Wenn die Besucherzahlen deiner Website nicht so hoch sind wie erhofft, ist das kein Grund, deine Ziele bei der Conversion-Rate-Optimierung (CRO) aufzugeben.
Mittlerweile hast du sicher bemerkt, dass die meisten Tipps zur CRO auf Websites mit einem hohen Traffic zugeschnitten sind. Zum GlĂŒck bedeutet das aber nicht, dass du deine Website nicht auch dann optimieren kannst, wenn du weniger Besucher hast.
De facto kann jede Website optimiert werden â Du musst nur deine Optimierungsstrategie an deine einzigartige Situation anpassen.
In diesem Artikel greifen wir folgende Punkte auf:
- Die hĂ€ufigste Klage ĂŒber CRO (95 %-Schwelle und Ursprung)
- Ein angemessener Schwellenwert fĂŒr geringen Traffic
- Ideen, wie du deine Website bei einem geringeren Traffic optimieren kannst
- Die CUPED-Testtechnik
- Wann CUPED funktioniert und wann nicht
CRO-Analogie
Um diesen Artikel besser verstehen zu können, beginnen wir mit einer Analogie. Stell dir vor, statt zwei Varianten zu messen und einen Gewinner zu ermitteln, messen wir die Leistung von zwei Boxern und schlieĂen Wetten ab, wer die nĂ€chsten 10 Runden gewinnt.
Wie können wir also auf den Sieger setzen?
Stell dir vor, dass Boxer A und Boxer B beide Newcomer sind, die keiner kennt. Nach der ersten Runde musst du deine Wahl treffen. Im Endeffekt wirst du mit groĂer Wahrscheinlichkeit auf den Boxer setzen, der die erste Runde gewonnen hat. Die Entscheidung mag riskant sein, wenn der Vorsprung des Siegers gering ist. Du kannst deine Entscheidung letztlich jedoch nicht auf einer anderen Grundlage treffen.
Stell dir nun vor, dass Boxer A als Champion bekannt ist und Boxer B ein Herausforderer ist, den du nicht kennst. Dein Wissen ĂŒber Boxer A bezeichnen wir als Prior â Informationen, die du bereits hast und die deine Entscheidung beeinflussen.
Aufgrund dieses Priors oder Vorwissens ist es wahrscheinlicher, dass du in den nĂ€chsten Runden auf Boxer A setzt, selbst wenn Boxer B die erste Runde mit einem Ă€uĂerst kleinen Vorsprung gewinnt.
Zudem wirst du den Boxer B nur dann als voraussichtlichen Sieger wĂ€hlen, wenn er die erste Runde mit einem groĂen Vorsprung gewinnt. Je gröĂer der Prior ist, desto gröĂer muss der Vorsprung sein, um dich zu ĂŒberzeugen, deine Wettentscheidung zu Ă€ndern.
Kannst du mir folgen? Wenn ja, sind die folgenden Abschnitte leicht zu begreifen und du wirst verstehen, woher diese „95 %-Schwelle“ kommt.
Kommen wir nun zu den Tipps fĂŒr die Optimierung deiner Website mit geringem Traffic.
1. Die Lösung des Problems: âIch erreiche nie die 95 %ige Signifikanzâ.
Das ist die hĂ€ufigste Klage, die man ĂŒber CRO fĂŒr Websites mit geringem Traffic und fĂŒr Seiten mit geringem Traffic auf gröĂeren Websites hört.
Bevor wir uns diesem hĂ€ufigsten Problem widmen, sollten wir zunĂ€chst die Frage beantworten, woher diese âgoldene Regelâ der 95 % stammt.
Ursprung der 95 %-Schwelle
Beginnen wir unsere ErklĂ€rung mit einer sehr einfachen Idee: Was wĂ€re, wenn Optimierungsstrategien vom ersten Tag an angewandt wĂŒrden? Wenn zwei Varianten ohne Vorgeschichte gleichzeitig erstellt wĂŒrden, gĂ€be es keine âOriginalâ-Version, die von einem Newcomer herausgefordert werden könnte.
Dadurch wÀrst du gezwungen, von Anfang an die beste Version zu wÀhlen.
In diesem Fall könnte jeder kleine Leistungsunterschied fĂŒr die Entscheidungsfindung gemessen werden. Nach einem kurzen Test wirst du dich fĂŒr die Variante mit der höheren Leistung entscheiden. Es wĂ€re keine gute Strategie, die Variante mit der geringeren Leistung zu wĂ€hlen, und zudem wĂ€re es unklug, auf einen Schwellenwert von 95 % zu warten, um einen Gewinner zu ermitteln.
In der Praxis erfolgt die Optimierung jedoch erst lange nach dem Start eines Unternehmens.
In den meisten Situationen im echten Leben gibt es also eine Version A, die bereits existiert, und einen neuen Herausforderer, die Version B, die erstellt wird.
Wenn der neue Herausforderer, Version B, âauf die BĂŒhne trittâ und der Leistungsunterschied zwischen den beiden Varianten nicht signifikant ist, ist es fĂŒr dich kein Problem, Version B nicht zum Gewinner zu erklĂ€ren.
Statistische Tests sind symmetrisch. Wenn wir also die Rollen vertauschen und A und B im statistischen Test vertauschen, wirst du feststellen, dass das Original nicht deutlich besser als der Herausforderer ist. Die âUnschlĂŒssigkeitâ des Tests ist symmetrisch.
Warum setzt du also am Ende eines nicht eindeutigen Tests 100 % des Traffics auf das Original und erklÀrst damit implizit A zum Sieger? Weil du drei Vorannahmen hast:
- Version A war die erste Wahl. Diese Wahl wurde vom ursprĂŒnglichen Ersteller der Seite getroffen.
- Version A wurde bereits implementiert und ist technisch vertrauenswĂŒrdig. Version B ist in der Regel ein Mockup.
- Version A verfĂŒgt ĂŒber viele Daten, die ihren Wert beweisen, wĂ€hrend Version B ein Herausforderer mit begrenzten Daten ist, die nur wĂ€hrend der Testphase erhoben werden.
Die Punkte 1 und 2 bilden die Grundlage einer CRO-Strategie, so dass du ĂŒber diese beiden Vorannahmen hinausgehen musst. Punkt 3 erlĂ€utert, dass Version A ĂŒber mehr Daten verfĂŒgt, die ihre Leistung belegen, was erklĂ€rt, warum du der Version A mehr vertraust als der Version B: Version A hat Daten.
Jetzt verstehst du, dass diese 95 %-Vertrauensregel eine Möglichkeit ist, ein groĂes Vorwissen zu erklĂ€ren. Und dieser Prior stammt meist aus historischen Daten.
Wenn du also eine Seite mit geringem Traffic optimierst, sollte der Schwellenwert deiner Entscheidung unter 95 % liegen, weil dein Prior bei A aufgrund des Traffics und des höheren Alters schwÀcher ist.
Der Schwellenwert sollte entsprechend dem Traffic festgelegt werden, der vom ersten Tag beim Original vorlag. Das Problem bei dieser Methode ist jedoch, dass wir wissen, dass die Conversion Rates nicht stabil sind und sich im Laufe der Zeit Ă€ndern können. Denke an die SaisonabhĂ€ngigkeit â z. B. der Ansturm am Black Friday, Urlaubstage, die erhöhte AktivitĂ€t in der Weihnachtszeit, usw. Wegen der saisonalen Schwankungen kannst du die Leistungen in verschiedenen ZeitrĂ€umen nicht vergleichen.
Aus diesem Grund berĂŒcksichtigen Praktiker nur Daten fĂŒr Version A und Version B, die im gleichen Zeitraum erhoben wurden, und legen einen hohen Schwellenwert (95 %) fest, um den Herausforderer als Gewinner zu akzeptieren, um einen hohen Prior gegenĂŒber Version A zu formalisieren.
Was ist ein angemessener Schwellenwert fĂŒr geringen Traffic?
Es ist schwierig, eine genaue Zahl im Auge zu haben, da diese von deiner Risikobereitschaft abhÀngt.
GemÀà dem Hypothesenprotokoll solltest du im Voraus einen Zeitrahmen fĂŒr die Datenerhebung festlegen.
Das bedeutet, dass die âStoppâ-Kriterien eines Tests kein statistisches MaĂ sind oder auf einer bestimmten Zahl basieren. Die âStoppâ-Kriterien sollten einem endenden Zeitrahmen entsprechen. Sobald der Zeitraum beendet ist, solltest du die Statistiken betrachten, um eine angemessene Entscheidung zu treffen.
AB Tasty, unsere Software zur Optimierung der Customer Experience und zum Feature Management, verwendet das Bayessche Framework, das einen Index der âGewinnchancenâ erzeugt, welcher eine direkte Interpretation ermöglicht â anstelle eines p-Werts mit einer sehr komplexen Bedeutung.
Mit anderen Worten, der âIndex der Gewinnchancenâ ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Variante besser als das Original ist.
Eine 95Â %ige âGewinnchanceâ bedeutet also, dass die gegebene Variante mit 95Â %iger Wahrscheinlichkeit der Gewinner sein wird. Dabei wird davon ausgegangen, dass wir kein Vorwissen oder besonderes Vertrauen in das Original haben.
Der Schwellenwert von 95 % ist auch ein Standardkompromiss zwischen dem Prior beim Original und einer bestimmten Risikoakzeptanz (es hÀtte auch ein Schwellenwert von 98 % sein können).
Obwohl es schwierig ist, eine genaue Zahl zu nennen, können wir eine grobe GröĂenordnung fĂŒr den Schwellenwert angeben:
- Neue A- und B-Varianten: In einem Fall, in dem sowohl Variante A als auch Variante B neu sind, könnte der Schwellenwert bei nur 50 % liegen. Wenn es keine Daten ĂŒber die Leistung der Varianten in der Vergangenheit gibt und du eine Entscheidung ĂŒber die Implementierung treffen musst, ist selbst eine 51 %ige Chance auf Erfolg besser als eine 49 %ige.
- Neue Website, geringer Traffic: Wenn deine Website neu ist und einen besonders geringen Traffic aufweist, hast du wahrscheinlich einen besonders geringen Prior bei Variante A (in diesem Fall die ursprĂŒngliche Variante). In diesem Fall ist ein Schwellenwert von 85 % angemessen. Denn wenn du das Wenige beiseite lĂ€sst, was du ĂŒber das Original weiĂt, hast du immer noch eine 85 %ige Chance fĂŒr die Auswahl des Gewinners und nur eine 15 %ige fĂŒr die Auswahl einer Variante, die dem Original gleichwertig ist. Das Risiko, dass sie schlechter abschneidet, ist geringer. Je nach Kontext kann eine solche Wette also durchaus Sinn ergeben.
- Ausgereiftes Unternehmen, geringer Traffic: Wenn dein Unternehmen schon lĂ€nger besteht, aber immer noch wenig Besucher zĂ€hlt, sind 90 % ein vernĂŒnftiger Schwellenwert, da der Prior ĂŒber das Original noch relativ klein ist.
- Ausgereiftes Unternehmen, hoher Traffic: Bei einem hohen Prior oder einer groĂen Menge an Daten bei Variante A wird ein Schwellenwert von 95Â % empfohlen.
Der ursprĂŒngliche Schwellenwert von 95 % ist viel zu hoch, wenn dein Unternehmen einen geringen Traffic aufweist, da die Wahrscheinlichkeit gering ist, diesen Wert zu erreichen. Demzufolge wird deine CRO-Strategie wirkungslos sein und eine datengestĂŒtzte Entscheidungsfindung wird unmöglich.
Wenn du AB Tasty als Experimentierplattform verwendest, erhĂ€ltst du einen Bericht, der die âGewinnchanceâ zusammen mit anderen statistischen Informationen ĂŒber deine Experimente enthĂ€lt. Ein Bericht von AB Tasty enthĂ€lt auch das Konfidenzintervall fĂŒr den geschĂ€tzten Gewinn als wichtigen Indikator. Die Grenzen um den geschĂ€tzten Gewinn werden ebenfalls nach dem Bayesschen Prinzip berechnet, d. h. sie können als bestes und schlechtestes Szenario interpretiert werden.
Die Bedeutung der Bayesschen Statistik
Jetzt verstehest du die genaue Bedeutung des wohlbekannten 95 %-igen âSignifikanzniveausâ und kannst geeignete Schwellenwerte fĂŒr deinen speziellen Fall wĂ€hlen.
Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass dieser Ansatz nur mit der Bayesschen Statistik funktioniert, da frequentistische AnsĂ€tze statistische Indizes (wie p-Werte und Konfidenzintervalle) liefern, die eine völlig andere Bedeutung haben und fĂŒr die erklĂ€rte Logik nicht geeignet sind.
2. Sind die Statistiken bei kleinen Zahlen gĂŒltig?
Ja, solange man den Test nicht abhÀngig vom Ergebnis abbricht.
Denke daran, dass laut Testprotokoll der einzige Grund fĂŒr den Teststopp das Ende des Zeitrahmens ist. In diesem Fall sind die statistischen Indizes (âGewinnchancenâ und Konfidenzintervall) wahr und brauchbar.
Du denkst jetzt möglicherweise: âOkay, aber dann erreiche ich selten das Signifikanzniveau von 95 % …“
Vergiss nicht, dass der Schwellenwert von 95Â % nicht in allen FĂ€llen die magische Zahl sein muss. Bei einem geringen Traffic ist deine Website wahrscheinlich noch nicht alt. Wenn du dich auf den vorherigen Punkt beziehst, kannst du einen Blick auf unsere vorgeschlagene Skala fĂŒr verschiedene Szenarien werfen.
Wenn du als neueres Unternehmen mit geringerem Traffic zu tun hast, kannst du sicherlich zu einem niedrigeren Schwellenwert (wie z. B. 90 %) wechseln. Der Schwellenwert ist immer noch höher, weil man in der Regel mehr Vertrauen in ein Original als in eine Variante hat, da sie schon lÀnger verwendet wird.
Wenn es sich um zwei völlig neue Varianten handelt, ist es am Ende des Testzeitraums einfacher, die Variante mit den höheren Conversion Rates auszuwĂ€hlen (ohne eine Statistik zu verwenden), da es kein Vorwissen ĂŒber die Leistung von A oder B gibt.
3. Gehe âweiter nach obenâ
Manchmal ist das Traffic-Problem nicht auf eine Website mit geringem Traffic zurĂŒckzufĂŒhren, sondern auf die betreffende Webseite. Normalerweise befinden sich Seiten mit geringem Traffic am Ende des Funnels.
In diesem Fall ist es eine gute Strategie, an der Optimierung des Funnels nÀher am Einstiegspunkt der Nutzer zu arbeiten. Möglicherweise gibt es mit einer optimierten digitalen Customer Journey noch mehr aufzudecken, bevor das Ende des Funnels erreicht wird.
4. Ist die CUPED-Technik real?
Was ist CUPED?
CUPED bzw. âControlled Experiment Using Pre-Experiment Dataâ ist ein neues Schlagwort in der Welt der Experimente. CUPED ist eine Technik, die angeblich bis zu 50 % schnellere Ergebnisse liefert. FĂŒr Websites mit geringem Traffic natĂŒrlich sehr verlockend.
Funktioniert CUPED wirklich so gut?
Nicht ganz, und zwar aus zwei GrĂŒnden: zum einen aus organisatorischen GrĂŒnden und zum anderen wegen der Anwendbarkeit.
Die organisatorische EinschrÀnkung
Was oft vergessen wird, ist, dass CUPED fĂŒr Controlled Experiment Using Pre-Experiment Data steht.
In der Praxis betrĂ€gt der ideale Zeitraum fĂŒr âDaten vor dem Experimentâ zwei Wochen, um eine Zeitersparnis von 50 % zu erreichen.
Bei einem klassischen 2-Wochen-Test behauptet CUPED also, dass du den Test in nur einer Woche beenden kannst.
Um jedoch die Ergebnisse richtig einschÀtzen zu können, benötigst du zwei Wochen Daten aus der Zeit vor dem Experiment. Du musst also drei Wochen Zeit haben, um CUPED zu implementieren und die gleiche Genauigkeit wie bei einem klassischen 2-Wochen-Test zu erzielen.
Ja, du hast richtig gelesen. Letztendlich brauchst du drei Wochen, um das Experiment durchzufĂŒhren.
Das bedeutet, dass es nur dann sinnvoll ist, wenn du bereits zwei Wochen Traffic-Daten gesammelt hast, die nicht fĂŒr Experimente genutzt werden. Selbst wenn du zwei experimentlose Wochen in die Planung deiner Experimente integrieren kannst, um Daten zu sammeln, wird dies den Traffic fĂŒr andere Experimente blockieren.
Die AnwendbarkeitsbeschrÀnkung
ZusÀtzlich zu der organisatorischen/2-wöchigen ZeitbeschrÀnkung gibt es zwei weitere Voraussetzungen, damit CUPED effektiv ist:
- CUPED ist nur auf Besucher anwendbar, die durch die Website sowohl in der Zeit vor dem Experiment als auch wÀhrenddessen navigieren.
- Diese Besucher mĂŒssen dasselbe Verhalten hinsichtlich der zu optimierenden KPI zeigen. Die Daten der Besucher mĂŒssen zwischen den beiden ZeitrĂ€umen korrelieren.
Du wirst im folgenden Abschnitt sehen, dass CUPED durch diese beiden EinschrĂ€nkungen fĂŒr E-Commerce-Websites praktisch nicht möglich und nur fĂŒr Plattformen anwendbar ist.
Kehren wir zu unserem Beispiel der Experimentiereinstellungen zurĂŒck:
- Zwei Wochen Daten aus der Zeit vor dem Experiment
- Zwei Wochen Experimentdaten (von denen wir hoffen, dass sie nur eine Woche dauern, da eine Zeitersparnis von 50Â % erwartet wird)
- Das Optimierungsziel ist eine Transaktion: Erhöhung der Anzahl von Conversions.
EinschrĂ€nkung Nr. 1 besagt, dass wir die gleichen Besucher vor dem Experiment und wĂ€hrenddessen haben mĂŒssen, aber die Customer Journey eines Users im E-Commerce dauert in der Regel nur etwa eine Woche.
Mit anderen Worten, die Wahrscheinlichkeit, dass dieselben Besucher in beiden ZeitrÀumen die Website besuchen, ist sehr gering. In diesem Zusammenhang ist nur ein sehr begrenzter Effekt von CUPED zu erwarten (bis hin zum Anteil der Besucher in beiden ZeitrÀumen).
EinschrĂ€nkung Nummer 2 besagt, dass die Besucher das gleiche Verhalten hinsichtlich der Conversion (den zu optimierenden KPI) aufweisen mĂŒssen. Offen gestanden, diese Bedingung wird im E-Commerce einfach nie erfĂŒllt.
Die Conversion im E-Commerce findet entweder wÀhrend des Pre-Experiments oder wÀhrend des Experiments statt, aber nicht bei beiden (es sei denn, deine Kunden kaufen hÀufig mehrmals wÀhrend des Experimentierzeitraums ein).
Das bedeutet, dass es keine Chance gibt, dass die Conversions der Besucher zwischen den ZeitrÀumen korrelieren.
Zusammenfassend gesagt: CUPED ist zur Optimierung von Transaktionen auf Websites im E-Commerce einfach nicht geeignet.
In der wissenschaftlichen Originalarbeit wird dies klar hervorgehoben, aber der Beliebtheit halber wird diese Technik in der Testbranche falsch dargestellt.
TatsĂ€chlich â und das ist in der wissenschaftlichen Literatur klar dargelegt â funktioniert CUPED nur bei mehrfachen Conversions fĂŒr Plattformen mit wiederkehrenden Besuchern, die dieselben Aktionen durchfĂŒhren.
Ausgezeichnete Plattformen fĂŒr CUPED wĂ€ren Suchmaschinen (wie Bing, auf der diese Technik erfunden wurde) oder Streaming-Plattformen, die User tĂ€glich besuchen und dieselben wiederkehrenden Aktionen ausfĂŒhren (ein Video abspielen, auf einen Link in einer Suchergebnisseite klicken, usw.).
Selbst wenn du versuchst, eine Anwendung von CUPED fĂŒr den E-Commerce zu finden, wirst du feststellen, dass dies nicht möglich ist.
- Man könnte versuchen, die Anzahl der gesehenen Produkte zu optimieren, aber das Problem von EinschrĂ€nkung 1 bleibt bestehen: eine sehr geringe Anzahl von Besuchern wird in beiden DatensĂ€tzen vorhanden sein. Und es gibt noch einen noch fundamentaleren Einwand â dieser KPI sollte nicht allein optimiert werden, da du sonst möglicherweise dazu beitrĂ€gst, dass Besucher zwischen den Produkten zögern.
- Du kannst nicht einmal versuchen, die Anzahl der von den Besuchern bestellten Produkte mit CUPED zu optimieren, da die EinschrĂ€nkung Nummer 2 immer noch gilt. Der Kauf kann als unverzĂŒglich betrachtet werden. Daher kann er nur in dem einen oder in dem anderen Zeitraum stattfinden â nicht in beiden. Wenn keine Korrelation des Besucherverhaltens zu erwarten ist, ist auch kein CUPED-Effekt zu erwarten.
Schlussfolgerung ĂŒber CUPED
CUPED eignet sich nicht fĂŒr Websites im E-Commerce, bei denen eine Transaktion das Hauptziel der Optimierung ist. CUPED ist nicht dein Geheimrezept, das dir hilft, dein Unternehmen zu optimieren â es sei denn, du bist Bing, Google oder Netflix.
Diese Technik ist sicherlich ein Schlagwort, das schnell Interesse weckt, aber es ist wichtig, das Gesamtbild zu sehen, bevor man CUPED in seine Roadmap aufnimmt. Marken im E-Commerce sollten daran denken, dass diese Testtechnik nicht fĂŒr ihr Unternehmen geeignet ist.
Optimierung fĂŒr Websites mit geringem Traffic
Marken mit geringem Traffic sind immer noch erstklassige Kandidaten fĂŒr die Website-Optimierung, auch wenn sie sich möglicherweise an einen anderen Ansatz anpassen mĂŒssen, der nicht so traditionell ist.
Ob die Optimierung deiner Webseiten bedeutet, eine Seite zu wĂ€hlen, die im Funnel weiter oben anzutreffen ist, oder ob du eine etwas niedrigere Schwelle wĂ€hlst â entscheidend ist, dass die Optimierung kontinuierlich verlĂ€uft.
Möchtest du mit der Optimierung deiner Website beginnen? AB Tasty ist die branchenfĂŒhrende Plattform zur Optimierung der User Experience, mit der du schnell fĂŒr ein umfassenderes digitales Erlebnis sorgen kannst. Von Experimenten bis hin zur Personalisierung kann diese Lösung dir helfen, deine Zielgruppe zu aktivieren und sich zu engagieren, um deine Conversions zu steigern.










