Der neue Auftrag: Wachstum
2026 entsteht Wachstum im digitalen Marketing und in der Web Experimentation nicht mehr dadurch, dass CMOs lediglich Markenstandards verwalten. Entscheidend ist ihre Rolle als progressive Wachstumsarchitekten.
CMOs prägen heute maßgeblich, wie ein Unternehmen digital auftritt und wie potenzielle Kunden und Nutzer diese Marketingmaßnahmen wahrnehmen. Gleichzeitig erwartet die Geschäftsführung, dass Marketing quantifizierbare Ergebnisse liefert – von der Umsatzsteigerung bis zum Customer Lifetime Value.
Was macht ein CMO?
Ein CMO, also Chief Marketing Officer, leitet die Marketingfunktion eines Unternehmens. Andere Rollen und Teams im Marketing berichten in der Regel an den CMO, der zugleich eng mit weiteren Führungskräften auf C-Level zusammenarbeitet.
Zu den zentralen Aufgaben eines CMOs gehören die Planung, Steuerung und Umsetzung aller Marketingaktivitäten. Erfolgreiche CMOs müssen daher neue digitale Möglichkeiten einordnen und bewerten sowie verstehen, wie sich das Verhalten von Verbrauchern verändert.
Zu den neuen Aufgaben, die CMOs im Kontext von Web Experimentation übernehmen, gehören insbesondere:
Neue AI-gestützte Marketinglösungen identifizieren und bewerten
Den Produktnutzen gegenüber Partnern und der C-Ebene überzeugend vermitteln
Die Effizienz des digitalen Marketings steigern, während sich Marketingtechnologie immer stärker in Richtung AI entwickelt
Umsatzwachstum fördern und belastbare Markenbeziehungen für das zukünftige Geschäft aufbauen
Die Lücke in der Web Experimentation: Wie CMOs ihre Teams weiterbringen
Die zentrale Herausforderung der Web-Optimierung im Jahr 2026? Viele Experimentation-Teams sind noch immer auf oberflächliche Optimierungen mit begrenzter Wirkung fokussiert.
Wer nachhaltiges Wachstum erzielen will, muss die Erwartungen an Web Experimentation neu definieren. Das verlangt von den Teams, sich von taktischen Testern zu strategischen Partnern weiterzuentwickeln. Sie werden zu Teams, die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Marketing des Unternehmens liefern.
Forderung Nr. 1: Von taktischen Uplifts zu strategischer Wirkung
Über Conversion Rate Optimization (CRO) hinausdenken
Conversion Rate Optimization, das heißt die Optimierung der Konversionsrate, bleibt wichtig. Doch CRO ist nur ein Teil des Gesamtbilds. Das eigentliche Ziel von Web Experimentation ist es, das gesamte Geschäftserlebnis (Business Experience) zu optimieren.
Business Experience Optimization (BXO) beschreibt den Ansatz, Kunden besser zu verstehen und ihre Einkaufserlebnisse gezielt zu verbessern.
CMOs sollten deshalb kritisch hinterfragen, wie Analyseergebnisse interpretiert und berichtet werden. Experimentation-Teams präsentieren häufig Steigerungen der Konversionsrate auf einzelnen Seiten. Strategisch relevanter sind jedoch Kennzahlen, die zeigen, wie Experimente den Umsatz pro Besucher erhöhen, Abwanderung reduzieren oder den Kundenwert (Customer Lifetime Value) verbessern.
Experimente mit Geschäfts-KPIs verknüpfen
Damit Web Experimentation wertschöpfend ist, sollte jeder Test mit einem klaren Geschäftsziel verbunden sein. Fehlt diese Verbindung, laufen Teams Gefahr, isolierte Experimente durchzuführen. Diese Tests liefern zwar interessante Erkenntnisse, aber haben kaum messbare Auswirkungen auf das Geschäft. Ein belastbarer Rahmen sorgt dafür, dass jedes Experiment zum größeren Ziel beiträgt – etwa zu mehr Umsatz, besserer Kundenbindung oder einem höheren Kundenwert.
An dieser Stelle werden North Star Metrics und OKRs (Objectives and Key Results) besonders wichtig. Eine North Star Metric definiert die wichtigste Kennzahl für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens, zum Beispiel aktive Nutzer, Transaktionen oder Engagement. Sie gibt allen Experimentation-Maßnahmen ein gemeinsames Ziel und hilft Teams, Tests zu priorisieren, die diese zentrale Kennzahl tatsächlich beeinflussen.
OKRs übersetzen dieses übergeordnete Ziel in konkrete, umsetzbare Vorgaben. Objectives beschreiben, was erreicht werden soll. Key Results zeigen, woran Erfolg gemessen wird. Wenn Web Experimentation an OKRs ausgerichtet ist, verfolgt jeder Test ein klares Ziel: ein bestimmtes Ergebnis messbar zu beeinflussen.
Indem Unternehmen North Star Metrics und OKRs kombinieren, entwickeln sie ihre Vorgehensweise weiter: von punktuellen Tests mit schrittweisen Gewinnen hin zu einer disziplinierten, ergebnisorientierten Experimentation-Kultur.
Ein Beispiel dafür, wie CMOs Gespräche über KPIs und OKRs neu ausrichten können:
Alter Ansatz: „Wir haben die Klickrate auf dem Startseiten-Banner um 8 Prozent erhöht.“
Neuer Ansatz: „Unser Experiment auf dem Startseiten-Banner hat den durchschnittlichen Bestellwert bei Erstbesuchern um 4 Prozent gesteigert. Unsere Modelle prognostizieren dadurch einen zusätzlichen Quartalsumsatz von 1,2 Millionen US-Dollar.“
Forderung Nr. 2: AI nutzen, um komplexe Fragen schneller zu beantworten
CMOs sollten AI-Agenten nicht nur als Automatisierungswerkzeuge betrachten, sondern als strategische Co-Piloten. 2026 ist AI nicht mehr bloß eine Unterstützung für einfache Aufgaben. Sie wird zu einem wichtigen Partner, um schneller Erkenntnisse zu gewinnen, Muster zu erkennen und Vorhersagen abzuleiten.
Drei AI-orientierte Anforderungen von CMOs an ihre Experimentation-Teams:
Three Core AI-Driven Demands From CMOs
Prädiktive Personalisierung in großem Maßstab
CMOs sollten erwarten, dass ihre Teams prädiktive AI einsetzen, um Erlebnisse nicht nur für bekannte Kunden zu personalisieren, sondern auch für den großen Anteil an anonymem Website-Traffic, der bis zu 90 Prozent betragen kann.
Teams sollten sich dabei nicht auf starre, regelbasierte Segmente verlassen. Stattdessen sollten sie AI nutzen, um Nutzerabsichten in Echtzeit vorherzusagen und das Erlebnis für jeden einzelnen Besucher anzupassen – unabhängig davon, ob jemand eingeloggt ist oder nicht.
Lösungen wie AdaptiveCX können Web-Experimentation-Teams dabei unterstützen, genau diesen Ansatz umzusetzen. Da AdaptiveCX von Grund auf ohne Cookies konzipiert ist, können Marken Website-Erlebnisse dynamisch an Nutzerpräferenzen anpassen – auch bei anonymen Besuchern.

Ein tieferes Verständnis der Zielgruppe
Nutzer sind heute ungeduldiger denn je. Für CMOs wird es daher entscheidend, emotionale und psychologische Segmentierung in ihre Optimierungsstrategie einzubeziehen. Wer Conversions steigern will, muss nicht nur verstehen, was Nutzer tun, sondern auch, warum sie so handeln.
CMOs sollten ihre Teams auffordern, über demografische Merkmale hinauszugehen. Dazu gehört der Einsatz von AI, um emotionale Trigger und Motivationen wichtiger Zielgruppensegmente sichtbar zu machen. Tools wie EmotionsAI können Besucher beispielsweise anhand ihrer emotionalen Präferenzen 10 verschiedenen Segmenten zuordnen.
AI-gestützte Ideenfindung und Analyse
Experimentation-Teams sollten nicht durch eigene Annahmen und Bias begrenzt werden. Werden Testideen nur aus internen Einschätzungen abgeleitet, bleiben potenziell wertvolle Hypothesen schnell unentdeckt.
AI kann große Datenmengen analysieren und daraus vielversprechende Hypothesen entwickeln – etwa aus Website-Daten, Konkurrenzanalysen und Nutzerfeedback. So entstehen bessere Experimente, höhere Konversionsraten und langfristig eine stärkere Kundenbindung.
CMOs sollten deshalb prüfen, wie stark AI bereits in die Ideenentwicklung ihrer Experimentation-Teams eingebunden ist. Und sie sollten ihre Teams dazu ermutigen, Hypothesen gezielt mit AI-Unterstützung zu entwickeln.
Forderung Nr. 3: Ein Privacy-First-Programm aufbauen, das zukunftssicher ist
2026 achten Nutzer stärker denn je darauf, wie Unternehmen mit Cookies von Drittanbietern und personenbezogenen Daten umgehen. Die Nutzung dieser Art von Cookies wird zunehmend eingeschränkt. Deshalb geraten Marken, die weiterhin stark davon abhängig sind, strategisch ins Hintertreffen. Unternehmen brauchen daher neue Wege, um die Privatsphäre ihrer Nutzer zu schützen.
Datenschutz als strategischer Vorteil
Datenschutz muss kein Hindernis sein. Richtig eingesetzt, kann er zu einem Wettbewerbsvorteil werden, weil er Vertrauen schafft. Das ist besonders wichtig für Marken, die Exklusivität, langfristige Loyalität und wiederkehrende Käufer mit hohen Konversionsraten aufbauen wollen.
CMOs und ihre Experimentation-Teams sollten deshalb eine Strategie für eine Personalisierung ohne Cookies entwickeln. Mit dem Einsatz von Erstanbieter-Daten innerhalb der aktuellen Sitzung werden relevante Erlebnisse möglich, ohne die Privatsphäre der Nutzer zu gefährden. So entsteht ein Umfeld, in dem sich Nutzer sicher fühlen – und eher bereit sind, zu konvertieren.
Die richtige Technologie einsetzen
Damit Datenschutz und Personalisierung zusammen funktionieren, braucht es die passende Technologie. AdaptiveCX von AB Tasty unterstützt Marken dabei, sich auf Verhalten in Echtzeit statt auf gespeicherte personenbezogene Daten zu konzentrieren. Das erleichtert die Einhaltung von Vorschriften wie der DSGVO und dem CCPA und schafft eine nachhaltige Grundlage für die Zukunft.

Forderung Nr. 4: Eine Experimentation-Kultur fördern – nicht nur ein Team
Ein Team, viele Wachstumsmöglichkeiten
Experimentation sollte nicht allein in der Verantwortung eines kleinen, isolierten Teams liegen. Sie sollte als gemeinsame Aufgabe von Marketing, Produktmanagement und sogar Vertrieb verstanden werden.
Diese bereichsübergreifende Zusammenarbeit bringt neue Ideen hervor, stärkt kontinuierliches Wachstum und macht Web Experimentation robuster und wirkungsvoller.
Jede Idee ermöglichen
Experimentation-Teams sollten sich von reinen „Testern“ zu Enablern entwickeln. Ihre Aufgabe besteht dann darin, Tools, Frameworks und Schulungen bereitzustellen, damit andere Teams sicher und effektiv testen können.
CMOs sollten deshalb den Plan ihres Teams zur Steigerung der Experimentiergeschwindigkeit im gesamten Unternehmen bewerten. Dazu gehört unter anderem, wie der Zugang zu Tests erweitert wird und wie ein gemeinsames Wissensarchiv entsteht, das Erkenntnisse für alle relevanten Teams zugänglich macht.
Vom Testen zur kontinuierlichen Verbesserung
Ein Experimentation-Programm sollte nicht statisch bleiben, sondern sich kontinuierlich weiterentwickeln, sobald neue Erkenntnisse und Lernkurven entstehen.
Ein hilfreicher Ansatz ist hier das „Experimentation Maturity Model“.
Dieses Modell hilft Unternehmen, die Effizienz und Reife ihrer Experimente zu strukturieren – etwa bei A/B-Tests oder Mehrvarianten-Tests. Ziel ist ein organisiertes Experimentation-Programm, das echte Ergebnisse liefert.
Das Framework zeigt den Weg von ersten Tests hin zu einer vollständig integrierten Kultur, in der die kontinuierliche Verbesserung im Mittelpunkt steht. Unternehmen durchlaufen dabei zunächst die frühe Entdeckungsphase (Discover), in der Tests eher einfach und punktuell sind, dann die Skalierungsphase (Scale) und schließlich die Gipfelstürmer-Phase (Blaze).
In fortgeschrittenen Reifegraden wird Web Experimentation zu einem zentralen Bestandteil der Unternehmenssteuerung. Tests in Hochgeschwindigkeit, bereichsübergreifende Zusammenarbeit und strategische Erkenntnisse fließen dann direkt in wichtige Geschäftsentscheidungen ein.
CMOs sollten daher einen klaren Weg definieren, wie das Unternehmen von der Discover-Stufe zur Scale- oder Blaze-Stufe gelangt. In dieser letzten Stufe ist Experimentation dann fest in der Unternehmenskultur verankert.
Die drei Reifestufen im Überblick:
Stufe 1
Discover
Analysiere die Performance, identifiziere schnelle Erfolge und definiere erste Benchmarks für den Erfolg deiner Experimente.
Stufe 2
Scale
Weite Tests auf weitere Abteilungen aus, führe automatisierte Personalisierung ein und vereinheitliche deine Kundendatenströme.
Stufe 3
Blaze
Erreiche eine vollständige Orchestrierung der Customer Journey und nutze prädiktive AI, um die kontinuierliche Optimierung im Alltag zu verankern.
Fazit: Der CMO als Chief Experimenter
CMOs können das Wachstumspotenzial von Web Experimentation deutlich erhöhen, indem sie ihre Teams zu mutigen, strategischen Testentscheidungen motivieren.
Dazu gehört:
- Strategische Wirkung höher zu bewerten als taktische Uplifts
- AI-gestützte Erkenntnisse stärker zu nutzen als reine Automatisierung
- eine Privacy-First-Grundlage für Personalisierung aufzubauen
- eine unternehmensweite Wachstumskultur zu schaffen, in der Experimentation nicht isoliert, sondern gemeinsam getragen wird
Teamwork makes the dream work
Effizienz entsteht nicht durch härtere Arbeit, sondern durch intelligentere Arbeit. Wenn CMOs ihre Web-Experimentation-Teams ermutigen, neue und innovative Wege zum Erfolg zu gehen, kann daraus ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil entstehen.
Wer diese Erwartungen klar formuliert, beaufsichtigt nicht nur eine Marketingfunktion. Er oder sie entwickelt Marketing zu einem nachhaltigen, kundenorientierten Wachstumsmodell – passend für 2026 und die Jahre danach.
Häufig gestellte Fragen
Du hast noch Fragen zu CMOs und Web Experimentation? Hier findest du Antworten.
Was macht ein CMO?
CMOs verantworten die strategische Ausrichtung des Marketings, steigern die Markenbekanntheit und sorgen dafür, dass Marketingaktivitäten messbare Geschäftsergebnisse liefern. Dazu gehört auch, neue Technologien zu bewerten, Marketingteams effizienter zu machen, mit anderen Abteilungen und der C-Suite zusammenzuarbeiten und das Unternehmen sowie seine Produkte oder Services wirksam am Markt zu positionieren.
Welchen Nutzen haben Plattformen für Web Experimentation und Optimierung für CMOs?
Web-Experimentation- und Optimierungsplattformen wie AB Tasty geben CMOs direkten Einblick, wie Headlines, CTAs, Farben, Banner, Buttons und andere Website-Elemente performen. Gleichzeitig zeigen sie, worauf Nutzer reagieren. Dadurch können Teams digitale Erlebnisse gezielter optimieren und langfristig mehr Umsatz erzielen.
Sind CMOs für AI-gestützte Marketingtechnologien verantwortlich?
Ja. CMOs sollten neue AI-gestützte Technologien identifizieren und bewerten, die ihren Marketingteams helfen, effizienter, datenbasierter und wirkungsvoller zu arbeiten. Diese Aufgabe wird im Zeitalter von AI, Optimierung und Web Experimentation immer wichtiger.
Über die Autorin
Stephanie Safdie
Stephanie Safdie hat einen Bachelorabschluss in Englischer Sprache und Literatur von der University of Maryland mit Schwerpunkt Multimedia Studies. Sie war als Social-Media-Video-Creatorin, freiberufliche Copywriterin und SEO-Copywriterin bei Greenly Climate Tech tätig und betreibt den Reiseblog Destination Dreamer Diaries.










