst im Rahmen einer agilen Produktentwicklung) eine Herausforderung sein können, mit welcher zentralen Komponente Sie all diese Herausforderungen bewerkstelligen können und wie Sie diese Komponente in Ihrem Unternehmen konkret einsetzen können.

Die größten Herausforderungen für schnelle Releases

Über eins sollten wir uns sofort im Klaren sein: Nicht jedes Unternehmen ist für schnelle Releases gut aufgestellt. Produktmanager in etablierten Großunternehmen haben es oft schwer, Produkte und Features termingerecht zu veröffentlichen. Meistens liegt das nicht an ihnen, sondern an den vielen Schritten im Rahmen der Überprüfungen und Freigabe. So kann es Monate dauern, bis eine kleine Funktion veröffentlicht wird – eine Aufgabe, die ein kleineres, flexibleres Unternehmen in wenigen Wochen oder Tagen bewältigen könnte.

Sollte das auf Ihr Unternehmen zutreffen, versuchen Sie am besten, die Kernprinzipien einer schlanken Produktentwicklung zu implementieren. Das wird Sie einen großen Schritt weiter bringen und die Dinge deutlich beschleunigen.

Was alle anderen betrifft: Nehmen wir einmal an, Sie arbeiten in einem kleineren, flexibleren Unternehmen und haben bereits einen agilen Produktentwicklungsprozess implementiert. Trotzdem veröffentlichen Sie neue Produkte und Funktionen immer noch nicht so schnell wie Sie eigentlich möchten. Wahrscheinlich werden Sie sich aufgrund eines oder mehrerer der folgenden Probleme in einem Engpass befinden:

  • Sie stellen einen Sprint nach dem anderen fertig, kommen anscheinend aber nie so weit, dass es zur Veröffentlichung reicht. Ihr gesamter Entwicklungsprozess scheint sich darauf zu konzentrieren, einen Code statt Produkte und Funktionen fertigzustellen.
  • Ihre Produkte und Funktionen stehen kurz vor der Veröffentlichung, stecken aber im Testing und QA-Prozess fest. Dadurch wird ihre Veröffentlichung deutlich verzögert – manchmal auf unbestimmte Zeit.
  • Sie sind zwar in der Lage, neue Funktionen und Produkte fertigzustellen, doch die Veröffentlichung verzögert sich, weil der Prozess so jämmerlich ist. Allgemeines Durcheinander und Chaos werden zum Normalfall. Und jeder ist gestresst, vom Produktteam bis zu den Stakeholdern. Alle machen sich Sorgen, was passiert, wenn sich die Änderungen und der gesamte Prozess verzögern.

Keines dieser Probleme lässt sich durch die Grundlagen der agilen Produktentwicklung lösen. Die Versuchung ist groß, agile Arbeitsabläufe auf die Entwicklung zu konzentrieren und nicht an die Veröffentlichung zu denken. Tests und QA aus Zeitgründen bis zur letzten Minute aufzuschieben, um zum Schluss eine große Aufholjagd zu starten, ist einfach. Und Agilen Produkten und Funktionen wird (zu Recht oder nicht) ) nachgesagt, voller Bugs und Fehler zu sein und sich eher daran zu orientieren, was das Produktteam für richtig hält, und nicht daran, was der Kunde im Grunde genommen möchte.

Es liegt auf der Hand, dass die agile Methode an sich weder diese Probleme löst noch schnelle Releases garantiert. Doch mit leichten Veränderungen wird es gelingen.

Wie progressive Rollouts schnelle Releases in der agilen Produktentwicklung ermöglichen

Sie haben sicher schon von progressiven Rollouts gehört. Sie gelten als optionale Untergruppe der agilen Methodik, die den gesamten Releaseprozess neu strukturiert.

In der Regel würde ein Produktmanager ein neues Produkt oder eine neue Funktion in seinem vollen Umfang für alle User gleichzeitig veröffentlichen. Doch ein Produktmanager, der auf progressive Rollouts setzt, würde dieses Produkt oder die betreffende Funktion in einem kleineren Umfang für jeweils einige wenige Usergruppen zeitlich gestaffelt freigeben.

Im Wesentlichen können Sie mit progressiven Rollouts große „Big-Bang“ Releases in kleinere Einheiten unterteilen. Und währenddessen lösen Sie im Endeffekt viele der Probleme, die sonst schnelle Releases verhindern. Zum Beispiel:

  • Progressive Rollouts verlagern den Schwerpunkt des Produktteams: Im Mittelpunkt steht nicht mehr die Entwicklung von neuem Code, sondern die Releases, die vorangetrieben werden sollen.
  • Progressive Rollouts zwingen Sie, sich auf die Codequalität und Bereitstellung zu konzentrieren und nicht auf das Codevolumen.
  • Progressive Rollouts teilen Releases in kleinere, leichter zu kontrollierende Abschnitte auf und schalten dadurch einen Großteil der Risiken – und den daraus resultierenden Stress – aus.

Progressive Rollouts sind die zentrale Komponente und die solide Grundlage für ein schlankes Produktmanagement. Sie stellen sicher, dass dieses Management für schnelle Releases richtig aufgestellt ist. Hier erfahren Sie, wie Sie schnelle Releases in Ihrem Unternehmen konkret sicherstellen.

7 Schritte für schnelle Releases durch progressive Rollouts

  1. Strukturieren Sie Ihre Release-Phasen: Releases sollen nicht auf die Schnelle und ohne Struktur am Ende eines Entwicklungszyklus veröffentlicht werden. Widmen Sie ihnen genau so viel Zeit und Aufmerksamkeit wie jedem anderen Element Ihres Produktmanagement-Frameworks. Erstellen Sie formalisierte Prozesse und implementieren Sie die nötigen Tools, damit diese Prozesse zu einer selbstverständlichen Gewohnheit werden.
  2.  Entscheiden Sie, welche Produkte und Funktionen veröffentlicht werden sollen. Überprüfen Sie Ihre aktuelle Warteschlange. Identifizieren Sie die Produkte und Funktionen mit der größten Wirkung, die sich am schnellsten fertigstellen lassen. Verwenden Sie Feature Flags, um Funktionen auszublenden, die noch nicht ausgereift sind. Richten Sie den Fokus Ihrer User jeweils auf eine einzige, kleine Untergruppe neuer Funktionen.
  3.  Richten Sie Ihre Personas und Usergruppen ein. Identifizieren Sie Ihre wertvollsten User und die Möglichkeiten, die sie bieten. Nutzen Sie diese Gruppen, um zu testen, welche Produkte und Funktionen am besten ankommen. Personalisieren Sie die User Experience dieser Gruppen: Lassen Sie die User wissen, dass sie schon früh Zugriff erhalten, weil sie so wertvoll für Sie sind.
  4.  Planen Sie Ihre progressiven Rollouts: Definieren Sie die Funktionen und Produkte, die Sie veröffentlichen werden. Legen Sie fest, für wen und für wann sie veröffentlicht werden, und wie sich die einzelnen Phasen darstellen. Organisieren Sie Ihre Sprints dann so, dass diese Anforderungen erfüllt sind.
  5.  Bestimmen Sie die Auswirkung der einzelnen Rollouts. Legen Sie die exakten, messbaren und nachvollziehbaren Geschäftskennzahlen fest, die Sie mit jedem einzelnen Rollout verbessern möchten. Definieren Sie, wie stark sich jedes Release auf die einzelnen Funktionen in Ihrem Unternehmen auswirkt – und informieren Sie jede Funktion über das Release schon im Vorfeld.
  6.  Sprechen Sie über Ihre Releases. Informieren Sie Ihre Stakeholder über alle Elemente Ihrer Release-Pläne, die sie verunsichern oder Anlass zur Sorge geben könnten. Zeigen Sie auf, wie progressive Rollouts ihr Risiko hinsichtlich Qualität und Ausrichtung der Produkte und Funktionen mindern. Halten Sie sie in jeder Phase Ihres Rollouts über den Fortschritt der einzelnen Releases auf dem Laufenden.
  7.  Automatisieren Sie einen möglichst großen Teil Ihres Rollouts. Schalten Sie sich und Ihr Team als Engpass aus. Automatisieren Sie die Qualitätssicherung und Tests. Legen Sie Ihre Deployment-Intervalle und -Parameter fest und lassen Sie dann alles von Ihrer Software durchführen. Überwachen Sie die Performance Ihrer Release in jeder Phase. Führen Sie möglichst viele A/B-Tests durch. Greifen Sie so schnell wie möglich ein, wenn ein Problem erkannt wird. Sorgen Sie ansonsten aber dafür, dass schnelle Releases durch progressive Rollouts zu einer reibungslosen Komponente Ihres agilen Produktentwicklungsprozesses werden.

Zielführende Planung, verlagerter Schwerpunkt in der agilen Produktentwicklung und passende Tools: Unter diesen Voraussetzungen können Sie progressive Rollouts schnell und einfach in Ihrem Unternehmen implementieren und die Anzahl Ihrer Releases schon nach kurzer Zeit erhöhen.

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