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Wirksames A/B Testing: So verfassen Sie eine solide Testing-Hypothese

Eine zuverlässige Testing-Hypothese bildet die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen A/B Test. Eine Hypothese sauber auszuformulieren, erhöht die Chance auf ein effizientes Testing-Ergebnis und somit auf eine erfolgreiche Conversion Rate Optimierung Ihrer Webseite. Worauf man bei der Formulierung einer soliden Hypothese achten sollte, erfahren Sie in diesem Artikel.

Bestandsaufnahme und Analyse

Testing-Hypothesen erfolgen anhand der bereits gewonnen Daten in Ihrem Unternehmen. Es ist daher zunächst relevant, wie sich Besucher auf Ihrer Webseite verhalten und welche Daten Sie zur Ermittlung des Nutzerverhaltens heranziehen können. Analytics Tools, wie zum Beispiel das Session Recording, Heatmap Funktionen, Wettbewerbsanalysen, Kundenumfragen oder Callcenter-Befragungen können Ihnen dabei helfen, geeignete Datenquellen zu identifizieren und das Verhalten Ihrer Kunden zu untersuchen. Ziel einer solchen Analyse ist es, die Elemente Ihrer Webseite zu erkennen, an denen Optimierungsmaßnahmen nötig sind. Mit anderen Worten: Finden Sie heraus, an welcher Stelle Ihre Nutzer Probleme auf Ihrer Webseite haben, bei welchen Schritten Besucher abspringen oder wo User nicht ausreichend klicken.

Doch wie kann das Verhalten Ihrer Kunden beim Besuch Ihrer Webseite generell beeinflusst werden? Welche Faktoren sind aus Kundensicht relevant, um eine Conversion durchzuführen? Es existieren viele Modelle und Herangehensweisen, um Testing-Hypothesen aufzustellen. Eines der meist verwendeten Modelle ist das LIFT Modell:

Das Modell basiert auf dem Leistungsversprechen Ihres Unternehmens: Welchen Mehrwert bietet Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung fĂĽr Kunden? AB Tasty benutzt die LIFT Methode, um Conversion-Hindernisse seiner Kunden zu identifizieren, damit verbundene Herausforderungen (quantitativ/qualitativ) zu analysieren und so entsprechende Ziele zu definieren. Mithilfe dieser Methode kann das Nutzerverhalten auf Ihrer Seite besser bewertet und relevante Conversion Faktoren identifiziert werden. So lassen sich passende Testideen bestimmen und solide Hypothesen aufstellen. Hier die Bestandteile im Detail:

  • Relevanz: Entspricht die Seite den Erwartungen Ihrer Besucher? Findet der Nutzer, was er sucht?
  • Klarheit: Wie einfach ist es fĂĽr Ihre Besucher, Ihr Leistungsversprechen und die erwartete Handlung (durch CTAs) zu verstehen?
  • Dringlichkeit: Gibt es Indikatoren, dass die gewĂĽnschte Handlung jetzt durchgefĂĽhrt werden soll?
  • Ablenkung: Welche Elemente könnten Ihren Besucher von der primären Handlung ablenken?
  • Unsicherheit: Welche Bedenken, Ă„ngste oder Zweifel könnte der Besucher haben, eine Handlung auszufĂĽhren?

Testkriterien aufstellen

Ein fester Kriterienkatalog wird den Formulierungsprozess Ihrer Hypothese beschleunigen. Stellen Sie also für Ihren Test relevante Kriterien zusammen. Neben individuellen Merkmalen, gibt es allgemein sechs Standardkriterien, wie eine Testing-Hypothese sein sollte: zum Einen überprüfbar, falsifizierbar, zielgerichtet, klar und präzise. Zum Anderen sollte die Hypothese nur einen Schwerpunkt setzen und als klare Behauptung verfasst werden.

Legen Sie als nächstes Ihre KPIs fest. Neben den bereits genannten Kriterien, ist die Definition Ihrer Leistungskennzahlen unerlässlich, um festgelegte Ziele messbar und damit kontrollierbar zu machen. Welcher KPI ist für Ihren Test relevant? Richten Sie Ihre KPIs nach dem Leistungsversprechen Ihres Unternehmens aus. Beispielsweise muss der gewählte KPI nicht direkt mit der Kaufrate verbunden sein, sondern zunächst mit der Anmelderate eines Newsletters oder Services. Bedenken Sie: Fehlerhaft gewählte KPIs können zu ungewollten Ergebnissen führen.

Testziele definieren

Konkretisieren Sie Ihre Ziele: Welches Element Ihrer Webseite muss verändert, hinzugefügt oder weggelassen werden, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen? Eine klare Abgrenzung und eine genaue Fokussierung ersparen Ihnen nicht nur Zeit, sondern definieren auch, welche Aussage am Ende zum Ergebnis geführt hat. Die Veränderung zu vieler Elemente kann die Gesamtaussage Ihres Tests verfälschen. Bestimmen Sie nur ein Element, das möglichst großen Einfluss auf das Besucherverhalten hat, um die Messbarkeit zu erhöhen und klare Testresultate zu erzielen.

Testing-Hypothese formulieren

Ihre ausformulierte Testing-Hypothese sollte die folgenden drei Fragen beantworten:

1. Welches Problem wurde identifiziert und welche Ursachen werden vermutet?
2. Wie sieht eine geplante Lösung aus?
3. Welches Ergebnis wird erwartet (in unmittelbarer Verbindung zu den KPIs)?

Ein Beispiel könnte folgendermaßen aussehen:

Situation: Vorab-Analysen zeigen eine hohe Absprungsrate bei dem Registrierungsformular in einem Online-Shop.
Vermutung: Die Länge des Formulars ist der Auslöser für die hohe Abbruchrate.
Ziel: Die Abbruchrate soll gesenkt werden.
Fundierte Hypothese: Wenn optionale Felder (wie z. B. Telefonnummer, Adresse etc.) weggelassen werden, dann wird die Anzahl der erfolgreichen Registrierungen verbessert, weil das AusfĂĽllen nun komfortabler und schneller ist.

Das Wichtigste in KĂĽrze

Um eine zuverlässige Testing-Hypothese aufzustellen, ist es zunächst wichtig, die richtigen Daten zum Testen heranzuziehen. Mit entsprechenden Analytics Tools lassen sich diese schnell ermitteln. Wählen Sie als nächstes ein Optimierungsmodell, wie die LIFT Methode, und definieren Sie einen Kriterienkatalog zur Analyse relevanter Conversion Faktoren. Konkretisieren Sie Ihre Ziele im Anschluss und bestimmen Sie, welche Elemente verändert, hinzugefügt oder weggelassen werden sollen, um das gewünschte Resultat zu erzielen. Am Ende erfolgt die Ausformulierung Ihrer Testing-Hypothese. Als Faustregel gilt: Wenn Element X verändert wird, dann passiert Y, aus dem Grund Z (weil).

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UX Optimierung: Bessere User Experience = Bessere Conversion Rate?

Bessere User Experience = Bessere Conversion Rate?

Teil 1

User Experience und CRO:
Zusammenbringen, was zusammengehört

Mittlerweile ist es unmöglich, ĂĽber Webseitenperformance zu sprechen, ohne die Begriffe „Conversion Rate Optimierung (kurz: CRO)“ und „User Experience (kurz: UX)“ zu verwenden. Obwohl beide Begriffe häufig verwendet werden, auf vergleichbaren Analysemethoden aufbauen und zu ähnlichen Ergebnissen kommen, sind CRO und UX letztendlich nicht dasselbe.

Schauen wir uns dazu die Definition im Lexikon an:

  • Unter dem Begriff Conversion Rate Optimierung (CRO) werden alle MaĂźnahmen zusammengefasst, die die Wertschöpfung von Internetportalen, meist Onlineshops, erhöhen. Conversion Optimierung steigert dadurch den Ertrag und den ROI.

Quelle

Mit CRO finden Sie heraus, an was Ihre Kunden interessiert sind und wie Sie ihnen genau das bieten. — @qualaroo

  • Die User Experience (abgekĂĽrzt UX) bezeichnet das Nutzungserlebnis eines bestimmten Produkts. Sie spiegelt Erfahrungen sowie auch Empfindungen und GefĂĽhle einer Person während der Benutzung eines Produktes wider.

Quelle

Die theoretische Begriffserklärung liegt nun vor. Doch wie setzt man beide Phänomene effektiv und Gewinn bringend zusammen ein?

Warum ist die User Experience fĂĽr Conversions so wichtig?

Das Ziel der UX ist, das Design einer Webseite klarer, übersichtlicher, einheitlicher und somit nutzerfreundlicher zu gestalten. In anderen Worten: Die Navigation auf einer Webseite sollte einfach und so angenehm wie möglich gemacht werden.

Obwohl der Begriff User Experience oftmals im Internetumfeld genutzt wird, kann dieser genauso auf alltägliche Erfahrungen in der realen Welt übertragen werden.

Hatten Sie schon einmal ein richtig gutes Einkaufserlebnis? Vielleicht gab es ein Produkt, das sich auf Anhieb kinderleicht bedienen ließ? War es ein besonders guter Kundenservice, der Sie betreut hat? Gab es vielleicht eine Webseite, auf der Sie sofort fanden, wonach Sie gesucht haben? Wie sieht es mit negativen Erfahrungen aus, die Sie frustriert, ungeduldig oder unzufrieden gemacht haben? Vielleicht ein Restaurant, bei dem Sie viel zu lange auf Ihr Essen gewartet haben? Eine Firma, die auf Ihre Anfrage oder Beschwerde nicht persönlich, sondern mit einer automatischen E-Mail reagiert hat?

All diese Erfahrungen lassen sich unter dem Begriff User Experience zusammenfassen: UX ist somit die Erfahrung, die ein User beim Umgang mit einer Webseite, einer Dienstleitung oder Ähnlichem sammelt.

Jetzt, wo deutlich geworden ist, was eine User Experience ausmacht, können wir uns damit auseinandersetzen, wie Sie die UX optimieren und Ihre Conversion Rate verbessern!

Ein User Interface ist wie ein Witz. Muss man ihn erklären, ist er nicht gut. – @MartinLeblanc

Die Kernaussage dieses Kommentars ist: Wenn Sie Ihre Webseite dem Besucher zunächst erläutern müssen und er die Navigation nicht von alleine erfasst, ist die Webseite nicht gut.

Ein Besucher, der ein Interface nicht versteht, wird Ihre Seite vor dem Kauf verlassen und kein Interesse haben, zurückzukehren. Warum auch? Ein Kunde, der von Ihrer Seite enttäuscht ist, ist ein verlorener Kunde.

User Experience + Conversion Optimierung: Wie funktioniert das zusammen am Besten?

Damit die Kombination beider Disziplinen funktioniert, müssen Sie zunächst alle Hindernisse bei der Conversion auf Ihrer Seite identifizieren. Unterziehen Sie Ihrer Webseite einem Test (A/B-Test oder Multivariater Test etc.) und optimieren Sie stetig. Stoppen Sie erst, wenn die Performance Ihrer Seite zu jedem Zeitpunkt einwandfrei ist. Ihre Testkampagnen sollten stets eine UX Optimierung im Fokus haben. Mit dem folgenden Praxisbeispiel lässt sich dies verdeutlichen:

Bei unserem Kunden MAIF, einem der führenden Versicherungsanbieter auf dem französischen Markt, war jede Aktion auf der Webseite, vom Ankommen auf der Seite bis hin zur Registrierung, in Mikro-Konversionen gegliedert. Neben anderen möglichen Conversion-Zielen, lag der Fokus des Unternehmens aber hauptsächlich auf dem Aufruf des Tarifrechners für Hausratsversicherungen durch die Besucher. Dieser Tarifrechner-Service war das Aushängeschild der Versicherung, der eine große Menge an Traffic generierte, jedoch zusätzlich optimiert werden sollte.

Wie unsere Experten feststellten, war das Formular „Kostenvoranschlag anfordern“ erst ĂĽber den Button „Online registrieren“ erreichbar. Daraus wurde die Hypothese abgeleitet, dass die Wortwahl hier nicht klar auf einen Kostenvoranschlag, der sich eigentlich dahinter verbirgt, hindeutet und deshalb nicht von Kunden verstanden wird. Das Ergebnis: Sie klicken nicht. Der „Online registrieren“- CTA wurde somit in „Kostenvoranschlag anfordern“ umformuliert. Als unmittelbares Ergebnis konnte MAIF die Klickrate des CTAs um 89% steigern.

Optimierung User Experience und CRO

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine wirksame Seite, ob Web oder mobile, die richtige Kombination aus Conversion Rate Optimierung und einer sauberen User Experience ist. Beide Ansätze führen zum selben Endergebnis, sind zusammen aber unschlagbar.

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AB Tasty: A Great Place to Work

Bei dem frankreichweiten Wettbewerb ‚Great Place to Work‘ belegt AB Tasty den 4. Platz der attraktivsten Arbeitgeber aus Mitarbeiterperspektive

Zufriedene Mitarbeiter – Nicht nur in Frankreich

Die Mitarbeiterbefragung Great Place to Work zeigt: AB Tasty zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Arbeitsatmosphäre aus. Als viertplatzierter im Ranking der attraktivsten Unternehmen in Frankreich, freuen wir uns über die ausgezeichnete Bewertung aus den eigenen Reihen. Doch nicht nur in Frankreich verzeichnet AB Tasty glückliche und zufriedene Mitarbeiter. Mit weiteren Standorten in Köln, Berlin, London, Madrid, Sydney und New York ist AB Tasty an wichtigen Hotspots der Welt vertreten und von verschiedenen internationalen Einflüssen geprägt.

Im Umgang mit ihren Mitarbeitern zeigen sich die GrĂĽnder Alix de Sagazan und RĂ©mi Aubert offen und modern. Kommunikation ist alles: Die Teams der verschiedenen Standorte organisieren sich durch regelmäßige Standup Meetings, wie das „Weekly DE“ Freitags in Köln und das groĂźe „Big up“ zu Beginn jeder Woche im groĂźen Eingangsbereich des Pariser Office. Alle Mitarbeiter kommen zusammen, tauschen sich ĂĽber Neuigkeiten aus und schildern ihre ganz eigene Sicht der Dinge. So herrscht ein stetiges Bewusstsein darĂĽber, an was die Teamkollegen gerade arbeiten und welche Themen in anderen Abteilungen gerade behandelt werden. Dabei bilden die Distanzen zwischen den Standorten und unterschiedliche Zeitzonen (Köln – Sydney + 10 Stunden) zwar eine konstante Herausforderung, doch als eingespieltes internationales Team weiĂź AB Tasty diese zu meistern. Modernste Telekommunikations-Tools ermöglichen Videokonferenzen auch ĂĽber eine Entfernung von 16.570,15 km zwischen Sydney und Köln.

Nicht immer dreht sich bei AB Tasty alles um die gleichnamige SaaS-Lösung. In regelmäßigen Abständen stehen Teamevents auf dem Programm. So kamen beim groĂźen Seminar im September 2016 die Mitarbeiter aller Standorte zusammen und paddelten im sonnigen Frankreich um die Wette. Zwei Tage verbrachten alle zusammen im Center Parc, die Mitarbeiter lernten sich besser kennen und neue Freundschaften entstanden. Bei Events dieser Art zeigt sich, wie bunt gemischt die AB Tasty „Truppe“ ist: 110 Mitarbeiter, 24 Nationalitäten und Standorte in 6 verschiedenen Ländern. Du möchtest deine Kollegen im sonnigen Madrid besuchen? Los geht’s, denn bei AB Tasty kann jeder Mitarbeiter ein mal im Jahr fĂĽr ein paar Tage an einem anderen Standort arbeiten und die Gelegenheit nutzen, Angelegenheiten persönlich zu besprechen.

AB Tasty wächst rasant und ist stets auf der Suche nach Verstärkung

AB Tasty wurde 2011 gegrĂĽndet und ist eines von 48 Startups, die von der Organisation French Tech als besonders innovativ anerkannt und dafĂĽr mit dem Bpifrance Excellence-Siegel ausgezeichnet wurden. AB Tasty bringt sehr unterschiedliche Talente zusammen. Ob neugieriger IT-Newcomer, erfahrene Conversion-Expertin oder begeisterter E-Commerce-Manager – bei uns kann jeder seine Stärken einbringen und uns auf unserem Weg in die digitale Zukunft tatkräftig unterstĂĽtzen. Bewirb dich jetzt! Unsere offenen Stellen findest du hier.

Ăśber AB Tasty

AB Tasty ist Europas führende All-in-one SaaS-Lösung zur Optimierung von On-Site-Konversionen und In-App-Messages. Unser intuitiver visueller Editor ermöglicht es Marketing Teams, Ideen zur Optimierung zügig umzusetzen, den Einfluss auf die Konversionsrate zu messen und so datenbasierte Entscheidungen zu treffen. Eine personalisierte Ansprache definierter Kundensegmente sowie eine Auswahl an Engagement-Widgets erweitern den Handlungsspielraum für ein perfektes Kundenerlebnis, ohne dafür auf IT-Ressourcen zurück greifen zu müssen. AB Tasty ist für Webseiten, responsive Sites und native Apps erhältlich. env-abtasty-newwebsite.kinsta.cloud

Alles weitere über AB Tasty erfährst du hier!

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A/B Testing: Wie man mit Flickering richtig umgeht

Beim Flicker-Effekt im A/B Testing sieht man für einen winzigen Moment die ursprüngliche Version einer Webseite, bevor diese durch die Inhalte der Testvariante ersetzt wird. Für das Flickering gibt es kein Allheilmittel und auch vermeintlich schnelle und innovative Lösungen des Problems sind nur begrenzt effektiv. Die gute Nachricht ist jedoch, dass es verschiedene Tipps und Tricks gibt, um das Einblenden einer Testvariante zu beschleunigen und das Flickering somit erfolgreich zu vermeiden.

Was bedeutet Flickering im Detail?

Sollte Ihnen der sogenannte Flicker-Effekt kein Begriff sein, sind Sie ihm dennoch mit hoher Wahrscheinlichkeit schon einmal begegnet: Eine Webseite wird geladen und nach wenigen Millisekunden werden für den Nutzer sichtbar die Änderungen einer Testvariante eingeblendet. Im Bruchteil einer Sekunde sieht man also erst die Original- und dann die Testvariante. Das Flickering wird als schlechte Nutzererfahrung gefürchtet, da es dem Besucher verrät, dass er sich gerade in einem A/B Test befindet.

Flickering kann bei der Anwendung von A/B Testing-Lösungen auftreten. Insbesondere dann, wenn während des Ladevorgangs einer Seite über ein JavaScript-Overlay Modifikationen eingeblendet werden. In den meisten Fällen bemerken die Besucher den Flicker-Effekt überhaupt nicht. Wenn eine Webseite jedoch eine längere Ladezeit benötigt oder auf umfangreichen, externen Ressourcen basiert, kann es dauern, bis Änderungen eingeblendet werden.  Es kommt zu einem kaum bemerkbaren Flackern: dem Flicker-Effekt.

Gibt es ein Geheimrezept, um Flickering zu vermeiden?

Einige Anbieter versprechen, innovative Techniken zu nutzen, um gänzlich „flickerfrei“ zu sein. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine neuartige Produkteigenschaft. Stattdessen werden gängige Vorgehensweisen beim A/B Testing genutzt, die auch den Anwendern aller anderen Testing-Tools zur Verfügung stehen.

Jede Methode zur Vermeidung des Flicker-Effekts stößt hierbei früher oder später an ihre technischen Grenzen. Wenn man sich unter den Marktführern umsieht, wird deutlich, dass die sogenannten „Wundermethoden“ mit jedem Tool nutzbar sind. Aus gutem Grund werden Sie allerdings nur als letzte Maßnahme eingesetzt, wenn zuvor keine andere Methode zur Vermeidung des Flickerings Erfolg hatte. Jede Webseite weist eine unterschiedlich starke Ausprägung des Flickering-Effekts auf, die stark von der individuellen Performance und der Einbindung des Javascript-Tags abhängt.

Doch wie funktioniert die angeblich so innovative Vermeidung des Flickerings überhaupt? Es handelt sich dabei um eine Content-Masking Methode. Der eingeblendete Inhalt einer Seite wird kurzzeitig versteckt, indem CSS-Properties, wie visibility: hidden oder display: none, für das Body Element eingesetzt werden. Diese CSS-Property versteckt den Content so schnell wie möglich (denn das Tag befindet sich im <head> Element der Seite). Bevor es wieder eingeblendet wird, bestand ausreichend Zeit, um alle Modifikationen der Testvariante anzuwenden. Dies verhindert den charakteristischen “vorher/nachher” Flicker-Effekt und ersetzt ihn mit einem “leere Seite/nachher” Effekt.

Wenn eine Seite Probleme beim Laden aufweist, birgt diese Methode jedoch das Risiko, dass der Nutzer für mehrere Sekunden (oder sogar komplett) auf einer leeren Seite verweilt. Ein weiterer Nachteil dieser Lösung des Flickerings besteht darin, dass der Eindruck erzeugt wird, die Seite sei nicht performant. Daher sollte die Wiedergabe des Inhalts nicht länger als maximal wenige Millisekunden dauern. Um im A/B Testing valide Ergebnisse zu erhalten, ist es ebenso wichtig, die verzögerte Wiedergabe des Inhalts an einer Kontrollgruppe zu testen. Dies vermeidet Verzerrungen durch die verschiedenen Ladegeschwindigkeiten in der Testauswertung.

Insgesamt ist das Content Masking nicht als Standardmethode zur Flickering-Vermeidung ratsam. Es ist zwar sehr schnell und einfach mit wenigen JavaScript Lines zu implementieren, doch wenn Ihre Modifikationen zu viel Ladezeit in Anspruch nehmen und Sie vermeiden wollen, dass Ihre Besucher von einer leeren Webseite begrĂĽĂźt werden, gibt es noch alternative Anwendungsempfehlungen, um einen eventuell auftretenden Flickering-Effekt zu verringern.

Die folgenden Handlungstipps können dazu beitragen, Modifikationen schneller einzublenden und die Auswirkung des Flickerings so gering wie möglich zu halten.

Wie kann das Flickering begrenzt werden?

  1. Optimieren Sie die Ladezeit Ihrer Seite mit allen verfügbaren Mitteln: Seitencaching, Kompressionen, Bildoptimierung, CDNs, parallele Abfragebearbeitung mit dem HTTP/2 Protokoll etc.
  2. Platzieren Sie den Tag der Testinglösung so weit oben wie möglich im <head> Element des Quellcodes und vor umfangreichen externen Ressourcen (wie z. B. Web-Schriftarten, JavaScript Bibliotheken etc.)
  3. Nutzen Sie die synchrone Version des AB Tasty Skripts, nicht die asynchrone.
  4. Nutzen Sie keinen Tag Manager, um die Tags Ihrer Lösung aufzurufen (z. B. Google Tag Manager). Diese Lösung erscheint im ersten Schritt aufwändiger, doch erlaubt dies eine bessere Kontrolle über die Tags und das Flickering.
  5. Verzichten Sie auf die jQuery Bibliothek im Tag, wenn Ihr Seitenprovider bereits eine eigene verwendet. Die meisten A/B Testinglösungen nutzen jQuery bereits. AB Tasty setzt die Technologie ebenfalls ein, sodass unsere Anwender den Transfer bereits um einige Kilobyte verringern können.
  6. Reduzieren Sie die Skriptgröße Ihrer Lösung, indem Sie inaktive Tests entfernen. Manche Lösungen laden alle Tests im Skript – unabhängig davon, ob diese aktiv sind oder nur als Entwürfe gespeichert sind. AB Tasty integriert nur aktive Tests im Skript. Wenn Sie dennoch eine hohe Anzahl aktiver Personalisierungen haben, empfiehlt es sich, diese permanent auf Ihrer Seite zu implementieren und sie in AB Tasty zu deaktivieren.
  7. Achten Sie auf die Art der Modifikationen. Das Hinzufügen umfangreicher Skripte oder Programmierungen erhöht den Flicker-Effekt.
  8. Nutzen Sie verstärkt Stylesheets. In der Regel ist es möglich, einen erwünschten visuellen Effekt mit Hilfe von Stylesheets zu erzielen. Sie können z. B. eine JavaScript Anweisung implementieren, die einem Element eine CSS-Klasse hinzufügt, wodurch die Klasse seine Komponente selbst modifiziert, anstatt über Skriptzeilen den Style zu ändern.
  9. Optimieren Sie Ihren modifizierten Code. Während sich Anwender in dem Versuch, Ă„nderungen zu implementieren, durch den WYSIWYG-Editor klicken, fĂĽgen sie oft ĂĽberflĂĽssige JavaScript Anweisungen hinzu. Analysieren Sie den generierten Code im „Edit Code“ Tab und optimieren Sie diesen, indem Sie nicht notwendige Stellen entfernen.
  10. Stellen Sie sicher, dass die gewählte Lösung einen (oder mehrere) CDNs nutzt, damit das Skript mit Ihren Modifikationen so schnell wie möglich geladen werden kann – unabhängig davon, wo ein Besucher sich befindet.
  11. Für fortgeschrittene Nutzer: Fügen Sie jQuery Selektoren dem Cache als Objekte hinzu, damit diese nicht mehrfach im DOM reorganisiert werden müssen. Sie können Änderungen auch im JavaScript durchführen, insbesondere dann, wenn es um Elemente einer Klasse oder ID geht.
  12. Nutzen Sie Weiterleitungstests, jedoch nur, wenn diese sich nach einer Auswertung der Beziehung zwischen Modifikation und der Dauer der Testaufsetzung als sinnvoll erweisen.

Mit diesen MaĂźnahmen sollte das Flickering auf Ihrer Webseite nicht mehr bemerkbar sein. Wenn Sie zu einem der genannten Schritte Fragen haben, hilft unser Support-Team Ihnen gerne weiter.

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