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Individualisierung und Personalisierung: Marketing für die Generation Y

Die Generation Y: Menschen, die zwischen 1980 und 1990 geboren sind und somit um die Jahrtausendwende in das Berufsleben eintraten. Daher sind sie heute auch als „Millennials“ bekannt. Sie lösten die Generation X ab und sind nicht grundlos berühmt-berüchtigt. Sie gelten als Freigeister, die sich selbst gerne überschätzen. Weltreisen als Standardrepertoire eines Studiums und der gnadenlose Drang, den eigenen Horizont zu erweitern, sagt man ihnen zynisch nach.

Ob Sie die Millennials für Narzissten halten oder als missverstandene Generation des Jahrtausendwechsels verstehen – Sie werden mit Sicherheit zustimmen: Wer so besonders ist, verlangt besonderes Marketing. Schließlich sind die zwischen 1980 und 1990 Geborenen inzwischen Studenten und Arbeitnehmer in den späten 20er bis 30er Jahren und somit vollwertige potenzielle Kunden für die meisten Unternehmen weltweit.

Hier kommt unsere zweiseitige Medaille in’s Spiel: Produktindivualisierung und Personalisierung.

Von allen Marketingstrategien, die es seit den ersten Anfängen des Internets gibt, sind die Individualisierung und Personalisierung die vermutlich einzigen Strategien, auf die Millennials wirklich anspringen. Wir verraten Ihnen, warum das so ist. Dazu vorab eine genauere Begriffsbestimmung:

Definition „Individualisierung“ und „Personalisierung“

Zunächst klingen beide Begriffe ziemlich ähnlich. In einem anderen Kontext stellen sie sogar legitime Synonyme dar. In der Tat beschreiben sie jedoch in der digitalen Welt zwei gänzlich verschiedene Methoden. Der Begriff „Individualisierung“ wurde 1987 von Stand Davis in seinem Buch „Future Perfect“ definiert. Er spricht von „Massenindividualisierung“ und dem Angebot breiter Marktprodukte und Services, die so angepasst und individualisiert werden können, dass sie einer bestimmten Kundenanforderung entsprechen. Die Sportmarke Nike, zum Beispiel, bietet heutzutage die individuelle Zusammenstellung ihrer Sport- und Freizeitschuhe an. Kunden können im Onlineshop die Farben, Muster und das Design frei wählen und so ein maßgeschneidertes Produkt nach persönlichem Geschmack kreieren. Wir halten fest: Im Gegensatz zu der klassischen Massenproduktion, ermöglicht die Individualisierung Konsumenten ein eigenes, einzigartiges Produkt nach individuellem Geschmack.

Personalisierung Burberry Bespoke
Die Luxusmarke Burberry bietet seit 2011 Individualisierungsoptionen auf ihrer Website an.
Quelle: The Wall Street Journal

Personalisierung, hingegen, ist eine Marketingstrategie, die aktiv vom Unternehmen ausgeht. Sie zielt auf eine maßgeschneiderte, direkte Kundenansprache ab, die auf die individuellen Bedürfnisse und Anforderungen einzelner Besuchergruppen eingeht. Das Konzept der digitalen Personalisierung kann man bis 1993 zurückverfolgen, als Don Peppers und Martha Rogers sich in „The One to One Future“ mit der Idee der maßgeschneiderten Kundenansprache beschäftigten.

Wenn Sie schon einmal eine E-Mail empfangen haben, die Ihren Vornamen in der Betreffzeile verwendete, Ihnen auf einer Website Produktempfehlungen ausgesprochen wurden oder Inhalte auf Ihr Geschlecht oder vorherige Einkäufe angepasst waren, haben auch Sie Personalisierung erfahren. Der entsprechende Anbieter hat somit versucht, eine individualisierte Botschaft nur an Sie zu richten, mit der Intention, hervorzustechen und Ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Das Ziel dabei – das wissen Sie – Sie zum Kauf zu bewegen.

Sephora personalization
Unser Kunde Sephora hat seine Website für Mitglieder und Nicht-Mitglieder des Sephora Kundenprogramms entsprechend personalisiert und konnte so die Anzahl der Verkäufe auf der Website um 16% steigern.

Individualisierung im Detail

Sicherlich sehen Sie die Parallelen beider Marketingstrategien. Beide zielen darauf ab, dem Kunden das Gefühl zu geben, seine individuellen Wünsche und Interessen seien verstanden und wertgeschätzt. Beide respektieren den Ausdruck persönlicher Anforderungen, Geschmäcker und Erfahrungen. Das Gefühl, eine ganz spezielle Bindung zu einer Marke zu haben, kreieren sowohl Individualisierung als auch Personalisierung.

Wer sich die zu Beginn aufgeführte Definition der Generation Y genau zu Gemüte führt, kann verstehen, dass viele Unternehmen ausschließlich auf Individualisierung und Personalisierung zurückgreifen. Eine wichtige Rolle spielt aber auch, dass die Generation Y über klassische Marketingmethoden schlichtweg hinweg schaut und sie in vielen Lebenslagen einfach als zu abgelenkt gelten (Stichwort: Informationsüberflutung). Ebenso berücksichtigt das klassische Marketing nicht die Affinität der Generation Y für die Welt der Social Media und die schnelle Interaktion mit sozialen Netzwerken. So integrierte Burberry zum Beispiel einen Social Share Button im Produktanpassungseditor der Website. Jeder, der dort ein Produkt individualisiert, kann dort mit einem einfachen Klick seine eigene Kreation mit Freunden teilen – gezieltes Marketing für die Generation Y. Durch den offenen Zugang gilt das natürlich auch für User, die sich das maßgefertigte Produkt vielleicht gar nicht leisten können.

Burberry share my design
Auch User, die sich den maßgefertigte £1,295 Mantel gar nicht leisten können, haben auf der Burberry-Website die Möglichkeit, diesen auf sozialen Netzwerken zu teilen. So kann man sich individuell ausdrücken und das Unternehmen greift ohne Zusatzaufwand kostenlose Werbung auf Social Networks ab.
Quelle: Luxury Society

Wieso funktioniert die Individualisierung digital so gut?

In unserem Versuch, zu verstehen, warum die Produktindividualisierung von Usern so gut angenommen wird – nicht nur von Millennials – werfen wir einen Blick auf die Aussage der Customer Experience Psychologin Liraz Margalit. Dem TechCrunch erklärt sie, dass zwei Grundprinzipien bzw. Gedanken der User den Erfolg bestimmen: „Ich habe das gemacht, also gehört es zu mir“ und „Ich habe das gemacht, also ist es grandios“.

Ich habe das gemacht, also gehört es zu mir„, damit meint Margalit die Besonderheit, an einem Produkt mitzuwirken, wenn auch nur virtuell oder wie sie sagt: „Die Möglichkeit am Prozess aktiv mitzuarbeiten und diesen zu beeinflussen, führt zu einer emotionalen Bindung. Dem Konsumenten suggeriert das einen gewissen Besitzanspruch. Auch, wenn dieser juristisch gesehen gar nicht besteht.“ Anschließend bezieht sie sich auf eine Arbeit von Dan Arielys, der den sogenannten „Ikea-Effekt“ beschreibt. Dieser benennt das gesteigerte Wertschätzungsgefühl eines Konsumenten gegenüber eines Massenprodukts, wenn er daran (z.B. beim Entwurf oder dem Zusammenbau – daher „Ikea-Effekt“) aktiv mitgewirkt hat.

Ähnlich ist das Prinzip „Ich habe das gemacht, also ist es grandios“. Es bezieht sich auf den sogenannten Endowment-Effekt (Besitztumseffekt), der das Phänomen beschreibt, Dinge als wertvoller und hochwertiger zu empfinden, wenn wir sie besitzen. In diesem Zusammenhang erzählt Margalit von einer Studie an der Cornell University, die aufzeigte, dass Studenten grundsätzlich jene Produkte bevorzugten, die sie selbst besitzen bzw. einmal besessen haben, wenn auch nur kurz.

Was hat das mit unserer Untersuchung zu tun, was die Individualisierung für den E-Commerce so erfolgreich macht? Eine ganze Menge: Wer ein Produkt online individualisiert, hat zumindest eine kurze Zeit und eine gewisse Mühe damit verbracht, Anpassungen vorzunehmen. Dieser ganz persönliche Input bindet laut dem, was wir aus dem Gespräch mit der Customer Experience Psychologin wissen, den User emotional an das Produkt. Somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser den Kaufprozess wirklich abschließt, bedeutend höher als in jedem anderen E-Commerce Szenario. Auch die Chance, einen höheren Preis erfolgreich verlangen zu können, steigt hier für den Anbieter.

Dieser psychologische „Trick“ als Zusatz zu den begünstigenden Eigenschaften der Generation Y, die wir zu Beginn kennengelernt haben, macht die Individualisierung zu der idealen Marketingmethode für Millennials.

Joseph Pine BBC

Personalisierung im Detail

Millennials fordern ein kundenorientiertes Einkaufserlebnis. Ein Erlebnis, bei dem sie sich geschätzt und besonders fühlen. Ob im Ladenlokal oder online – das aktive Interesse am Käufer bindet Kunden. Das bringen Anbieter am besten zum Ausdruck, indem sie Ihre Kundengruppe ganz genau unter die Lupe nehmen – Stichwort Daten – und alle gesammelten Informationen für eine personalisierte Kundenansprache sinnvoll einsetzen.

– Tom McGee, Forbes 2017

Die Individualisierung wird von den Usern bestimmt. Mit Personalisierung bringen Unternehmen hingegen gezielt einen gesteigerten Wert in ein Produkt- oder Serviceangebot. Der Anbieter bestimmt die Personalisierungsmaßnahme.

Personalisierung und Privatsphäre sind ein wichtiges Thema. Der „digital Native“ Status, sicherlich aber auch der allgemeine „Ich, ich, ich“-Tenor, den man der Generation Y nachsagt, verhelfen der digitalen Personalisierung zu großem Erfolg: 63% der Millennials und 58% der Generation X (also die Generation vor Y) sind mit der gezielten Verwendung ihrer Daten vollkommen einverstanden. Das lässt viele Marketingherzen höher schlagen.

Salesforce personalization
Quelle: Salesforce

Die Zustimmung zur Datenverwendung ist die wichtigste Voraussetzung für die Ausspielung maßgeschneiderter Inhalte. Maßgeschneiderte Inhalte sind die wichtigste Voraussetzung für gesteigerte Conversion Rates. Sie sehen, wie sich der Kreis schließt und was die Personalisierung im Marketing so beliebt macht.

Dabei kann die Personalisierung einer Website von einfachen Ansätzen, zum Beispiel die Segmentierung einer Marketing-E-Mail nach Branche, bis zu komplexeren Methoden reichen: On-Site Marketing-Kampagnen oder individuelle Inhalte durch eine komplette Website hinweg. Zu wissen, welche Vorgehensweise für Ihre individuellen Geschäftsziele bei der Generation Y am besten ankommt, bedarf in der Regel dem ein oder anderen Versuch und etwas Inspiration durch andere, letztendlich spielt aber auch Ihre Branche und Ihr Produkt eine ausschlaggebende Rolle in der Auswahl. Hier finden Sie ein paar Ideen:

eMarketer Personalization
Quelle: eMarketer

Vom dem Prinzip „Je maßgeschneiderter, desto besser“ einmal abgesehen: Gibt es psychologische Referenzwerte, die erklären, warum Personlisierung zu höheren Conversion Rates führt?

Die kurze Antwort lautet „Ja“. Und zwar gibt es eine spannende Studie der University of Texas, die HubSpot vor einiger Zeit mal aufgriff. Wie sie erklären, untersuchte die Studie die Effektivität digitaler Personalisierungsmöglichkeiten und führte diese einzig und allein auf das menschliche Bedürfnis nach Kontrolle und ausreichend Information zurück.

Von Natur aus wollen wir alles um uns herum unter Kontrolle haben. Die Website-Personalisierung bildet das Idealbild für diesen Wunsch. Sie sind auf Schnäppchenjagd nach Küchenutensilien bei Ihrem Lieblingsanbieter? Eine personalisierte Werbeanzeige, die alles vereint, wonach Sie suchen – günstige Preise und die richtigen Produktempfehlungen zum perfekten Zeitpunkt – kreiert unterbewusst ein Gefühl des „Imgriffhabens“. Als ob Ihre ganz individuellen Anforderung auf magische Weise automatisch erfasst und umgesetzt werden. Wer sagt dazu schon nein?

Auch in Sachen Informationsüberflutung – das Problem ist im heutigen Marketing allgegenwärtig – kann die Personalisierung Abhilfe schaffen. Sie begrenzt die Anzahl an Werbebotschaften, denen ein User ausgesetzt ist und einzelne Nachrichten stechen mehr hervor, indem sie gezielt den Wünschen und Interessen des Konsumenten entsprechen.

Fazit

Wir haben gelernt, dass Individualisierungs- und Personalisierungsmethoden in ihrer Umsetzung gänzlich verschieden sind, doch beide arbeiten mit dem tief verankerten Bedürfnis der Menschen nach Selbstausdruck und Anerkennung persönlicher Bedürfnisse – sowie der beschränkten Aufmerksamkeitsspanne der Millennials. Wer die Generation Y als potenziellen Kunden im E-Commerce erfolgreich ansprechen möchte, kann mit Produkt-Individualisierung und Website-Personalisierung weit kommen. Beide Methoden machen die Konsumenten zu einem Co-Produzenten des Produktwertes und setzen die für Millennials so wichtige Anerkennung der persönlichen Anforderungen ein.

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Heatmap: Was ist es und wie kann ich damit meine Webseite verbessern?

Wer eine Website betreibt und Gewinn erzielen möchte, der weiß: Die Krux liegt darin, die Aufmerksamkeit der Besucher auf dem Weg zur Conversion nicht zu verlieren. Wie Ihnen dabei eine Heatmap helfen kann, möchten wir heute genauer beleuchten.

Dennoch gibt es eine Menge Websites, auf denen eher wahllos mit den Mitteln der Website Optimierung experimentiert wird. Ein Beispiel: Dem Marketing-Team fällt auf, dass sich seit zwei Jahren nichts mehr auf der Website geändert hat. Schon werden ein paar Tipps, von denen man in einem Online-Artikel gelesen hat, auf die eigenen Seite umgemünzt und man fühlt sich gerüstet für die nächsten zwei Jahre.

So sollte es nicht laufen! Undurchdachte Änderungen auf Ihrer Seite sind der beste Weg:

  • die Conversion Rate zu senken
  • Absatz zu verlieren
  • Besucher abzuschrecken

Also verlassen Sie sich nicht länger nur auf Ihr Bauchgefühl, wenn es um Änderungen an Ihrer Webseite geht. Beginnen Sie lieber damit, datenbasierten Entscheidungen zu treffen. Klicken Sie hier, um zu diesem Thema mehr zu erfahren.

Denn eines steht fest: jede Website ist anders. Was bei Mark und Peter gut funktionert, funktioniert nicht unbedingt auch bei Ihnen.

Ihr Ziel: Ihre User sagen Ihnen selbst, was sich an Ihrer Website ändern sollte.
Und genau dafür gibt es Heatmaps.

Was ist eine Heatmap?

Heatmaps sind eine visuelle Darstellung von Aufmerksamkeit, Engagement und Interaktion Ihrer Besucher. Sie entstehen durch das Navigieren Ihrer User auf Ihrer Seite.

Sie können dank dieser Analyse eine Art Wärmebild Ihrer Website erstellen, welches die Bereiche hervorhebt, die die meiste Aufmerksamkeit bekommen oder die das meiste Engagement erzeugen.

So könnte eine Heat Map aussehen:

Warme Farben zeigen die Stellen, an denen die Aufmerksamkeit am größten ist und kalte Farben deuten auf die Bereiche Ihrer Webseite hin, die von Ihren Besuchern übersehen werden.

Nun können Sie analysieren, wie sich Ihre Besucher auf Ihrer eigenen Website verhalten und gezielte Änderungen vornehmen, um die Conversion zu steigern. Eine großartige Lösung oder nicht?

Lassen Sie sich von Ihren Usern die Bereiche zeigen, die noch verbessert werden können. Machen Sie einfach die entsprechenden Änderungen und messen Sie, wie gut sich diese auf Ihren Absatz auswirken – zum Beispiel mit A/B Testing.

Wann sollten Sie für Ihre Website eine Heatmap erstellen?

Heatmaps sind extrem hilfreich. Sie messen Aufmerksamkeit, Engagement und sogar die Zahl der Klicks auf Ihrer Website.

Um Ihnen ein paar konkrete Beispiele zu geben – hier sind einige Gründe, warum Sie Heatmaps nutzen sollten:

  • Engagement messen. Wenn Sie z. B. Online Artikel schreiben und wissen möchten, bis zu welchem Punkt Ihr Publikum eigentlich liest – benutzen Sie eine Heatmap. Diese kann Ihnen das Scroll-Verhalten Ihrer Leser zeigen, und auch wo sie interagieren. Falls Sie beispielsweise merken, dass nur ein kleiner Anteil bis zu Ihrem Call to Action scrollt, ist es Zeit für ein paar Änderungen.
  • Interaktion messen. Wo klicken meine Besucher? Klicken Sie auf die richtigen Felder? Mithilfe von Heat Maps können Sie herausfinden, ob Ihre Besucher die gewünschten Aktionen durchführen oder ob sie an einer bestimmten Stelle aufgehalten werden.
  • Aufmerksamkeit messen. Welche Headlines oder welche Bilder bekommen die meiste Aufmerksamkeit? Welche Elemente lenken von den wichtigeren Inhalten Ihrer Webseite ab? Sehen Ihre Besucher das Kontaktformular? Sobald Sie Antworten auf Ihre Fragen gefunden haben, können Sie schon die Änderungen durchführen, die Ihre Conversion Rate steigern werden.

Antworten auf die obigen Fragen zu finden, kann Ihnen außerdem helfen, noch mehr bohrende Fragen zu beantworten:

  • Wo sollten Sie Ihre wichtigsten Inhalte platzieren?
  • Was ist der beste Weg, Bilder und Videos einzubauen?
  • Wo werden meine Besucher abgelenkt?
  • Wo sollte ich über mein Produkt bzw. meinen Service sprechen?

Da Sie nun schon einiges über Heatmaps wissen, fragen Sie sich vielleicht, ob es mehrere Formen von Heatmaps gibt. Ganz richtig – die gibt es.

Welche Heatmaps sollten Sie nutzen?

Die meisten Heatmap Tools geben Ihnen eine Darstellung der User Interaktion aus verschiedenen Blickwinkeln.

Beziehen Sie sich auf alle zur Verfügung stehenden Darstellungen, um das Verhalten Ihrer Besucher bestmöglich erkennen zu können.

Heatmap oder Click Heatmap

Diese Form der Heatmap ermöglicht es, Aktionen auf Ihrer Webseite zahlenmäßig zu messen. Es ist eine visuelle Darstellung aller Klicks, die User auf Ihrer Seite tätigen. Dieses Bild stellt Ihnen sehr wertvolle Daten zur Verfügung, da Sie ganz genau sehen, wo die Leute auf Ihrer Webseite interagieren.

Jedes Mal, wenn ein Klick erfolgt, markiert die Heat map genau diese Stelle mit einem weißen Punkt. Wenn Sie große weiße Bereiche sehen, klickt hier der Großteil Ihrer Besucher.

Da Sie die „Hot Spots“ sehr schnell und deutlich identifizieren können, ist auch eine Analyse einfach: Klicken Ihre Besucher dort, wo Sie es sich wünschen?

Auf dem obigen Bild von Sumo sehen wir zum Beispiel schnell, dass „SHARE“ und „IMAGE SHARER“ die unbeliebtesten Bereiche sind.

Die Scrollmap oder „Content Analyse“

Die Scrollmap zeigt Ihnen, wie weit Ihre Website-Besucher herunterscrollen. Außerdem, welche Elemente die meiste Aufmerksamkeit auf sich ziehen und wo Ihre Besucher verweilen.

Mithilfe einer Scroll Map können Sie feststellen, ob Ihre User die richtigen Bereiche Ihrer Seite sehen oder ob sie von unwichtigen Elementen abgelenkt werden.

Schauen wir uns z. B. diesen Screenshot eines SEO-Artikels an. Wir sehen, dass das Bild und die zwei Zeilen darunter am beliebtesten sind: ca. 85 % der Besucher haben dieses Element gesehen.

Die „Percentage of Clicks“ Heatmap

Die “Percentage of Clicks” Heatmap ergänzt die klassische Heat Map. Mit ihr können Sie nachvollziehen, wie viele Klicks von jedem einzelnen Bild oder Element generiert wurden. Die Möglichkeit, Klicks pro Element quantifizieren zu können, ist extrem wichtig.

Es hilft Ihnen dabei:

  • Zu verstehen, wie wichtig einzelne Elemente für die User sind.
  • Zu vermeiden, dass Nutzer Bilder ohne Links anklicken.Percentage of click heatmap

Quelle: nguyenvincent.com

Die „Confetti“ Heatmap

Die Confetti Heatmap ist zwar ähnlich zu der klassischen Heat Map, doch ein Unterschied liegt darin, dass Sie jeden einzelnen Klick sehen können und nicht nur eine Dichte von Klicks. So können Sie genau erkennen, ob jemand versucht hat nicht-klickbare Bereiche anzuklicken – falls ja können Sie das Problem nun lösen.

Sie haben bereits einiges über Heatmaps erfahren. Aber es gibt noch eine weitere Art, das User-Verhalten zu analysieren: Eye-Tracking.

Der Unterschied zwischen Heatmaps und Eye Tracking

Während Heatmaps hauptsächlich die Mausbewegung und die Klicks der User aufzeichnet, analysiert das Eye Tracking ihre Blicke.

Der Vorteil des Eye Tracking ist, dass Sie tatsächlich nachvollziehen können, wie Besucher Ihre Seite anschauen, um die aufmerksamkeitsstärksten Bereiche Ihrer Webseite zu analysieren.

Während beim Heatmapping die warmen Farben nur den Bereich anzeigen, der die meiste Aufmerksamkeit bekommt.

So hilfreich das Eye-Tracking auch sein mag, es beruht auf einer Technologie, die wesentlich aufwändiger ist als die der Heatmaps. Dafür benötigt man spezielle Ausrüstung, die nur wenige Agenturen besitzen.

Wenn Sie interessiert an Eye Tracking sind: Es gibt Algorithmus-gestützte Lösungen wie Feng-Gui Feng-Gui oder EyeQuant, mit denen sie Eye Tracking durch Algorithmen simulieren können.

Die wichtigsten Heatmap Features

Wenn Sie auf der Suche nach einem Heatmap Tool sind, beachten Sie folgende Punkte:

  • Segmentierung nach Verhalten: Das Heatmap Tool sollte Ihnen ermöglichen, Heatmaps für bestimmten Besuchergruppen zu erstellen. Diese sollten Sie selbst nach bestimmten Zielgruppen- und Segmentkriterien bestimmen können (z. B. Neue Besucher, Besucher, die bereits Kunden sind, Besucher, die über Kampagnenlinks auf Ihre Seite gelangen …).
  • Heatmap Vergleich: Die Ergebnisse verschiedener Heatmaps (z. B. von unterschiedlichen Segmenten) sollten einfach miteinander vergleichbar sein.
  • Organisieren von Seiten-Vorlagen: Für jede Unterseite eine einzelne Heatmap zu erstellen, kann ziemlich aufwändig werden, wenn Sie Produktseiten analysieren wollen – davon hat man oft hunderte oder sogar tausende. Sie sollten also die Heatmap Ergebnisse von Seiten einer bestimmten Art zusammenfassen können.
  • Responsive Heatmaps: Das Heatmap Tool sollte auch auf Seiten funktionieren, die über ein mobiles Gerät aufgerufen werden. Aktivitäten auf mobilen Geräten wie Touch, Scrollen oder Swipen muss ebenfalls aufgezeichnet werden können. In Ihrer Analyse sollten Sie außerdem die Ergebnisse des Verhaltens und Navigierens Ihrer User von Mobile und Desktop Devices unterscheiden können, um die Daten richtig zu interpretieren.
  • Heatmap exportieren: Dank solch einer Funktion können Sie die Ergebnisse ganz einfach mit Ihren Kollegen teilen.
  • Dynamische Heatmaps: Sie sollten auch die Klicks auf dynamischen Elementen Ihrer Seite sehen können: Dropdown Menü, Slider, Carousel, mit AJAX oder JavaScrip framework wie React.js oder Angular.js. geladene Inhalte.
  • Rückwirkende Heatmaps: Hat Ihr Website Design sich seit der letzten Heatmap geändert? Eine Heatmap Lösung sollte die vorherigen Ergebnisse für die zu der Zeit aktuelle Website zeigen und nicht einfach auf das neue Design ummodeln – die Ergebnisse würden sonst verfälscht sein.

Steigern Sie Ihre Conversion Rate: Kombinieren Sie Heatmaps und AB Testing

Stellen wir uns einmal vor, Sie haben eine Heatmap genutzt, um besser zu verstehen, wie Ihre Website Besucher mit Ihrer Marke umgehen. Sie haben starke und schwache Stellen auf Ihrer Seite identifiziert und möchten nun die passenden Änderungen machen.

Frage: Wie können Sie messen, wie effektiv diese Änderungen am Ende sind? Dafür gibt es nur eine Lösung: AB testen Sie Ihre Veränderungen.

Die Idee dahinter ist, verschiedene Versionen Ihrer Webseite, Anzeigen, Landing Pages usw. zu erstellen, um deren jeweilige Performance zu vergleichen.

Durch das kombinieren von Heat Mapping und A/B Testing arbeiten Sie mit einer 3-Stufen-Methode:

  • Probleme identifizieren mithilfe von Heatmaps
  • Potentielle Lösungen mit A/B Testing prüfen
  • Die effektivste Lösung umsetzen

Laden Sie hier unseren kompletten Guide zum A/B Testing herunter.

Zum Abschluss noch ein Beispiel: auf dieser Website für Haushalts-Reparaturen lässt sich gut erkennen, dass die Aufmerksamkeit der User zwischen zu vielen Elementen hin- und hergerissen wird.

Insight: Die Aufmerksamkeit wird gestreut und die Conversion ist niedrig.

Mithilfe von AB Testing konnte das Unternehmen einige gezielte Änderungen vornehmen und so den Fokus der Besucher wieder auf den Call to Action richten.

Nach den Änderungen wurde eine zweite Heatmap erstellt.

Insight: Die Aufmerksamkeit konnte wieder auf die Telefonnummer und den wichtigsten CTA gerichtet werden und somit das Ziel der Conversion Steigerung erreicht werden.

Wir fassen zusammen:

Nutzen Sie Heatmaps und AB Testing, um:

  • Besucherverhalten und Engagement zu analysieren
  • Starke und schwache Bereiche Ihrer Webseite aufzudecken
  • Gezielte Wege zur Steigerung der Conversion Rate zu finden
  • Die Lösungswege zu testen, bis Sie Ihre Conversion Rate ansteigen sehen

Seien Sie Ihren Mitbewerbern immer eine Conversion voraus!


Unverbindliche Webdemo

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Wie Sie Ihren durchschnittlichen Warenkorbwert steigern!

Der durchschnittliche Warenkorbwert (auch Average Order Value genannt) ist für E-Commerce Websites der KPI schlechthin. Jedes Mal, wenn Kunden in Ihrem Online-Shop etwas kaufen, variiert der Einkaufswert. Das Prinzip des durchschnittlichen Warenkorbwertes besteht darin, zu ermitteln, wie viel jedoch im Durchschnitt für Ihre Produkte ausgegeben wird.

Sie betreiben eine E-Commerce Website? Mit dieser Checkliste vermeiden Sie Warenkorbabbrüche und steigern Ihren Umsatz!

Durchschnittlichen Warenkorbwert berechnen

Um den Average Order Value zu bestimmen, teilen Sie Ihren Umsatz durch die Anzahl der Bestellungen.

Wie Sie den durchschnittlichen Warenkorbwert berechnen

Wenn Sie Ihren Bestellwert berechnen, bedenken Sie bitte, dass das Ergebnis den durchschnittlichen Warenkorb pro Bestellung, nicht pro Kunde, beschreibt. Das ist ein wichtiger Unterschied. Der monetäre Wert einer Online-Bestellung berücksichtigt die anderen Verhaltensweisen Ihres Kunden nicht. Dazu müssen Sie den Client Lifetime Value betrachten.

Hier ein Beispiel: Wenn Sie ausschließlich den durchschnittlichen Warenkorbwert betrachten, werden Sie nicht bemerken, dass 20 % Ihrer Kunden mindestens einmal im Monat, also sehr regelmäßig, bei Ihnen kaufen. Mit dieser Information könnten Sie aber ganz spezielle Kundenbindungsmaßnahmen erstellen und so Ihren Gesamtumsatz steigern.

Die Erkenntnis durch den durchschnittlichen Warenkorbwert ist also in gewisser Weise begrenzt, doch einige Muster in Ihrem Kundenkreis lässt er durchaus erkennen.

Nehmen wir an, dass Sie auf Ihrer Website besondere Duftkerzen verkaufen. In Ihrer Produktpalette finden sich Kerzen für 12 Euro, 15 Euro, 19 Euro und 25 Euro. Ihr Jahresumsatz beläuft sich in diesem Jahr auf 95.000 Euro und Sie konnten 5.550 Bestellungen verzeichnen.

Die zuvor erläuterte Formel kommt zum Einsatz und so ermitteln Sie, dass Ihr durchschnittlicher Warenkorbwert bei 17 Euro liegt. Mit folgenden Informationen können Sie nun arbeiten, um diesen Wert langfristig zu erhöhen:

  • Ihre günstigeren Kerzen werden am häufigsten gekauft.
  • Ihre Kunden kaufen in der Regel nur eine Kerze, nicht mehrere.

Da die teureren Kerzen in Ihrem Sortiment jedoch den meisten Profit bringen, wissen Sie nun also, dass Sie genau hier ansetzen müssen: mit Marketingkampagnen, Sonderaktionen und gezielter Bewerbung der teureren Kerzen.

Wenn Sie durch diese Maßnahmen den durchschnittlichen Warenkorbwert erhöhen, steigern Sie Ihren ROI und Ihre Marge.

Ist Ihr durschnittlicher Warenkorbwert zu niedrig?

Diese Frage stellt sich wohl jeder, der im E-Commerce sein Geld verdient. Sie vermutlich auch, wenn Sie den Artikel bis hier hin bereits gelesen haben.

Entwicklung des durchschnittlichen Warenkorbwertes in Europa

Durchschnittlicher Warenkorbwert in Online-Shops nach ausgewählten Ländern und Regionen im Jahresvergleich (in Euro) Quelle: https://www.statista.com

Ein Blick auf das Diagramm zeigt: Der durchschnittliche Warenkorbwert auf europäischen E-Commerce-Seiten ist seit 2008 gesunken. Ein Trend, der bis heute anhält. Warum ist das so?

  • Geringe Versandkosten erlauben Kunden, häufiger einzelne Bestellungen zu tätigen und weniger auf einmal zu kaufen.
  • Die E-Commerce-Branche ist heute gesättigt und die Konkurrenz für Anbieter wächst mit jedem Tag.
  • Große Online-Versandhändler haben in den letzten 10 Jahren die Preise „gedrückt“.

Statistiken zeigen auch, dass der durschschnittliche Warenkorbwert je nach Branche total unterschiedlich ist.

Die Abweichungen im Bestellwert begründen sich aber hauptsächlich in den Preisunterschieden für Produkte oder Serviceleistungen. Eine Reise von Köln nach New York durch ein Online-Reisebüro liegt natürlich in einem ganz anderen Preissegment als ein T-Shirt in einem Online-Shop.

Wie (einfach) kann ich meinen durchschnittlichen Bestellwert erhöhen?

Es gibt verschiedene Vorgehensweisen, um Ihren Warenkorbwert zu steigern.

Sie können Ihre Website-Besucher animieren, mehr zu kaufen und die Anzahl der Produkte, die in den Warenkorb gelegt werden, zu steigern – oder den Preis Ihrer einzelnen Produkte erhöhen.

Wofür Sie sich entscheiden, hängt von Ihrer Branche und dem Aufbau Ihres Sales Funnels ab.

Das oberste Ziel sollte aber sein, die Customer Journey auf Ihrer Website so angenehm wie möglich zu gestalten, die User zeitgleich aber dazu zu bewegen, so viel wie möglich zu kaufen. Wir raten Ihnen, Ihre Kunden in drei Gruppen aufzuteilen. Diese basieren auf der Häufigkeit des Einkaufs und dem Wert der Bestellungen:

  1. Hoch
  2. Mittel
  3. Niedrig

Wenn Sie Ihren Kundenstamm so organisieren, können Sie für jede Gruppe gezielte Kampagnen aufsetzen und jedem Segment individuelle Anreize bieten.

Für Kunden aus der Gruppe „Hoch“, können Sie Prämienprogramme entwickeln und User für Einkäufe ab einem bestimmten Warenkorbwert belohnen und so zusätzlich an Ihre Marke binden.

8 Tipps, mit denen Sie Ihren durchschnittlichen Warenkorbwert steigern

  1. Up-Selling. Nachdem User etwas in ihren Warenkorb gelegt haben bzw. wenn diese im Check-Out-Prozess angelangt sind, bietet sich Ihnen die Gelegenheit, ein höherwertiges Produkt oder eine Dienstleistung vorzustellen.
  2. Cross-Selling. Bieten Sie Zusatzprodukte an, die zu Ihrer Produktpalette passen, um Kunden zu bewegen, noch weitere Artikel in den Warenkorb zu legen.
  3. Paketpreise. Bieten Sie attraktive Paketpreise an, um den Bestellwert der Kunden zu erhöhen: z. B. ein 3-in-1 Paket, das dem Kunden eine X-prozentige Preisersparnis garantiert. Kommunizieren Sie die Vorteile klar und deutlich.
  4. Rabatte. Sonderaktionen für den Kauf mehrerer Items kann Ihren durchschnittlichen Bestellwert drastisch erhöhen. Bieten Sie zum Beispiel 30 %, wenn User vier anstatt nur eine Vanille-Duftkerze kaufen.
  5. Kostenloser Versand. Bieten Sie gratis Versand an. Wenn Sie keine kostenlose Lieferung abdecken können oder möchten, sollten Sie Ihren Kunden Aktionsphasen anbieten oder einen Mindestbestellwert für die kostenfreie Lieferung bestimmen.
  6. Rückgaberecht. Ja, Warenrückgabe ist für Anbieter lästig, für Ihre Kunden jedoch ein klarer Mehrwert. Eine faires Rückgaberecht, zumindest für hochpreisige Produkte, schafft Sicherheit bei hohem Bestellwert.
  7. Coupons. Coupons sind für einen gesteigerten durchschnittlichen Warenkorbwert vor allem dann dienlich, wenn Sie als Belohnung für eine bestimmte Bestellsumme bereitgestellt werden. „Kauf für mindestens 70 Euro ein, dann erhältst du einen 10 Euro Gutschein für deinen nächsten Einkauf.“ Das kann zusätzlich die Kundenbindung stärken und die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Einkaufs erhöhen.
  8.  Spendenaktionen. Unterstützen Sie eine Wohltätigkeitsorganisation und spenden Sie einen Teil Ihrer Einnahmen. Das kann Kunden dazu bewegen, einen höheren Einkauf zu tätigen.

A/B-Testing: Ihren durchschnittlichen Bestellwert so hoch wie möglich gestalten

Wenn es eine Sache gibt, die jedem E-Commerce-Anbieter auf die Nerven schlägt, dann ist es die Aufgabe, Änderungen auf einer Website zu quantifizieren.

Gehen wir davon aus, Sie führen in Ihrem Online-Shop einige Änderungen durch, um den durchschnittlichen Bestellwert der Kunden zu erhöhen. So ändern Sie zum Beispiel den „Zum Warenkorb hinzufügen“ Button und integrieren eine Sonderaktion für Einkäufe über X-Bestellwert. Nach einem Monat müssen Sie feststellen, dass sich Ihr durchschnittlicher Warenkorbwert leider nicht verbessert hat.

Da stellt sich die Frage: Waren die Änderung einfach nutzlos oder hatte die Änderung des Buttons vielleicht eine negative Auswirkung und hat so den positiven Effekt der Sonderaktion zunichte gemacht?

Hier kommt A/B-Testing ins Spiel.

Wer ein entsprechendes Tool einsetzt, könnte an dieser Stelle genau ausmachen, welches Attribut zu welchem Ergebnis führte. Soll heißen: Sie können die Performance jeder einzelnen Änderung bis in das kleinste Detail messen und beurteilen. So könnten Sie nun guten Gewissens die Buttonänderung rückgängig machen, die Sonderaktion einsetzen und sich in einem weiteren Monat über einen gesteigerten Warenkorbwert freuen.

In unserem kostenlosen E-Book haben wir alles für Sie zusammgefasst, was Sie über A/B-Testing wissen müssen.

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Wirksames A/B Testing: So verfassen Sie eine solide Testing-Hypothese

Eine zuverlässige Testing-Hypothese bildet die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen A/B Test. Eine Hypothese sauber auszuformulieren, erhöht die Chance auf ein effizientes Testing-Ergebnis und somit auf eine erfolgreiche Conversion Rate Optimierung Ihrer Webseite. Worauf man bei der Formulierung einer soliden Hypothese achten sollte, erfahren Sie in diesem Artikel.

Bestandsaufnahme und Analyse

Testing-Hypothesen erfolgen anhand der bereits gewonnen Daten in Ihrem Unternehmen. Es ist daher zunächst relevant, wie sich Besucher auf Ihrer Webseite verhalten und welche Daten Sie zur Ermittlung des Nutzerverhaltens heranziehen können. Analytics Tools, wie zum Beispiel das Session Recording, Heatmap Funktionen, Wettbewerbsanalysen, Kundenumfragen oder Callcenter-Befragungen können Ihnen dabei helfen, geeignete Datenquellen zu identifizieren und das Verhalten Ihrer Kunden zu untersuchen. Ziel einer solchen Analyse ist es, die Elemente Ihrer Webseite zu erkennen, an denen Optimierungsmaßnahmen nötig sind. Mit anderen Worten: Finden Sie heraus, an welcher Stelle Ihre Nutzer Probleme auf Ihrer Webseite haben, bei welchen Schritten Besucher abspringen oder wo User nicht ausreichend klicken.

Doch wie kann das Verhalten Ihrer Kunden beim Besuch Ihrer Webseite generell beeinflusst werden? Welche Faktoren sind aus Kundensicht relevant, um eine Conversion durchzuführen? Es existieren viele Modelle und Herangehensweisen, um Testing-Hypothesen aufzustellen. Eines der meist verwendeten Modelle ist das LIFT Modell:

Das Modell basiert auf dem Leistungsversprechen Ihres Unternehmens: Welchen Mehrwert bietet Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung für Kunden? AB Tasty benutzt die LIFT Methode, um Conversion-Hindernisse seiner Kunden zu identifizieren, damit verbundene Herausforderungen (quantitativ/qualitativ) zu analysieren und so entsprechende Ziele zu definieren. Mithilfe dieser Methode kann das Nutzerverhalten auf Ihrer Seite besser bewertet und relevante Conversion Faktoren identifiziert werden. So lassen sich passende Testideen bestimmen und solide Hypothesen aufstellen. Hier die Bestandteile im Detail:

  • Relevanz: Entspricht die Seite den Erwartungen Ihrer Besucher? Findet der Nutzer, was er sucht?
  • Klarheit: Wie einfach ist es für Ihre Besucher, Ihr Leistungsversprechen und die erwartete Handlung (durch CTAs) zu verstehen?
  • Dringlichkeit: Gibt es Indikatoren, dass die gewünschte Handlung jetzt durchgeführt werden soll?
  • Ablenkung: Welche Elemente könnten Ihren Besucher von der primären Handlung ablenken?
  • Unsicherheit: Welche Bedenken, Ängste oder Zweifel könnte der Besucher haben, eine Handlung auszuführen?

Testkriterien aufstellen

Ein fester Kriterienkatalog wird den Formulierungsprozess Ihrer Hypothese beschleunigen. Stellen Sie also für Ihren Test relevante Kriterien zusammen. Neben individuellen Merkmalen, gibt es allgemein sechs Standardkriterien, wie eine Testing-Hypothese sein sollte: zum Einen überprüfbar, falsifizierbar, zielgerichtet, klar und präzise. Zum Anderen sollte die Hypothese nur einen Schwerpunkt setzen und als klare Behauptung verfasst werden.

Legen Sie als nächstes Ihre KPIs fest. Neben den bereits genannten Kriterien, ist die Definition Ihrer Leistungskennzahlen unerlässlich, um festgelegte Ziele messbar und damit kontrollierbar zu machen. Welcher KPI ist für Ihren Test relevant? Richten Sie Ihre KPIs nach dem Leistungsversprechen Ihres Unternehmens aus. Beispielsweise muss der gewählte KPI nicht direkt mit der Kaufrate verbunden sein, sondern zunächst mit der Anmelderate eines Newsletters oder Services. Bedenken Sie: Fehlerhaft gewählte KPIs können zu ungewollten Ergebnissen führen.

Testziele definieren

Konkretisieren Sie Ihre Ziele: Welches Element Ihrer Webseite muss verändert, hinzugefügt oder weggelassen werden, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen? Eine klare Abgrenzung und eine genaue Fokussierung ersparen Ihnen nicht nur Zeit, sondern definieren auch, welche Aussage am Ende zum Ergebnis geführt hat. Die Veränderung zu vieler Elemente kann die Gesamtaussage Ihres Tests verfälschen. Bestimmen Sie nur ein Element, das möglichst großen Einfluss auf das Besucherverhalten hat, um die Messbarkeit zu erhöhen und klare Testresultate zu erzielen.

Testing-Hypothese formulieren

Ihre ausformulierte Testing-Hypothese sollte die folgenden drei Fragen beantworten:

1. Welches Problem wurde identifiziert und welche Ursachen werden vermutet?
2. Wie sieht eine geplante Lösung aus?
3. Welches Ergebnis wird erwartet (in unmittelbarer Verbindung zu den KPIs)?

Ein Beispiel könnte folgendermaßen aussehen:

Situation: Vorab-Analysen zeigen eine hohe Absprungsrate bei dem Registrierungsformular in einem Online-Shop.
Vermutung: Die Länge des Formulars ist der Auslöser für die hohe Abbruchrate.
Ziel: Die Abbruchrate soll gesenkt werden.
Fundierte Hypothese: Wenn optionale Felder (wie z. B. Telefonnummer, Adresse etc.) weggelassen werden, dann wird die Anzahl der erfolgreichen Registrierungen verbessert, weil das Ausfüllen nun komfortabler und schneller ist.

Das Wichtigste in Kürze

Um eine zuverlässige Testing-Hypothese aufzustellen, ist es zunächst wichtig, die richtigen Daten zum Testen heranzuziehen. Mit entsprechenden Analytics Tools lassen sich diese schnell ermitteln. Wählen Sie als nächstes ein Optimierungsmodell, wie die LIFT Methode, und definieren Sie einen Kriterienkatalog zur Analyse relevanter Conversion Faktoren. Konkretisieren Sie Ihre Ziele im Anschluss und bestimmen Sie, welche Elemente verändert, hinzugefügt oder weggelassen werden sollen, um das gewünschte Resultat zu erzielen. Am Ende erfolgt die Ausformulierung Ihrer Testing-Hypothese. Als Faustregel gilt: Wenn Element X verändert wird, dann passiert Y, aus dem Grund Z (weil).

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UX Optimierung: Bessere User Experience = Bessere Conversion Rate?

Bessere User Experience = Bessere Conversion Rate?

Teil 1

User Experience und CRO:
Zusammenbringen, was zusammengehört

Mittlerweile ist es unmöglich, über Webseitenperformance zu sprechen, ohne die Begriffe „Conversion Rate Optimierung (kurz: CRO)“ und „User Experience (kurz: UX)“ zu verwenden. Obwohl beide Begriffe häufig verwendet werden, auf vergleichbaren Analysemethoden aufbauen und zu ähnlichen Ergebnissen kommen, sind CRO und UX letztendlich nicht dasselbe.

Schauen wir uns dazu die Definition im Lexikon an:

  • Unter dem Begriff Conversion Rate Optimierung (CRO) werden alle Maßnahmen zusammengefasst, die die Wertschöpfung von Internetportalen, meist Onlineshops, erhöhen. Conversion Optimierung steigert dadurch den Ertrag und den ROI.

Quelle

Mit CRO finden Sie heraus, an was Ihre Kunden interessiert sind und wie Sie ihnen genau das bieten. — @qualaroo

  • Die User Experience (abgekürzt UX) bezeichnet das Nutzungserlebnis eines bestimmten Produkts. Sie spiegelt Erfahrungen sowie auch Empfindungen und Gefühle einer Person während der Benutzung eines Produktes wider.

Quelle

Die theoretische Begriffserklärung liegt nun vor. Doch wie setzt man beide Phänomene effektiv und Gewinn bringend zusammen ein?

Warum ist die User Experience für Conversions so wichtig?

Das Ziel der UX ist, das Design einer Webseite klarer, übersichtlicher, einheitlicher und somit nutzerfreundlicher zu gestalten. In anderen Worten: Die Navigation auf einer Webseite sollte einfach und so angenehm wie möglich gemacht werden.

Obwohl der Begriff User Experience oftmals im Internetumfeld genutzt wird, kann dieser genauso auf alltägliche Erfahrungen in der realen Welt übertragen werden.

Hatten Sie schon einmal ein richtig gutes Einkaufserlebnis? Vielleicht gab es ein Produkt, das sich auf Anhieb kinderleicht bedienen ließ? War es ein besonders guter Kundenservice, der Sie betreut hat? Gab es vielleicht eine Webseite, auf der Sie sofort fanden, wonach Sie gesucht haben? Wie sieht es mit negativen Erfahrungen aus, die Sie frustriert, ungeduldig oder unzufrieden gemacht haben? Vielleicht ein Restaurant, bei dem Sie viel zu lange auf Ihr Essen gewartet haben? Eine Firma, die auf Ihre Anfrage oder Beschwerde nicht persönlich, sondern mit einer automatischen E-Mail reagiert hat?

All diese Erfahrungen lassen sich unter dem Begriff User Experience zusammenfassen: UX ist somit die Erfahrung, die ein User beim Umgang mit einer Webseite, einer Dienstleitung oder Ähnlichem sammelt.

Jetzt, wo deutlich geworden ist, was eine User Experience ausmacht, können wir uns damit auseinandersetzen, wie Sie die UX optimieren und Ihre Conversion Rate verbessern!

Ein User Interface ist wie ein Witz. Muss man ihn erklären, ist er nicht gut. – @MartinLeblanc

Die Kernaussage dieses Kommentars ist: Wenn Sie Ihre Webseite dem Besucher zunächst erläutern müssen und er die Navigation nicht von alleine erfasst, ist die Webseite nicht gut.

Ein Besucher, der ein Interface nicht versteht, wird Ihre Seite vor dem Kauf verlassen und kein Interesse haben, zurückzukehren. Warum auch? Ein Kunde, der von Ihrer Seite enttäuscht ist, ist ein verlorener Kunde.

User Experience + Conversion Optimierung: Wie funktioniert das zusammen am Besten?

Damit die Kombination beider Disziplinen funktioniert, müssen Sie zunächst alle Hindernisse bei der Conversion auf Ihrer Seite identifizieren. Unterziehen Sie Ihrer Webseite einem Test (A/B-Test oder Multivariater Test etc.) und optimieren Sie stetig. Stoppen Sie erst, wenn die Performance Ihrer Seite zu jedem Zeitpunkt einwandfrei ist. Ihre Testkampagnen sollten stets eine UX Optimierung im Fokus haben. Mit dem folgenden Praxisbeispiel lässt sich dies verdeutlichen:

Bei unserem Kunden MAIF, einem der führenden Versicherungsanbieter auf dem französischen Markt, war jede Aktion auf der Webseite, vom Ankommen auf der Seite bis hin zur Registrierung, in Mikro-Konversionen gegliedert. Neben anderen möglichen Conversion-Zielen, lag der Fokus des Unternehmens aber hauptsächlich auf dem Aufruf des Tarifrechners für Hausratsversicherungen durch die Besucher. Dieser Tarifrechner-Service war das Aushängeschild der Versicherung, der eine große Menge an Traffic generierte, jedoch zusätzlich optimiert werden sollte.

Wie unsere Experten feststellten, war das Formular „Kostenvoranschlag anfordern“ erst über den Button „Online registrieren“ erreichbar. Daraus wurde die Hypothese abgeleitet, dass die Wortwahl hier nicht klar auf einen Kostenvoranschlag, der sich eigentlich dahinter verbirgt, hindeutet und deshalb nicht von Kunden verstanden wird. Das Ergebnis: Sie klicken nicht. Der „Online registrieren“- CTA wurde somit in „Kostenvoranschlag anfordern“ umformuliert. Als unmittelbares Ergebnis konnte MAIF die Klickrate des CTAs um 89% steigern.

Optimierung User Experience und CRO

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine wirksame Seite, ob Web oder mobile, die richtige Kombination aus Conversion Rate Optimierung und einer sauberen User Experience ist. Beide Ansätze führen zum selben Endergebnis, sind zusammen aber unschlagbar.

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AB Tasty: A Great Place to Work

Bei dem frankreichweiten Wettbewerb ‚Great Place to Work‘ belegt AB Tasty den 4. Platz der attraktivsten Arbeitgeber aus Mitarbeiterperspektive

Zufriedene Mitarbeiter – Nicht nur in Frankreich

Die Mitarbeiterbefragung Great Place to Work zeigt: AB Tasty zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Arbeitsatmosphäre aus. Als viertplatzierter im Ranking der attraktivsten Unternehmen in Frankreich, freuen wir uns über die ausgezeichnete Bewertung aus den eigenen Reihen. Doch nicht nur in Frankreich verzeichnet AB Tasty glückliche und zufriedene Mitarbeiter. Mit weiteren Standorten in Köln, Berlin, London, Madrid, Sydney und New York ist AB Tasty an wichtigen Hotspots der Welt vertreten und von verschiedenen internationalen Einflüssen geprägt.

Im Umgang mit ihren Mitarbeitern zeigen sich die Gründer Alix de Sagazan und Rémi Aubert offen und modern. Kommunikation ist alles: Die Teams der verschiedenen Standorte organisieren sich durch regelmäßige Standup Meetings, wie das „Weekly DE“ Freitags in Köln und das große „Big up“ zu Beginn jeder Woche im großen Eingangsbereich des Pariser Office. Alle Mitarbeiter kommen zusammen, tauschen sich über Neuigkeiten aus und schildern ihre ganz eigene Sicht der Dinge. So herrscht ein stetiges Bewusstsein darüber, an was die Teamkollegen gerade arbeiten und welche Themen in anderen Abteilungen gerade behandelt werden. Dabei bilden die Distanzen zwischen den Standorten und unterschiedliche Zeitzonen (Köln – Sydney + 10 Stunden) zwar eine konstante Herausforderung, doch als eingespieltes internationales Team weiß AB Tasty diese zu meistern. Modernste Telekommunikations-Tools ermöglichen Videokonferenzen auch über eine Entfernung von 16.570,15 km zwischen Sydney und Köln.

Nicht immer dreht sich bei AB Tasty alles um die gleichnamige SaaS-Lösung. In regelmäßigen Abständen stehen Teamevents auf dem Programm. So kamen beim großen Seminar im September 2016 die Mitarbeiter aller Standorte zusammen und paddelten im sonnigen Frankreich um die Wette. Zwei Tage verbrachten alle zusammen im Center Parc, die Mitarbeiter lernten sich besser kennen und neue Freundschaften entstanden. Bei Events dieser Art zeigt sich, wie bunt gemischt die AB Tasty „Truppe“ ist: 110 Mitarbeiter, 24 Nationalitäten und Standorte in 6 verschiedenen Ländern. Du möchtest deine Kollegen im sonnigen Madrid besuchen? Los geht’s, denn bei AB Tasty kann jeder Mitarbeiter ein mal im Jahr für ein paar Tage an einem anderen Standort arbeiten und die Gelegenheit nutzen, Angelegenheiten persönlich zu besprechen.

AB Tasty wächst rasant und ist stets auf der Suche nach Verstärkung

AB Tasty wurde 2011 gegründet und ist eines von 48 Startups, die von der Organisation French Tech als besonders innovativ anerkannt und dafür mit dem Bpifrance Excellence-Siegel ausgezeichnet wurden. AB Tasty bringt sehr unterschiedliche Talente zusammen. Ob neugieriger IT-Newcomer, erfahrene Conversion-Expertin oder begeisterter E-Commerce-Manager – bei uns kann jeder seine Stärken einbringen und uns auf unserem Weg in die digitale Zukunft tatkräftig unterstützen. Bewirb dich jetzt! Unsere offenen Stellen findest du hier.

Über AB Tasty

AB Tasty ist Europas führende All-in-one SaaS-Lösung zur Optimierung von On-Site-Konversionen und In-App-Messages. Unser intuitiver visueller Editor ermöglicht es Marketing Teams, Ideen zur Optimierung zügig umzusetzen, den Einfluss auf die Konversionsrate zu messen und so datenbasierte Entscheidungen zu treffen. Eine personalisierte Ansprache definierter Kundensegmente sowie eine Auswahl an Engagement-Widgets erweitern den Handlungsspielraum für ein perfektes Kundenerlebnis, ohne dafür auf IT-Ressourcen zurück greifen zu müssen. AB Tasty ist für Webseiten, responsive Sites und native Apps erhältlich. env-abtasty-newwebsite.kinsta.cloud

Alles weitere über AB Tasty erfährst du hier!

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A/B Testing: Wie man mit Flickering richtig umgeht

Beim Flicker-Effekt im A/B Testing sieht man für einen winzigen Moment die ursprüngliche Version einer Webseite, bevor diese durch die Inhalte der Testvariante ersetzt wird. Für das Flickering gibt es kein Allheilmittel und auch vermeintlich schnelle und innovative Lösungen des Problems sind nur begrenzt effektiv. Die gute Nachricht ist jedoch, dass es verschiedene Tipps und Tricks gibt, um das Einblenden einer Testvariante zu beschleunigen und das Flickering somit erfolgreich zu vermeiden.

Was bedeutet Flickering im Detail?

Sollte Ihnen der sogenannte Flicker-Effekt kein Begriff sein, sind Sie ihm dennoch mit hoher Wahrscheinlichkeit schon einmal begegnet: Eine Webseite wird geladen und nach wenigen Millisekunden werden für den Nutzer sichtbar die Änderungen einer Testvariante eingeblendet. Im Bruchteil einer Sekunde sieht man also erst die Original- und dann die Testvariante. Das Flickering wird als schlechte Nutzererfahrung gefürchtet, da es dem Besucher verrät, dass er sich gerade in einem A/B Test befindet.

Flickering kann bei der Anwendung von A/B Testing-Lösungen auftreten. Insbesondere dann, wenn während des Ladevorgangs einer Seite über ein JavaScript-Overlay Modifikationen eingeblendet werden. In den meisten Fällen bemerken die Besucher den Flicker-Effekt überhaupt nicht. Wenn eine Webseite jedoch eine längere Ladezeit benötigt oder auf umfangreichen, externen Ressourcen basiert, kann es dauern, bis Änderungen eingeblendet werden.  Es kommt zu einem kaum bemerkbaren Flackern: dem Flicker-Effekt.

Gibt es ein Geheimrezept, um Flickering zu vermeiden?

Einige Anbieter versprechen, innovative Techniken zu nutzen, um gänzlich „flickerfrei“ zu sein. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine neuartige Produkteigenschaft. Stattdessen werden gängige Vorgehensweisen beim A/B Testing genutzt, die auch den Anwendern aller anderen Testing-Tools zur Verfügung stehen.

Jede Methode zur Vermeidung des Flicker-Effekts stößt hierbei früher oder später an ihre technischen Grenzen. Wenn man sich unter den Marktführern umsieht, wird deutlich, dass die sogenannten „Wundermethoden“ mit jedem Tool nutzbar sind. Aus gutem Grund werden Sie allerdings nur als letzte Maßnahme eingesetzt, wenn zuvor keine andere Methode zur Vermeidung des Flickerings Erfolg hatte. Jede Webseite weist eine unterschiedlich starke Ausprägung des Flickering-Effekts auf, die stark von der individuellen Performance und der Einbindung des Javascript-Tags abhängt.

Doch wie funktioniert die angeblich so innovative Vermeidung des Flickerings überhaupt? Es handelt sich dabei um eine Content-Masking Methode. Der eingeblendete Inhalt einer Seite wird kurzzeitig versteckt, indem CSS-Properties, wie visibility: hidden oder display: none, für das Body Element eingesetzt werden. Diese CSS-Property versteckt den Content so schnell wie möglich (denn das Tag befindet sich im <head> Element der Seite). Bevor es wieder eingeblendet wird, bestand ausreichend Zeit, um alle Modifikationen der Testvariante anzuwenden. Dies verhindert den charakteristischen “vorher/nachher” Flicker-Effekt und ersetzt ihn mit einem “leere Seite/nachher” Effekt.

Wenn eine Seite Probleme beim Laden aufweist, birgt diese Methode jedoch das Risiko, dass der Nutzer für mehrere Sekunden (oder sogar komplett) auf einer leeren Seite verweilt. Ein weiterer Nachteil dieser Lösung des Flickerings besteht darin, dass der Eindruck erzeugt wird, die Seite sei nicht performant. Daher sollte die Wiedergabe des Inhalts nicht länger als maximal wenige Millisekunden dauern. Um im A/B Testing valide Ergebnisse zu erhalten, ist es ebenso wichtig, die verzögerte Wiedergabe des Inhalts an einer Kontrollgruppe zu testen. Dies vermeidet Verzerrungen durch die verschiedenen Ladegeschwindigkeiten in der Testauswertung.

Insgesamt ist das Content Masking nicht als Standardmethode zur Flickering-Vermeidung ratsam. Es ist zwar sehr schnell und einfach mit wenigen JavaScript Lines zu implementieren, doch wenn Ihre Modifikationen zu viel Ladezeit in Anspruch nehmen und Sie vermeiden wollen, dass Ihre Besucher von einer leeren Webseite begrüßt werden, gibt es noch alternative Anwendungsempfehlungen, um einen eventuell auftretenden Flickering-Effekt zu verringern.

Die folgenden Handlungstipps können dazu beitragen, Modifikationen schneller einzublenden und die Auswirkung des Flickerings so gering wie möglich zu halten.

Wie kann das Flickering begrenzt werden?

  1. Optimieren Sie die Ladezeit Ihrer Seite mit allen verfügbaren Mitteln: Seitencaching, Kompressionen, Bildoptimierung, CDNs, parallele Abfragebearbeitung mit dem HTTP/2 Protokoll etc.
  2. Platzieren Sie den Tag der Testinglösung so weit oben wie möglich im <head> Element des Quellcodes und vor umfangreichen externen Ressourcen (wie z. B. Web-Schriftarten, JavaScript Bibliotheken etc.)
  3. Nutzen Sie die synchrone Version des AB Tasty Skripts, nicht die asynchrone.
  4. Nutzen Sie keinen Tag Manager, um die Tags Ihrer Lösung aufzurufen (z. B. Google Tag Manager). Diese Lösung erscheint im ersten Schritt aufwändiger, doch erlaubt dies eine bessere Kontrolle über die Tags und das Flickering.
  5. Verzichten Sie auf die jQuery Bibliothek im Tag, wenn Ihr Seitenprovider bereits eine eigene verwendet. Die meisten A/B Testinglösungen nutzen jQuery bereits. AB Tasty setzt die Technologie ebenfalls ein, sodass unsere Anwender den Transfer bereits um einige Kilobyte verringern können.
  6. Reduzieren Sie die Skriptgröße Ihrer Lösung, indem Sie inaktive Tests entfernen. Manche Lösungen laden alle Tests im Skript – unabhängig davon, ob diese aktiv sind oder nur als Entwürfe gespeichert sind. AB Tasty integriert nur aktive Tests im Skript. Wenn Sie dennoch eine hohe Anzahl aktiver Personalisierungen haben, empfiehlt es sich, diese permanent auf Ihrer Seite zu implementieren und sie in AB Tasty zu deaktivieren.
  7. Achten Sie auf die Art der Modifikationen. Das Hinzufügen umfangreicher Skripte oder Programmierungen erhöht den Flicker-Effekt.
  8. Nutzen Sie verstärkt Stylesheets. In der Regel ist es möglich, einen erwünschten visuellen Effekt mit Hilfe von Stylesheets zu erzielen. Sie können z. B. eine JavaScript Anweisung implementieren, die einem Element eine CSS-Klasse hinzufügt, wodurch die Klasse seine Komponente selbst modifiziert, anstatt über Skriptzeilen den Style zu ändern.
  9. Optimieren Sie Ihren modifizierten Code. Während sich Anwender in dem Versuch, Änderungen zu implementieren, durch den WYSIWYG-Editor klicken, fügen sie oft überflüssige JavaScript Anweisungen hinzu. Analysieren Sie den generierten Code im „Edit Code“ Tab und optimieren Sie diesen, indem Sie nicht notwendige Stellen entfernen.
  10. Stellen Sie sicher, dass die gewählte Lösung einen (oder mehrere) CDNs nutzt, damit das Skript mit Ihren Modifikationen so schnell wie möglich geladen werden kann – unabhängig davon, wo ein Besucher sich befindet.
  11. Für fortgeschrittene Nutzer: Fügen Sie jQuery Selektoren dem Cache als Objekte hinzu, damit diese nicht mehrfach im DOM reorganisiert werden müssen. Sie können Änderungen auch im JavaScript durchführen, insbesondere dann, wenn es um Elemente einer Klasse oder ID geht.
  12. Nutzen Sie Weiterleitungstests, jedoch nur, wenn diese sich nach einer Auswertung der Beziehung zwischen Modifikation und der Dauer der Testaufsetzung als sinnvoll erweisen.

Mit diesen Maßnahmen sollte das Flickering auf Ihrer Webseite nicht mehr bemerkbar sein. Wenn Sie zu einem der genannten Schritte Fragen haben, hilft unser Support-Team Ihnen gerne weiter.

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