Häufig zusammen gekauft - Beispiel für Empfehlung

Produktempfehlungen sind personalisierte Produktvorschläge, die Kunden auf Basis ihres Verhaltens, ihrer Vorlieben und des jeweiligen Kontexts angezeigt werden. Du kannst sie dir wie eine intelligente Verkaufsberatung vorstellen, die rund um die Uhr im Einsatz ist: Sie analysiert, welche Produkte deine Kunden ansehen, anklicken und kaufen, und spielt im passenden Moment die passenden Angebote aus.

Solche Verkaufsberater begegnen Nutzern an vielen Stellen: auf der Startseite, auf Produktseiten, im Warenkorb, im Checkout und sogar in E-Mails. Gut umgesetzt steigern sie nicht nur den Umsatz. Sie sorgen auch dafür, dass sich das Einkaufserlebnis intuitiv und persönlich anfühlt.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Produktempfehlungen:

  • Allgemeine Empfehlungen: Sie basieren auf übergreifenden Trends, etwa „Bestseller“ oder „Neu eingetroffen“. Sie eignen sich besonders für neue Besucher, zu denen noch keine historischen Daten vorliegen.
  • Personalisierte Empfehlungen: Sie werden individuell für jeden Nutzer erstellt. Grundlage sind das persönliche Surfverhalten, frühere Käufe und Echtzeit-Interaktionen.

Gute Empfehlungen machen das gesamte Einkaufserlebnis mühelos. Genau das führt zu messbaren Geschäftsergebnissen. Dahinter steckt kein Trick, sondern durchdachtes Experience Design.

Entdecken Kunden im richtigen Moment das passende Produkt, ergeben sich daraus mehrere Vorteile:

  • Echter Wettbewerbsvorteil: Persönliche Erlebnisse lassen sich nur schwer kopieren.
  • Kürzerer Weg zum Kauf: Weniger Suche, weniger Reibung, mehr Käufe.
  • Höherer durchschnittlicher Bestellwert: Relevante Vorschläge wirken wie eine hilfreiche Beratung und drängen nicht zum Kauf.
  • Stärkere Kundenbindung: Wer sich verstanden fühlt, kommt eher wieder.
  • Mehr Sichtbarkeit für das gesamte Sortiment: Jedes Produkt erhält die Chance, zur Conversion beizutragen.

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Wie funktioniert eine AI-gestützte Recommendation Engine?

Eine Recommendation Engine ein System, das Daten sammelt, Muster erkennt und vorhersagt, welches Produkt ein Kunde mit hoher Wahrscheinlichkeit als Nächstes interessant findet. Der Ablauf lässt sich in vier Schritte gliedern:

1. Datenerfassung

Die Engine sammelt Signale entlang der gesamten Customer Journey:

  • Aufgerufene Seiten und angeklickte Produkte
  • Kaufhistorie und Verhalten im Warenkorb
  • Suchanfragen
  • Verweildauer auf Seiten
  • Explizites Feedback, etwa Bewertungen und Wunschlisten

2. Mustererkennung

Machine-Learning-Algorithmen verarbeiten diese Daten und ermitteln, welche Gemeinsamkeiten zwischen Kunden bestehen und wodurch sich einzelne Nutzer unterscheiden. Je mehr Daten der Engine zur Verfügung stehen, desto präziser werden ihre Vorhersagen.

3. Erstellung der Empfehlungen

Auf Basis dieser Muster wählt die Engine in Echtzeit die Produkte aus, die für den jeweiligen Nutzer voraussichtlich besonders interessant sind, und ordnet sie nach ihrer Eignung.

4. Kontinuierliches Lernen

Mit Punkt 3 ist der Prozess nicht abgeschlossen. Die Engine passt sich fortlaufend an und aktualisiert ihre Empfehlungen, sobald sich das Kundenverhalten verändert. Jeder Klick, jeder Kauf und jede Scroll-Bewegung liefert neue Erkenntnisse.

Die Recommendation Engine von AB Tasty geht mit dem Semantic Proximity Algorithm noch einen Schritt weiter. Der auf Natural Language Processing (NLP) basierende Ansatz analysiert deinen Produktkatalog (Namen, Beschreibungen, Kategorien und Preise) und erkennt semantisch verwandte Produkte, selbst wenn noch keine historischen Kaufdaten vorliegen. So entstehen vom ersten Tag an relevante Empfehlungen, auch für neue Sortimente oder saisonale Kampagnen.

Je nach Ziel und Datengrundlage kommen unterschiedliche Algorithmen zum Einsatz. Moderne Recommendation Engines kombinieren meist mehrere Ansätze, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

Collaborative Filtering

Nutzt das Verhalten vieler Nutzer, um Vorhersagen für eine einzelne Person zu treffen. Nutzerbasiert: „Menschen mit ähnlichen Interessen gefiel auch …“ Produktbasiert: „Kunden, die dieses Produkt gekauft haben, kauften auch …“. Grundlage sind Muster in gleichzeitig auftretendem Kaufverhalten.

Content-Based Filtering

Produkteigenschaften wie Kategorie, Farbe, Preis oder Stil stehen im Mittelpunkt. Empfohlen werden Artikel, die den Produkten ähneln, für die sich ein Kunde bereits interessiert hat. Besonders bei neuen Nutzern mit wenigen Verhaltensdaten hilfreich.

Hybride Systeme

Verbinden Collaborative Filtering und Content-Based Filtering. Dadurch entstehen in unterschiedlichen Kundenszenarien präzisere und passendere Ergebnisse. Auch die Engine von AB Tasty verfolgt einen hybriden Ansatz und stützt sich auf mehrere Signale.

Deep Learning

Bei großen Sortimenten und komplexen Datensätzen erkennen tiefe neuronale Netze feine Muster in Rohdaten. Dazu zählen visuelle Ähnlichkeiten, natürliche Sprache und Abfolgen im Nutzerverhalten. Auf dieser Basis lassen sich besonders präzise Vorschläge erstellen.

Ziele von Produktempfehlungen

Jede Empfehlung verfolgt ein bestimmtes Ziel. Deshalb ist die Frage, warum du ein Produkt zeigst, ebenso wichtig wie die Auswahl des Produkts selbst.

Die drei wichtigsten Ziele sind:

Cross-Selling

Motiviere Kunden, ergänzende Produkte zu ihrem Kauf hinzuzufügen. Wer eine Kamera kauft, könnte beispielsweise eine Speicherkarte oder eine passende Tasche benötigen.

Cross-Selling-Empfehlungen erscheinen typischerweise auf Produktseiten, im Warenkorb oder im Checkout.

Upselling

Lenke Kunden zu einer höherwertigen Variante des Produkts, das sie bereits in Betracht ziehen. Wer sich etwa einen einfachen Laptop ansieht, könnte ein Modell mit mehr Speicherplatz und einem leistungsfähigeren Prozessor angeboten bekommen.

Entscheidend ist beim Upselling, den zusätzlichen Nutzen hervorzuheben, nicht nur den höheren Preis.

Ähnliche Produkte

Biete deinen Kunden Alternativen an. Passt das aktuell betrachtete Produkt nicht ganz, halten Empfehlungen für ähnliche Artikel den Nutzer auf der Website und unterstützen ihn auf dem Weg zum Kauf. Grundlage sind gemeinsame Merkmale wie Stil, Kategorie oder visuelle Ähnlichkeit.

Produktempfehlungen entlang des Verkaufszyklus platzieren: So geht’s

Der Ort der Empfehlung ist genauso wichtig wie ihr Inhalt. So setzt du Produktempfehlungen in jeder Phase der Customer Journey gezielt ein.

Startseite

Die Startseite prägt den ersten Eindruck. Nutze sie, um:

  • neuen Besuchern Bestseller und angesagte Produkte zu zeigen
  • wiederkehrenden Nutzern zuletzt angesehene Artikel auszuspielen
  • mit neuen Produkten Neugier zu wecken

Produktseite

Hier ist die Kaufabsicht besonders hoch. Empfehlungen sollten:

  • mit „Häufig zusammen gekauft“-Artikeln den Warenkorbwert erhöhen
  • verwandte Produkte als Alternativen oder höherwertige Optionen anbieten
  • ergänzendes Zubehör vorschlagen, das den Kauf sinnvoll abrundet

Warenkorb

Der Kauf steht kurz bevor. Nutze den vorhandenen Impuls, um:

  • passende Zusatzprodukte für einen spontanen Mitkauf zu empfehlen
  • preisgünstige Produkte mit hohem Impulskaufpotenzial zu zeigen
  • den Wert der bereits im Warenkorb liegenden Produkte nochmals zu verdeutlichen

Checkout

Im Checkout sollte der Abschluss im Mittelpunkt stehen. Ablenkungen sind hier fehl am Platz. Eine gut platzierte „Häufig zusammen gekauft“-Empfehlung oder ein zeitlich begrenztes Angebot kann dennoch zusätzlichen Nutzen schaffen, ohne den Kaufprozess zu stören.

E-Mail

E-Mail gehört zu den Kanälen mit dem höchsten ROI für Produktempfehlungen:

  • After-Sales-E-Mails: Ergänzende Produkte nach einem Kauf vorschlagen
  • E-Mails bei Warenkorbabbruch: An zurückgelassene Artikel erinnern und passende Alternativen ergänzen
  • Trigger-Kampagnen: Personalisierte Vorschläge auf Basis des aktuellen Surfverhaltens versenden

Die Empfehlungs-Widgets von AB Tasty lassen sich einfach mit E-Mail-Plattformen wie Brevo und Adobe Campaign sowie mit CMS- und Commerce-Systemen wie Shopify, PrestaShop und Salesforce Commerce Cloud verbinden. So bleiben deine Empfehlungen über alle Kanäle hinweg konsistent.

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Merchandising-Regeln nach Zielgruppe einrichten

AI übernimmt einen Großteil der Arbeit. Mit Merchandising-Regeln behält dein Team dennoch die Kontrolle. Dabei handelt es sich um manuelle Bedingungen, die du zusätzlich zur Recommendation Engine definierst, um die Vorschläge an deinen Geschäftszielen auszurichten.

Die drei wichtigsten Regeltypen

Include-Regeln

Beschränke Empfehlungen auf eine bestimmte Produktgruppe. Angezeigt werden nur Artikel, die deine Kriterien erfüllen, etwa ausschließlich verfügbare Produkte, eine bestimmte Kategorie oder eine festgelegte Preisspanne.

Exclude-Regeln

Blende Produkte aus, die nicht empfohlen werden sollen. Dazu können saisonal unpassende Artikel, margenschwache SKUs, bereits gekaufte Produkte oder Artikel gehören, die schon im Warenkorb liegen

Pin-Regeln

Platziere ausgewählte Produkte manuell an besonders sichtbaren Positionen, unabhängig von der algorithmischen Rangfolge. Das eignet sich beispielsweise für neue Produkte, margenstarke Artikel oder Überbestände, die mehr Aufmerksamkeit erhalten sollen.

Regeln nach Zielgruppensegment anwenden

Besonders wirkungsvoll wird der Ansatz, wenn du Merchandising-Regeln mit Zielgruppensegmentierung kombinierst.

Einige Beispiele:

  • Neue Besucher: Bestseller und Trendprodukte zeigen, solange noch keine Verhaltensdaten vorliegen
  • Wiederkehrende Interessenten: Zuletzt angesehene und verwandte Produkte ausspielen
  • Kunden mit hohem Wert: Premiumprodukte und neue Kollektionen priorisieren
  • Schnäppchenjäger: Reduzierte Artikel und preisgünstige Alternativen hervorheben
  • Kürzlich aktive Käufer: Ergänzende Produkte zum letzten Kauf empfehlen

Mit fortgeschrittener Segmentierung kannst du noch präziser vorgehen und Nutzer nach Verhalten, Engagement-Level oder emotionalem Profil ansprechen.

EmotionsAI geht dabei noch weiter: Innerhalb von nur 30 Sekunden nach dem Aufruf deiner Website ordnet das Tool Besucher emotionalen Segmenten wie „Wettbewerbsorientiert“, „Sicherheitsorientiert“ oder „Pragmatisch“ zu. So passen deine Empfehlungen nicht nur zu dem, was Kunden möchten, sondern auch dazu, wie sie sich beim Kauf fühlen möchten.

Tipp: Gib dem Algorithmus zunächst Zeit zum Lernen. Er sollte das Verhalten deiner Kunden verstehen, bevor du zu viele Regeln ergänzt. Nach der Kalibrierung nutzt du die Regeln, um die Produktempfehlungen möglichst präzise zu gestalten.

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Erprobte Tipps für wirkungsvolle Produktempfehlungen

Empfehlungen auszurollen ist nur der Anfang. Mit den folgenden Maßnahmen stellst du sicher, dass sie tatsächlich Wirkung zeigen.

Daten aktuell halten

Eine Recommendation Engine ist nur so gut wie die Daten, aus denen sie lernt. Erfasse und aktualisiere Verhaltenssignale deshalb kontinuierlich über alle Kanäle hinweg. Veraltete Eingangsdaten führen zu veralteten Vorschlägen.

Empfehlungen mit klarem Ziel platzieren

Jede Platzierung sollte ein eindeutiges Ziel verfolgen, etwa Product Discovery, Upselling, Cross-Selling oder Kundenbindung. Verteile Empfehlungs-Widgets nicht wahllos, sondern überlege, welchen nächsten Schritt der Nutzer ausführen soll.

Qualität statt Quantität

20 Empfehlungen sind nicht automatisch besser als fünf wirklich passende. Durch unpassende Vorschläge können Nutzer schnell das Vertrauen in deine Marke verlieren.

Testen, lernen und optimieren

Eine allgemeingültige Formel gibt es nicht. Was bei einer Zielgruppe funktioniert, kann bei einer anderen wirkungslos bleiben. Teste Platzierung, Algorithmus, Anzahl der angezeigten Produkte und visuelle Darstellung per A/B-Test. Lass anschließend die Daten sprechen. Mit Web Experimentation von AB Tasty kannst du Empfehlungsstrategien direkt und mit statistischer Konfidenz prüfen. Deine Entscheidungen stützen sich so auf fundierte Daten statt auf Vermutungen.

Visuelle Hinweise einsetzen

Kennzeichnungen wie „Für dich empfohlen“, „Im Trend“ oder „Das gefiel anderen Kunden“ lenken die Aufmerksamkeit und liefern Kontext. Dadurch wirken Empfehlungen kuratiert statt automatisiert.

Mobile Nutzung mitdenken

Mobile Nutzer verhalten sich anders. Optimiere Empfehlungs-Widgets für kleine Displays und beziehe bei Bedarf Standort oder Tageszeit ein, um die Bedeutung des Kontexts zu erhöhen.

An Geschäftszielen ausrichten

Nutze Merchandising-Regeln, um margenstarke Produkte zu fördern, saisonale Bestände abzubauen oder neue Artikel hervorzuheben. Die Personalisierung, die den eigentlichen Wert der Empfehlungen ausmacht, sollte dabei erhalten bleiben.

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Häufig gestellte Fragen