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Der ultimative Leitfaden zur Kundenakquise

Ohne KundInnen kann kein Unternehmen bestehen. Das bedeutet, dass die Kundenakquise eine der wichtigsten Komponenten in einem Business Plan ist. Also, welche Strategie fahren Sie zur Kundenakquise? Wenn Sie keine haben, stehen Sie nicht alleine da. Viele Unternehmen haben keine – und genau hier wollen wir Ihnen heute helfen.

Die Wahrheit ist, dass es für viele Unternehmen einfacher ist, so weiterzumachen wie bisher (vor allem, wenn sie ein profitables Geschäft haben). Aber ohne einen definierten Prozess für die Kundenakquise werden Sie wahrscheinlich etwas verpassen. Der beste Weg, Ihren KundInnenstamm schneller zu vergrößern, ist eine gut durchdachte Strategie. Lesen Sie weiter und finden Sie heraus, wie Sie eine solche Strategie entwickeln können.

In diesem Artikel greifen wir folgende Punkte auf:

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Was ist Kundenakquise?

Die Kundenakquise lässt sich einfach definieren: Es sind die Schritte, die Sie unternehmen, um neue KundInnen zu gewinnen. Wenn Sie ein Unternehmen führen und bereits KundInnen haben, dann sind Sie bereits mittendrin in der Kundenakquise. Aber ohne eine Strategie sind Sie nicht so effizient, wie Sie es sein könnten.

Die Strategie der Kundenakquise beschreibt den Ansatz, den Sie auf Basis Ihrer Kenntnisse über Ihren Zielmarkt, verfolgen. Diese Strategie definiert die Beziehung, die Sie mit Ihrer Zielgruppe aufbauen, von der ersten Kontaktaufnahme bis hin zu Ihrem KundInnenbindungsplan.

Richtig umgesetzt, hilft Ihnen eine Strategie zur Kundenakquise, Aufmerksamkeit zu erregen, mehr potenzielle KundInnen zu konvertieren und sie dann zu halten. Eine beständige KundInnen-Pipeline ist für das Wachstum Ihres Unternehmens und der Gewinne äußerst wichtig.

Bevor Sie beginnen, müssen Sie etwas Vorarbeit leisten um eine gute Grundlage zu schaffen. Sie müssen wissen, wer Ihre KundInnen eigentlich sind und wie Sie ihnen helfen können. Hier sind einige Fragen, die Sie sich über Ihre Zielgruppe stellen sollten:

  • Welche demografischen Merkmale haben die KundInnen (z. B. Alter, Geschlecht, Beruf)?
  • Was sind ihre größten Probleme und mit welchen Herausforderungen werden sie konfrontiert?
  • Wie kann Ihr Produkt oder Ihr Service helfen, diese Probleme zu lösen?
  • Wo verbringen sie ihre Zeit?
  • Wie suchen sie online nach Informationen?
  • Welche Werte vertreten sie? Was ist für sie wichtig?

Je mehr Sie über Ihre Zielgruppe wissen, desto effektiver wird Ihr Prozess der Kundenakquise. Um die besten Ergebnisse zu erzielen, sollten Sie dem Erstellen dieser Grundlage Zeit widmen, bevor Sie zur Strategieentwicklung übergehen.

 

Strategien zur Kundenakquise

Sobald Sie Ihre Zielgruppe kennen und verstehen, müssen Sie entscheiden, auf welche Plattformen zur Kundenakquise Sie den Fokus setzen wollen. Es ist eine gute Idee mehr als eine Plattform auszuwählen. Sie sollten jedoch sicher sein, die erforderlichen Kapazitäten zu haben, um alle ausgewählten Plattformen gut managen zu können. Solange Sie kein Marketingteam eigens dafür haben, werden Sie vermutlich nicht alles machen können. Das Kunststück besteht darin, die Plattformen zu wählen, die Ihre Zielgruppe am ehesten erreichen. Hier die beliebtesten und effektivsten Strategien:

 

1. Content Marketing

Content Marketing ist der Eckpfeiler vieler Strategien zur Kundenakquise. Dabei geht es um die Erstellung von Inhalten, die sich mit den Interessen und Herausforderungen Ihrer ZielkundInnen befassen.

Diese Methode ist eine der besten Möglichkeiten, die Bekanntheit der Marke aufzubauen, Vertrauen zu schaffen und BesucherInnen auf Ihre Website zu führen. Content Marketing steigert auch die Effizienz vieler anderer Strategien, auf die wir später noch genauer eingehen werden.

Kundenakquise Strategie

Inhalte erstellen, die die Bedürfnisse und Wünsche Ihrer ZielkundInnen ansprechen (Quelle)

 

Blogbeiträge sind die meistverbreitete Form von Content Marketing. Sie können jedoch auch viele andere Arten von Inhalten erstellen. Welcher Ansatz der richtige ist, hängt von Ihrer Zielgruppe ab: Welche Art von Inhalt wird am wahrscheinlichsten von ihr konsumiert? Hier einige weitere Beispiele für verschiedene Content-Typen, die Sie erstellen können:

 

Das Wichtigste ist, dass alles was Sie erstellen, Ihren KundInnen im Endeffekt zugute kommen sollte. Auf diese Weise demonstrieren Sie, dass Sie Ihre Zielgruppe verstehen und ihr bei der Lösung ihrer größten Herausforderungen helfen können.

Nicht alles, was Sie produzieren, sollte jedoch Werbecharakter haben. Eine Content-Marketing-Strategie ist dann am besten, wenn sie den Leser fesselt. Vergessen Sie nicht: Menschen haben nicht gerne den Eindruck, man verkaufe ihnen etwas – sie möchten sich verstanden und wahrgenommen fühlen.

Häufig ist Ihr Content die Stelle, an der eine Person zum ersten Mal mit Ihrem Unternehmen in Kontakt tritt. Ziel hier ist es nicht unbedingt, in dieser Phase etwas zu verkaufen, sondern den potentiellen Kunden bzw. die potentielle Kundin in Ihren Funnel zu führen, in dem Sie neue KundInnen gewinnen.

 

2. Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Die Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist eine weitere beliebte Strategie zur Kundenakquise. Sie lässt sich gut mit Content Marketing verbinden und trägt dazu bei, dass Ihre Zielgruppe Ihre Inhalte entdeckt. Genau genommen empfehlen wir jedem, der Inhalte erstellt, SEO in Betracht zu ziehen!

Machen Sie sich Gedanken zu folgenden Punkten: Wenn Sie eine Information suchen, wo machen Sie das? Für die meisten von uns ist die Suchmaschine die erste Anlaufstelle. Wir geben unsere Anfrage in das Suchfeld ein und klicken auf eines der ersten Ergebnisse, um die Antwort zu erhalten. Wie oft gehen Sie bei der Suche über die erste Seite hinaus? Wahrscheinlich selten – wenn überhaupt.

Dieses Szenario macht deutlich, weshalb SEO für die Akquise neuer KundInnen so wichtig ist. Die meisten Menschen gehen genauso vor, wenn sie Informationen suchen. Den Content zu optimieren, den Sie bereits zur Beantwortung der Fragen Ihrer Zielgruppe erstellen, ist der beste Weg, hieraus Kapital zu schlagen.

Um Ihren Content zu optimieren, müssen Sie verstehen, wie die Algorithmen der Suchmaschinen funktionieren. Das Wichtigste ist, nicht zu vergessen, dass alle Suchmaschinen dasselbe Ziel verfolgen, auch Google: Sicherstellen, dass sie den Menschen die besten Antworten auf ihre Anfragen geben.

Diese allgemein gültige Tatsache bedeutet, dass Sie in erster Linie den Fokus darauf legen sollten, tadellose Inhalte für Menschen und nicht für Algorithmen zu erstellen.

SEO KundInnen gewinnen

Bei jeder Erstellung von Inhalten sollte SEO berücksichtigt werden (Quelle)

 

Im Anschluss können Sie Ihre Arbeit optimieren, damit die Algorithmen wissen, dass es sich um qualitativ hochwertigen Content handelt, der die Fragen Ihrer Zielgruppe beantwortet. Weitere Faktoren, die auf eine gute Platzierung Ihres Contents Einfluss nehmen:

  • Die richtigen Keywords verwenden
  • On-Site-Optimierungen (z. B. Seitengeschwindigkeit, Metadaten)
  • Link-Erstellung (sowohl intern als auch extern)
  • Domain Authority
  • Wie Website-BesucherInnen mit Ihren Inhalten interagieren (z. B. wie lange sie auf der Seite bleiben)

 

3. E-Mail-Marketing

Vielen Unternehmen gelingt es nicht, Website-BesucherInnen in zahlende KundInnen zu verwandeln. Das Aufkommen der BesucherInnen auf Ihrer Website ist zwar respektabel, aber die Verkaufszahlen sind zu niedrig? E-Mail-Marketing kann für dieses Problem eine ausgezeichnete Lösung sein.

Sie gewinnen oftmals keine Kunden sofort bei ihrem ersten Besuch Ihrer Website. Deshalb müssen Sie einen Weg finden, um in Kontakt mit den BesucherInnen zu bleiben, die Interesse an Ihrem Content zeigen. Obwohl es hier auch andere Möglichkeiten gibt, wie z. B. Retargeting-Werbung, ist E-Mail-Marketing oft die bevorzugte Lösung, um die Kosten für die Kundenakquise niedrig zu halten.

Ein großer Vorteil von E-Mail-Marketing ist Ihre Unabhängigkeit von externen Anbietern, um Ihre Zielgruppe zu erreichen. Sobald Sie die E-Mail-Adresse potenzieller KundInnen haben, haben Sie direkten „Zugang“ zu ihrem Posteingang. Mit ihrer Anmeldung haben die potenziellen KundInnen bereits ihr Interesse an Ihrem Content gezeigt. Das bedeutet, dass sie wahrscheinlich auch an Ihrem Produkt oder Ihrem Service interessiert sind.

Wie bei vielen anderen Strategien zur Kundenakquise ist es auch beim E-Mail-Marketing entscheidend, einen Mehrwert zu bieten. Es ist in Ordnung, E-Mails für Sales-Angebote zu senden … Aber das sollte nicht alles sein, was Sie Ihren AbonnentInnen senden. Halten Sie, zwischen Ihren Sales Pitches, das Engagement Ihrer KundInnen durch interessanten, informativen oder unterhaltsamen Content aufrecht. So stellen Sie sicher, dass sie Ihre E-Mails öffnen, wenn Sie tatsächlich etwas zu verkaufen haben.

 

4. Social Media Marketing

Die meisten Menschen sind regelmäßig mindestens in einem sozialen Netzwerk unterwegs, ob Facebook, Instagram oder LinkedIn. Der ständige Strom potenzieller KundInnen bedeutet, dass die sozialen Medien ein ausgezeichnetes Instrument sind, um neue KundInnen zu finden. Dies gilt für Menschen aller Demografien, Altersgruppen und Berufszweige.

Allerdings ist das nicht so simpel, wie viele annehmen. Soziale Medien sind kein einfacher Weg, um neue KundInnen zu gewinnen – Sie brauchen die richtige Strategie, die damit beginnt, sich ein umfassendes Bild über Ihren Zielmarkt zu machen. Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • In welchen sozialen Netzwerken ist Ihre Zielgruppe unterwegs?
  • Wie oft werden diese sozialen Netzwerke von der Zielgruppe genutzt?
  • Benutzt Ihre Zielgruppe Social Media zu bestimmten Zeiten?
  • Welche Art von Inhalten konsumiert Ihre Zielgruppe, wenn sie online ist?

 

Sobald diese Fragen beantwortet sind, können Sie beginnen, Ihre Strategie aufzubauen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, werfen Sie einen Blick auf die Social Media Accounts Ihrer Mitbewerber. Wann sind ihre FollowerInnen am aktivsten? Was kommt am besten an?

Soziale Medien eignen sich hervorragend, um Erkenntnisse über Ihre Zielgruppe zu sammeln. Wenn Sie sich die Zeit nehmen, um zu verstehen, wie diese Zielgruppe Social Media nutzt, können Sie Inhalte erstellen, die sie dazu bewegen, Ihre Website zu besuchen.

Zielgruppe Social Media

Welche Art von Inhalt konsumieren Ihre UserInnen in den sozialen Medien? (Quelle)

 

Neben organischen sozialen Medien können Sie im Rahmen Ihrer Social Media-Strategie auch bezahlte Werbung in Betracht ziehen. Werbeanzeigen auf Facebook sind zum Beispiel eine kostengünstige Möglichkeit, Ihre Zielgruppe zu erreichen. Da Facebook massenweise Daten über seine NutzerInnen gesammelt hat, können Sie Ihre Kampagnen mit den Targeting-Optionen gezielt auf die Personen ausrichten, von denen sie auch gesehen werden sollen.

 

5. Kostenpflichtige Werbeanzeigen

Die meisten bisher angesprochenen Strategien sind kostenlos oder erfordern nur minimale Investitionen. Wenn Sie über das notwendige Budget verfügen, können kostenpflichtige Werbeanzeigen eine gute Möglichkeit sein, Ihre Kundenakquise anzukurbeln.

Sie kann als eigenständige Strategie oder zusammen mit den anderen genannten Strategien eingesetzt werden. Zum Beispiel kann die Kombination von Content Marketing und kostenpflichtiger Werbung dazu beitragen, dass mehr Menschen auf Ihre Inhalte aufmerksam werden. Für die meisten Unternehmen ist es einfacher, KundInnen auf einen ansprechenden Content als auf eine Produktseite zu lenken. Deshalb kann Werbung für wichtige Blogbeiträge, die an Ihr Produkt oder Ihren Service anknüpfen, mehr Website-BesucherInnen generieren als eine Produktwerbung. Zusammen mit E-Mail-Marketing können Sie mit diesen Blogbeiträgen die Conversion Rate erhöhen. Sobald sich eine Person auf Ihrer E-Mail-Liste befindet, können Sie diesen Kontakt pflegen, bevor Sie ihm etwas verkaufen.

Sie können für Ihr Unternehmen auf unterschiedlichste Weise werben. Die beiden beliebtesten Instrumente sind Facebook-Anzeigen, die wir bereits angesprochen haben, und Google-Anzeigen.

Google Ads ist ein Werbedienst, den Sie für Suchmaschinenmarketing (SEM) nutzen können. Im Gegensatz zur Suchmaschinenoptimierung, die den Fokus auf organischen Verkehr aus Suchanfragen der NutzerInnen setzt, können Sie Ihre Website mit einer bezahlten Anzeige auf eine Spitzenposition unter den Webseiten platzieren, selbst wenn sie nicht organisch platziert wird.

Wie bei SEO ist auch hier eine gründliche Keyword-Recherche wichtig, damit Sie Ihre Anzeige auf die zutreffendsten Begriffe ausrichten.

 

6. Empfehlungsprogramme

Empfehlungsprogramme haben in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen und sind die perfekte Wahl, wenn Sie bereits einen treuen KundInnenstamm haben. Empfehlungsprogramme funktionieren dadurch, dass andere Menschen sie nutzen, um Ihrer Marke zum Wachstum zu verhelfen.

Sie müssen Menschen ein Incentive bieten, damit sie Ihr Unternehmen in ihren Netzwerken weiterempfehlen. Welches Incentive Sie anbieten, hängt von der Art Ihres Unternehmens ab. Beispielsweise eine Accountgutschrift, ein Freebie oder eine finanzielle Belohnung – was auch immer sich für Ihre Zielgruppe eignet.

Und was ist, wenn Sie Ihr Unternehmen gerade erst gegründet haben? Wenn Sie ein Empfehlungsprogramm einführen möchten, sollten Sie den Schwerpunkt auf Customer Experience setzen. Der Schlüssel zu einem effektiven Empfehlungsprogramm liegt darin, ein Unternehmen zu schaffen, von dem Menschen erzählen wollen.

Eine weitere Strategie, die sich gut für Empfehlungsprogramme eignet, ist Influencer-Marketing, d. h. Sie bitten Personen mit vielen FollowerInnen in den sozialen Medien, Ihr Produkt oder Ihren Service zu empfehlen. Manche InfluencerInnen verlangen im Gegenzug eine prozentuale Beteiligung an den Verkäufen, zu denen sie Ihnen verhelfen. Dies ist möglicherweise ein effizienter Weg, um eine neue Zielgruppe zu erreichen, vor allem wenn Ihr Account als Marke in den sozialen Medien nicht viele FollowerInnen hat. Um die besten Ergebnisse zu erzielen, sollten Sie sich vergewissern, dass InfluencerInnen mit ihren bestehenden Posts ein gutes Engagement verzeichnen.

 

7. KundInnenbindung

Sie dürfen nicht vergessen, dass Ihre Arbeit noch nicht erledigt ist, sobald Sie einen Verkauf verzeichnen. KundInnenbindung ist ein wesentlicher Bestandteil des Prozesses. Wie können Sie neu gewonnene KundInnen zu weiteren Käufen bewegen?

Viele der erwähnten Akquisestrategien können bei jeder oder jedem der einzelnen KundInnen hohe Akquisekosten generieren. Sie müssen die Zeit berechnen, die Sie oder Ihre MitarbeiterInnen für die Implementierung der Strategie aufwenden. Es kostet Zeit und Mühe, Inhalte zu erstellen, die zu Conversions führen – und Zeit ist Geld. Selbst wenn Sie den Fokus auf organische Akquisestrategien legen, um neue KundInnen zu gewinnen, müssen Sie sich diese erarbeiten!

Wenn KundInnen nur einmal bei Ihnen kaufen, wird sich dies später auf Ihren Gewinn auswirken, da Sie ständig neue KundInnen gewinnen müssen, um den Gewinn zu halten.

Loyale KundInnen

Wie können Sie neue KundInnen in treue KundInnen verwandeln? (Quelle)

 

Wenn Ihnen ernsthaft etwas am Wachstum liegt, müssen Sie Ihre KundInnen an sich binden und deshalb den Fokus auf Customer Experience legen. Was sollen Ihre KundInnen denken und empfinden, wenn sie ein Produkt Ihrer Marke nutzen? Wie gehen Sie mit Fragen oder Beschwerden um? Wie bringen Sie Ihre KundInnen erneut dazu, bei Ihnen zu kaufen?

Oft scheitert KundInnenbindung an Kleinigkeiten. Vergessen Sie bei der Suche nach Wachstum Ihres Unternehmens nicht die Basics. Behandeln Sie Ihre KundInnen gut. Dann werden auch Sie von ihnen gut behandelt.

 

Wie Sie Ihren Prozess der Kundenakquise aufbauen

Nachdem wir die wichtigsten Strategien erörtert haben, um KundInnen zu gewinnen, stellt sich nun die Frage, wie Sie das alles zu einem Ganzen zusammenfassen können.

Wenn Sie den Prozess für die Kundenakquise erstellen, sind viele Faktoren zu berücksichtigen. Wir empfehlen, den Prozess in folgende vier Schritte zu unterteilen:

 

Schritt 1: Erstellen Sie Ihren Funnel

Im ersten Schritt wird ein Funnel für die Kundenakquise erstellt. Denken Sie über die Customer Journey Ihrer KundInnen nach. In den meisten Fällen sollte sie oben am Funnel beginnen und über die Schritte nach unten verlaufen, die Sie im Vorfeld in Ihrer Strategie festgelegt haben.

Am oberen Ende des Funnels stehen die Strategien, mit denen Sie die Markenbekanntheit aufbauen und das Interesse an Ihrer Marke wecken wollen. Sie können die Bekanntheit Ihrer Marke zum Beispiel mit kostenpflichtigen Werbeanzeigen, durch SEO oder über die sozialen Medien bei Ihrer Zielgruppe steigern.

Dieser erste Teil des Funnels sollte zur nächsten Phase übergehen: Menschen auf Ihre Website bringen. Genau in diesem Schritt kann sich Content Marketing von Vorteil erweisen. Content, der eine Frage Ihrer idealen Kundin oder Ihres idealen Kunden beantwortet, wird einen Klick zu Ihrer Website auslösen. Wenn potenziellen KundInnen gefällt, was sie auf Ihrer Website finden, werden sie dort bleiben und weiterlesen.

Aber viele Menschen sind in dieser Phase noch nicht zum Kauf bereit. Daher sollten Sie in Ihrer Strategie ein Instrument einplanen, das sie über diesen Punkt hinaus bringt, und zwar sich mit Ihnen zu befassen. Zum Beispiel durch kostenpflichtige Retargeting-Anzeigen oder E-Mail-Marketing. Wenn Sie sich für E-Mail-Marketing entscheiden, sollten Sie Ihren LeserInnen auf Ihrer Website und in Ihren Blogbeiträgen eine Reihe von Möglichkeiten zur Anmeldung bieten.

Wenn potenzielle KundInnen diesen Teil Ihres Funnels erreichen, stehen die Chancen gut, dass sie an Ihrem Produkt oder Ihrem Service interessiert sind. Das Kunststück hier besteht darin, diese Leads zu pflegen und ihnen regelmäßig Kaufgelegenheiten zu bieten.

Entscheidend für den Aufbau eines Funnels ist, sich an Folgendes zu erinnern: Je mehr Menschen oben in Ihren Funnel kommen, desto mehr kommen auch am unteren Ende wieder heraus.

Aber abgesehen davon, muss jeder Teil des Funnels funktionieren, um diese überaus wichtigen Conversions zu erzielen. Vergessen Sie nicht, die Customer Experience bei allem, was Sie tun, in den Mittelpunkt zu stellen.

 

Schritt 2: Implementieren Sie Ihre Strategie

Sobald Sie diese Grundlagen geschaffen haben, ist es an der Zeit, Ihre Strategie zu implementieren. Erstellen Sie einen detaillierten Plan für jede Technik, die Sie einsetzen wollen.

Nachdem Sie sich ein klares Bild verschafft haben, was zu tun ist, ist es an der Zeit, den Plan umzusetzen!

Wichtig ist hierbei vor allem eines: Beständigkeit. Sie müssen kontinuierlich an Ihrer Strategie zur Kundenakquise arbeiten. Auch wenn Sie den Schwerpunkt darauf setzen, möglichst viele KundInnen zu binden, können Sie nicht vermeiden, dass KundInnen abwandern. Ein konsequenter Prozess der Kundenakquise sorgt für einen stetigen Zustrom neuer KundInnen. Diese neuen KundInnen bieten Ihnen dann einen Anhaltspunkt, um sich im Laufe der Zeit zu verbessern, während Sie Ihr Unternehmen weiter aufbauen.

 

Schritt 3: Bewerten Sie die Ergebnisse

Schritt drei ist wohl die am meisten unterschätzte Phase des gesamten Prozesses. Doch die Wahrheit ist, dass Sie wahrscheinlich nicht gleich alles beim ersten Mal richtig machen werden. Bei jeder Strategie zur Kundenakquise sind Tests notwendig und es werden Fehler gemacht. Selbst wenn Sie einen funktionierenden Plan haben … Sie können es immer noch besser machen.

Wenn Sie die besten Conversion Rates mit den niedrigsten Kundenakquisekosten (CAC) erzielen wollen, sind Analyse und Bewertung Ihrer Ergebnisse von ausschlaggebender Bedeutung.

Akquisestrategien

Verschiedene Strategien testen und bewerten, um die beste für Ihr Unternehmen zu finden (Quelle)

 

Um den Erfolg Ihrer Strategie zu bewerten, müssen Sie verschiedene Dinge wissen. Zum Beispiel:

  • Wie viele Personen treten in Ihren Funnel ein (z. B. Website-BesucherInnen)?
  • Wie viele Menschen konvertieren beim ersten Schritt (z. B. beim Anmelden für eine Mailingliste)?
  • Wie viele KundInnen haben Sie über Ihren Funnel akquiriert?
  • Wie viel gibt jede Kundin oder jeder Kunde im Durchschnitt aus?

 

Anhand dieser Daten können Sie die wichtigsten Kennzahlen ermitteln, z. B. Ihre Conversion Rates und die Kosten der Kundenakquise.

Sie könnten auch den Entschluss fassen, verschiedene Strategien zu testen und zu bewerten, bevor Sie sie in größerem Umfang durchführen. So können Sie beispielsweise mit verschiedenen Landingpages die Effizienz unterschiedlicher Kampagnenbilder oder gezielt eingesetzter Werbeanzeigen testen.

 

Schritt 4: Verfeinern und wiederholen

Wenn Sie wissen, was funktioniert und was nicht, haben Sie die Möglichkeit, Ihren Funnel zu verfeinern, damit er sogar noch besser funktioniert.

Auch wenn dies nun der letzte Schritt im Kundenakquiseprozess ist, wird Ihre Arbeit nie wirklich beendet sein. Ihr Funnel ist ein sich ständig ändernder Teil Ihres Unternehmens. Digitales Marketing ändert sich häufig: Was jetzt funktioniert, kann in ein paar Monaten nicht mehr funktionieren. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre Strategie regelmäßig überprüfen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Google nimmt beispielsweise regelmäßig Änderungen an seinem Algorithmus vor. Die meisten dieser Updates sind geringfügig und ändern nichts daran, wie Ihre Inhalte optimiert werden müssen. Aber in manchen Fällen können die größeren Updates dies verlangen.

Planen Sie jeden Monat etwas Zeit ein, um Ihre Ergebnisse zu prüfen, die notwendigen Änderungen vorzunehmen und die Performance Ihres Funnels zu testen.

Wenn die Conversion Rates bei Ihren Kampagnen nicht so gut sind wie erhofft, finden Sie in unserem Blogbeitrag zur Verbesserung der Conversion Rates weitere Hinweise.

 

Bereit, mehr KundInnen zu gewinnen?

Wenn Sie eine Strategie für die Kundenakquise entwickeln, rätseln Sie nicht länger und erstellen Sie einen Funnel, von dem Sie wissen, dass er Ihnen konstant neue KundInnen bringt. Brauchen Sie mehr Unterstützung, um Ihre Strategie richtig umzusetzen? Nehmen Sie mit uns Kontakt auf und erfahren Sie, wie wir Ihnen helfen können.

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Net Promoter Score (NPS): Ihr ultimativer Guide mit Antworten auf Was, Wie und Warum?

In einer Welt, in der KundInnen zunehmend versuchen, sich in eine Marke einzukaufen, anstatt nur von einer Marke zu kaufen, ist es entscheidend, dass Unternehmen Experiences schaffen, die KundInnen zu treuen Fans machen und sie sie nicht einfach als Geschäftsvorgänge betrachten.

KundInnenzufriedenheit allein reicht nicht mehr aus, um sich in der heutigen Wirtschaft zu behaupten. Heutzutage muss eine unerschütterliche KundInnenloyalität durch Authentizität und Transparenz gewonnen und gleichzeitig sollten Angebote und Aktionen mit einer Mission abgestimmt werden, die KundInnen anspricht.

Mit der Messung des Net Promoter Scores (NPS) gewinnen Unternehmen einzigartige Erkenntnisse darüber, wie VerbraucherInnen ihre Customer Journey auf unterschiedlichste Weise wahrnehmen. Unternehmen, die mit dem NPS KundInnenfeedback analysieren und Verbesserungspotenziale identifizieren, haben den Schlüssel zur Optimierung eines schnellen und effizienten Wachstums in der Hand.

In diesem Artikel erfahren Sie, warum die Messung des NPS für die nachhaltige Skalierung eines Unternehmens unentbehrlich ist, wie NPS-Feedback erfasst und berechnet wird und welche Best Practices für den Anstieg der Rücklaufquoten und erfolgreiche NPS-Kampagnen in Frage kommen.

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Was ist der NPS?

Beginnen wir mit einer kleinen Geschichte. Der Net Promoter Score wurde Anfang der 2000er Jahre von Fred Reichheld offiziell eingeführt und geprägt. Seitdem hat er sich gleichermaßen zu einer äußerst wertvollen Methodik für traditionelle Unternehmen und den Online-Handel entwickelt. Der Nutzen lässt sich durch die Verwendung von Daten erklären, um die KundInnentreue und ihren Einfluss auf die Performance des Unternehmens effizient zu berechnen – ein Faktor, der sich in der Vergangenheit nur schwer in großem Umfang messen ließ.

Skala NPS Berechnung

(Quelle)

 

Bei diesem System wird den KundInnen in etwa folgende Frage gestellt: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie unsere Marke/Produkt/Dienstleistung FreundInnen oder KollegInnen empfehlen? Die Antworten werden auf einer Skala von 0 bis 10 gemessen, von „absolut unwahrscheinlich“ bis „höchstwahrscheinlich“. Je nach Antwort werden die Befragten in eine der drei Kategorien eingeteilt.

  • Promoter (Score 9-10): Treue KundInnen, die immer wieder bei Ihrer Marke kaufen und sie im Freundes- und Familienkreis und/oder unter KollegInnen aktiv weiterempfehlen.
  • Passives (Score 7-8): KundInnen, die zufrieden sind oder normale Erfahrungen mit Ihrer Marke gemacht haben, sich aber auch leicht von Angeboten der Mitbewerber überzeugen lassen.
  • Detractors (Score 0-6): Unzufriedene KundInnen, die Ihrer Marke durch öffentliche Reklamationen und negative Mundpropaganda schaden können.

 

Um den endgültigen Net Promoter Score zu berechnen, ziehen Sie den Prozentsatz der Promoter vom Prozentsatz der Detractors ab. Die Kennzahl kann zwischen einem Tiefstwert von -100 und einem Höchstwert von 100 liegen. Der letzte Wert würde gelten, wenn jeder oder jede KundIn ein Promoter wäre.

Für viele E-Commerce-Unternehmen sind eine hohe KundInnenbindung, Weiterempfehlungen und positive Bewertungen entscheidende Erfolgsfaktoren. Der NPS hilft diesen Unternehmen, das allgemeine Verhalten der KäuferInnen zu verstehen und herauszufinden, welche KundInnenprofile sich potenziell für die Marke begeistern können, so dass Marketingspezialisten ihre Strategie anpassen können, um Passives in Promoters zu verwandeln.

Kurz gesagt: NPS-Umfragen sind eine einfache und leistungsstarke Methode für Unternehmen, mit der berechnet wird, wie sich das Customer Experience Management auf ihre Gesamtleistung und ihr Wachstum auswirkt.

 

Wie Sie NPS-Feedback erfassen können

Allgemein verbreitete Methoden zur Erfassung von NPS-Feedback sind E-Mails, SMS, Website-Pop-ups oder Chatboxen. Unabhängig davon, welche Methode verwendet wird, gibt es eine Reihe allgemeiner Schritte für eine erfolgreiche NPS-Kampagne:

  1. Legen Sie vor einer NPS-Umfrage klare Ziele fest. Sparen Sie Zeit und steigern Sie die Relevanz, indem Sie vor Beginn der Umfrage genau festlegen, welche Art von Feedback Sie erhalten möchten.
  2. Segmentieren Sie die Adressaten in KundInnenverhaltensprofilen. Gehen Sie mit Ihren Umfragen ins Detail und passen Sie die Fragen an die Zielgruppen anhand ihrer einzigartigen Geschichte und ihrer Interaktionen mit Ihrer Marke an.
  3. Halten Sie Ihre Umfragen kurz, prägnant und zeitgerecht. Statt jedes Jahr oder alle drei Monate nach umfangreichem Feedback zu fragen, erhöhen Sie die Rücklaufquote, wenn Sie schnelle und einfache Umfragen an KundInnen senden, kurz nachdem sie mit Ihrer Marke in Kontakt getreten sind.
  4. Verwenden Sie ein Automatisierungstool, um die Zustellung von Umfragen zu optimieren. Ob über eine Plattform für E-Mail-Marketing oder durch die Integration von Website-Widgets – mit Automatisierungstools für das Design und den Versand Ihrer NPS-Umfragen können Sie den gesamten Feedback-Prozess optimieren und gleichzeitig menschliche Fehler reduzieren.

 

Wenn Sie eine NPS-Umfrage direkt in die Customer Journey auf Ihrer Website integrieren, werden die Rücklaufquote und die Relevanz des Feedbacks erhöht. Um eine NPS-Umfrage wie diese zu implementieren, können Sie einen intuitiven visuellen Editor wie AB Tasty mit NPS-Widget-Funktionen verwenden. Probieren Sie es aus!

Mit dem visuellen Editor von AB Tasty können MarketingexpertInnen egal welchen Levels:

  • visuelle und interaktive Elemente auf der Website ändern, ohne dass ein manuelles Coding notwendig ist
  • eine Action Tracking-Funktion einrichten, um die Performance der von Ihnen erstellten Variationen direkt zu messen
  • das NPS-Widget verwenden, um den Inhalt und die Wirkung von Umfragen auf einer oder mehreren Seiten der Website anzupassen
  • das Entwicklungspotenzial der KundInnentreue verfolgen und im NPS Report mit der Performance Ihrer Mitbewerber vergleichen

 

Im Folgenden finden Sie zwei Case Studies von Kunden, die das AB Tasty NPS-Widget bei sehr erfolgreichen Kampagnen eingesetzt haben, um KundInnenfeedback zu sammeln und wertvolle Erkenntnisse für eine bessere Customer Experience zu gewinnen.

 

Wie Sie NPS-Feedback berechnen können

Was macht einen guten NPS-Score aus? Die allgemeine Faustregel heißt: Bei allem, was unter 0 liegt, hat Ihr Unternehmen noch einiges zu tun … und ein „guter Score“ liegt zwischen 0 und 30. Der tatsächliche Wert eines NPS-Scores hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab – unter anderem von der Branche, in der Ihr Unternehmen tätig ist.

Wenn Ihr NPS-Score nicht so hoch ist, wie erhofft, ärgern Sie sich nicht! Es gibt „Luft nach oben“ für Verbesserungen. Und die gute Nachricht ist, dass sich konkrete Änderungen einfach implementieren lassen, um Ihre NPS-Kampagnen zu optimieren, unabhängig davon, wo Sie sich auf der Skala positionieren.

Wenn Sie für den NPS ein Benchmarking durchführen, sollten Sie einen Blick auf Mitbewerber in der gleichen Branche und von vergleichbarer Größe werfen, um eine möglichst genaue Vorstellung zu erhalten. Suchen Sie nach Diagrammen, in denen die durchschnittlichen NPS-Daten nach Branchen aufgeteilt sind, um weitere Erkenntnisse über Performance und Verbesserungsmöglichkeiten für Ihren Sektor zu erhalten.

Wichtig ist hier, zu verstehen, dass Daten durch den Vergleich der Ergebnisse Ihres Unternehmens mit deutlich größeren Unternehmen oder Marken eines vollkommen anderen Sektors nicht nur ungenau interpretiert werden, sondern CX-Teams auch mit unrealistischen und irrelevanten Zielen konfrontiert werden.

 

Wie können Sie Ihre NPS-Rücklaufquote steigern?

Ihre KundInnen mit Ihrer NPS-Umfrage zu erreichen, ist nur die halbe Miete. Sie müssen auch genügend KundInnen dazu bewegen, tatsächlich zu antworten, was für die Berechnung eines NPS-Scores ausschlaggebend ist, wenn er die KundInnenzufriedenheit Ihres Unternehmens genau widerspiegeln soll. Im Folgenden finden Sie einige Tipps, wie Sie Ihre NPS-Rücklaufquote steigern können:

  • Passen Sie Ihre NPS-Umfrage an. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Umfrage mit den richtigen Schriftarten und Farben aufzusetzen, und folgen Sie dabei dem Design Guide Ihrer Marke. Da eine durchschnittliche Person täglich mehr als 6.500 Werbeanzeigen sieht, ist die Informationsflut für VerbraucherInnen und MarketingexpertInnen ein echtes Problem. Ein einheitliches Look & Feel Ihrer Umfrage hilft den KundInnen, Ihre Marke zu erkennen und Ihrem Unternehmen zu vertrauen, so dass sie in ihrer Customer Journey unbeschwert den nächsten Schritt machen können.
  • Personalisieren Sie die Nachricht. Studien zufolge wird die Öffnungsrate von E-Mails durch personalisierte Betreffzeilen um 26 % erhöht. Wenn Sie die Umfrage in einer E-Mail senden, fügen Sie mithilfe von Seriendruckfeldern oder Tags automatisch den Namen jedes Empfängers in die Betreffzeile oder den Text der E-Mail ein.
  • Verwenden Sie ein responsives Design. 75 % der KundInnen beantworten Umfragen auf ihrem Mobiltelefon. Stellen Sie sicher, dass Ihre Umfrage in vollem Umfang funktionsfähig und auf allen Geräten (d. h. Desktop, Mobiltelefon und Tablet) sowie auf möglichst vielen Betriebssystemen und Internetbrowsern zugänglich ist.
  • Bieten Sie Anreize zum Ausfüllen der Umfrage. Von Geschenkkarten, Bargeld und Promo-Codes bis hin zu Verlosungen: finanzielle Belohnungen sind eine einfache Methode, um das Engagement zu steigern. Sie sollte jedoch sorgfältig recherchiert und durchgeführt werden, um Verzerrungen bei der Bewertung und – noch wichtiger – rechtliche Probleme zu vermeiden.

 

Warum Sie den NPS nutzen sollten

KundInnenfeedback ernst zu nehmen, ist wichtig. 2020 haben 87 % der Menschen Online-Bewertungen für lokale Unternehmen gelesen, und 79 % geben an, dass sie Online-Bewertungen genauso viel Vertrauen schenken wie persönlichen Empfehlungen von Freunden oder Familie. Das heißt, mit der Wahrnehmung Ihrer Marke steigt oder fällt auch der Erfolg Ihrer Marke.

Es ist klar, dass Umsätze als alleiniger Erfolgsfaktor für das langfristige Wachstum eines Unternehmens keinen Bestand haben. Ebenso wenig die Annahme, dass mehrere UserInnen-typische Szenarien die Mehrheit darstellen, ohne diese mit Daten belegen zu können.

Der NPS ist für den E-Commerce eine besonders leistungsstarke Kennzahl, da er Unternehmen anhand von Daten hilft, wirklich relevante Bereiche für Verbesserungen und Möglichkeiten zu identifizieren, um einen soliden und loyalen KundInnenstamm aufzubauen, der für den Erfolg in diesem Sektor so von Bedeutung ist.

starke Kundenbeziehung aufbauen

Eine feste Beziehung zu Ihrem KundInnenstamm und Anreize für Brand Promoters sind für den Erfolg im E-Commerce entscheidend (Quelle)

 

Statt über den Daumen zu peilen, welche Prioritäten gesetzt werden sollten, können Unternehmen mit längeren Umfragen und offenen Fragen bewerten, was ihre KundInnen über bestimmte Aspekte ihres Unternehmens denken (z. B. Produkte, Website und Marke), um im Anschluss ihre Strategie entsprechend auszurichten.

Wird der NPS richtig berechnet, ist er die Lösung, um zu bestimmen, wie wahrscheinlich Käufe wiederholt werden und Akquisen durch Brand Promoters realisierbar sind. Marketing- und Produktteams können mit maßgeschneiderten und begehrten Produkten die KundInnenbindung erhöhen und den Umsatz steigern. Zufriedene KundInnen lieben Treueprogramme und Empfehlungsprämien, die zudem neue KundInnen mit deutlich geringeren Kosten als bei einer Kaltakquise mit sich bringen.

 

Wann ist der ideale Zeitpunkt, UserInnen eine NPS-Umfrage zu senden?

Herauszufinden, zu welchem Zeitpunkt KundInnen am ehesten E-Mails öffnen oder auf Mitteilungen einer Marke reagieren, zählt für Marketingteams zu den größten Herausforderungen.

Einigen Studien zufolge ist dienstags gegen 10 Uhr die beste Zeit, E-Mails zu versenden. Doch wie viele Marketingfachleute aus eigener Erfahrung wissen, gibt es keine Patentlösung (auch wenn wir uns das wünschen würden!).

Je nach Branche und Zielgruppe wird sich der ideale Zeitpunkt zum Senden von E-Mails im Laufe der Zeit wahrscheinlich ändern – und die besten Möglichkeiten um den Überblick zu behalten sind Experimentieren und Optimieren.

Richtige Zeit Senden NPS Umfragen

Um die richtige Sendezeit für Umfragen zur KundInnenzufriedenheit zu ermitteln, müssen verschiedene Elemente wie Personalisierung von Botschaften und Segmentierung der Zielgruppe kontinuierlich getestet werden (Quelle)

 

Sie können jedoch den idealen Zeitpunkt anhand von Daten finden, die Ihnen wahrscheinlich bereits vorliegen, wenn Sie den Fokus auf wichtige Interaktionen zwischen Marke und KundIn legen.

Denn kurz nach einer wichtigen Interaktion zwischen KundInnen und Marke ist ein optimaler Zeitpunkt für eine NPS-Umfrage. Zum Beispiel nachdem ein Kunde oder eine KundIn einen Kauf abgeschlossen, ein Produkt erhalten oder sogar mit dem Kundendienst gesprochen hat.

Zu diesem Zeitpunkt ist die Customer Experience noch im Gedächtnis, sodass KundInnen eher für eine Feedback-Umfrage bereit sind und es wahrscheinlicher ist, dass Sie detailliertere – und ehrlichere – Erkenntnisse erhalten.

Auch ist es besser, häufiger kurze Umfragen zu senden. Wenn Sie mehr als ein- oder zweimal im Jahr um weniger Informationen bitten, können Sie die KundInnenzufriedenheit aufgrund kürzerer Reaktionszeiten schneller überwachen.

Mit regelmäßigen Umfragen können Unternehmen unzufriedene KundInnen schon früh erkennen und sofort Änderungen vornehmen, um Probleme in der Customer Journey zu lösen und so die KundInnenbindung zu steigern.

Diese Vorgehensweise bietet einen weiteren Vorteil: Unternehmen können besonders erfolgreiche Kampagnen im Laufe des Jahres identifizieren und die Priorität auf ihre Ressourcen für die Skalierung von Strategien setzen, die sich bereits erfolgreich behauptet haben.

 

Do’s und Don’ts für eine effektive NPS-Kampagne

Do‘s:

  • Offene Fragen hinzufügen. Wenn Sie mehr qualitative Erkenntnisse zur Bekräftigung Ihrer Geschäftsentscheidungen erhalten möchten, bitten Sie Ihre KundInnen um einen gezielten Input, wie es Eurosport in dieser Kampagne getan hat.
  • Umfrage als namentliche Person senden. Menschen schätzen echte Beziehungen. Erhöhen Sie die NPS-Rücklaufquote, indem Sie Umfragen mit dem Namen und der E-Mail-Adresse eines echten Mitarbeitenden senden und nicht mit einer automatischen „No-Reply“-Bot-Adresse.
  • NPS-Umfrage in die User Journey integrieren. Verwenden Sie für eine größere Reichweite über E-Mail-Umfragen hinaus ein NPS-Widget auf Ihrer Website, um die Rücklaufquote zu erhöhen und präzisere Antworten zu erhalten. Passen Sie das Design Ihrer Umfrage an die UX der Produktseite an.

 

Don’ts:

  • Customer Journey unterbrechen. Übertreiben Sie es nicht mit Pop-up-Umfragen oder sorgen Sie dafür, dass sie sich leicht schließen lassen. KundInnen könnten sich dadurch nur von ihrem Erlebnis auf der Website ablenken lassen und die Absprungrate könnte sich somit erhöhen.
  • Nur eine Frage stellen. Fragen Sie nicht nur nach einer Bewertung von 0-10. Um verwertbare Erkenntnisse zu sammeln, fügen Sie nach dem NPS-Score eine zusätzliche Frage hinzu, um zu erfahren, warum der oder die KundIn diese Bewertung abgegeben hat.
  • NPS-Ergebnisse nicht teilen. Transparenz macht eine teamübergreifende Zusammenarbeit effektiver und kreativer. NPS-Daten sind für eine verbesserte Customer Experience nicht nur für Teams mit KundInnenkontakt, sondern auch für Marketing- und Produktteams wertvoll.

 

Optimieren Sie Ihre NPS-Strategie

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der NPS ausgesprochen benutzerfreundlich und einfach zu implementieren ist. Mit dieser Kennzahl erhalten Marken verwertbare Erkenntnisse über die Loyalität und Zufriedenheit ihrer KundInnen und können Möglichkeiten identifizieren, mit denen sich die KundInnenbindung und -akquise deutlich steigern lassen.

NPS widget automatisiertes Feedback

Mit NPS-Widgets und dem automatisch erfassten Feedback können Mitarbeitende teamübergreifend und enger an Kampagnen mit Blick auf die Customer Experience arbeiten (Quelle)

 

Unternehmen können diese Daten für bessere und intelligentere Abläufe nutzen und gleichzeitig die teamübergreifende Zusammenarbeit für eine bessere Customer Experience optimieren. Durch regelmäßiges Testen und Anwenden von Best Practices können Teams ihre NPS-Strategie kontinuierlich verbessern und höhere Rücklaufquoten erzielen.

Sind Sie bereit für die Integration Ihrer nächsten NPS-Kampagne direkt in Ihre Website und Customer Journey? Mit einem intuitiven Interface und einem visuellen Editor ohne Code können Sie mit AB Tasty die gesamte NPS-Umfrage live auf Ihrer Website anpassen und mit verschiedenen Triggern experimentieren, um Ihre NPS-Strategie zu optimieren.

Unser NPS-Widget macht es einfach, diesen Prozess selbst bei besonders schnell wachsenden Unternehmen zu skalieren – probieren Sie es noch heute aus.

 

NPS Widget von AB Tasty – Case Studies:

  1. How Eurosport’s Survey Pop-In Got 5K Responses in Less Than Two Weeks
  2. Avid Transforms Internal Culture and Website Experience with AB Tasty

 

Blogartikel

18min. Lesezeit

Canary Deployments: Alles, was Sie wissen müssen

Eine effiziente Bereitstellungsstrategie auszuwählen, ist für jedes DevOps-Team eine wichtige Entscheidung. An Optionen mangelt es nicht, aber Sie möchten die Strategie finden, die am besten auf Ihre Arbeit abgestimmt ist.

Ist Ihre Organisation agil? Setzen Sie Continuous Integration und Continuous Delivery (CI/CD) ein? Entwickeln Sie eine Webapplikation? Eine mobile App? Eine lokale Desktop- oder eine Cloud-basierte Applikation? All diese Faktoren und viele weitere bestimmen über die Effizienz einer Bereitstellungsstrategie.

Aber ganz unabhängig von der Strategie dürfen Sie nicht vergessen, dass sich Probleme bei der Bereitstellung nicht vermeiden lassen. Ein „Merge“ kann schief gehen, es können Bugs auftreten oder ein menschlicher Fehler kann in der Produktion problematisch werden. Der Punkt ist, dass Sie sich von der Suche nach der perfekten Bereitstellungsstrategie nicht verrückt machen lassen sollten. Denn diese Strategie gibt es nicht.

Versuchen Sie stattdessen, eine Strategie zu finden, die äußerst belastbar ist und sich an Ihre Arbeitsweise anpassen lässt. Anstatt zu versuchen, unvermeidliche Fehler zu vermeiden, sollten Sie den Code so bereitstellen, dass Fehler minimiert werden und Sie schnell reagieren können, wenn sie dann doch auftreten. Für viele Teams liegt die Lösung dieses Problems in Canary Deployments.

Canary Deployments können Ihnen helfen, Ihren besten Code so effizient wie möglich in die Produktion zu geben. In diesem Artikel werden wir erklären, was Canary Deployments sind und was nicht. Wir gehen auf die Pros und Kontras von Canary Deployments ein, vergleichen sie mit anderen Bereitstellungsstrategien und zeigen Ihnen, wie Sie mit Ihrem Team ganz einfach Canary Deployments durchführen können.

Canary Deployments Entwickler
Entwickler bei der Code-Analyse (Quelle)

 

In diesem Artikel greifen wir folgende Punkte auf:

[toc]

Was ist ein Canary Deployment?

 

Canary Deployments sind Best Practice für Teams, die sich für den Prozess Continuous Delivery entschieden haben. Bei einem Canary Deployment wird ein neues Feature zunächst einer kleinen Teilgruppe von UserInnen zur Verfügung gestellt. Das neue Feature wird je nach Traffic einige Minuten bis mehrere Stunden lang überwacht, oder zumindest so lange, bis aussagekräftige Daten vorhanden sind. Wenn das Team ein Problem feststellt, wird das neue Feature schnell zurückgezogen. Werden keine Probleme festgestellt, wird das Feature für alle UserInnen freigeschaltet.

Der Begriff „Canary Deployment“ hat eine faszinierende Geschichte. Er ist auf die englische Redewendung „Canary in a coal mine“ (Kanarienvogel im Kohlebergwerk) zurückzuführen, als Kanarienvögel oder andere kleine Singvögel in Kohlebergwerken als Frühwarnsystem eingesetzt wurden. Die Bergleute brachten Vögel in Käfigen unter Tage. Wenn die Vögel erkrankten oder starben, war dies ein Warnhinweis dafür, dass sich geruchlose giftige Gase, wie Kohlenmonoxid, ausbreiteten. Ein unmenschliches, aber wirksames Verfahren in Großbritannien und den USA, bis die Kanarienvögel 1986 durch elektronische Sensoren ersetzt wurden.

Canary Begriff Kanarienvogel
Kanarienvogel auf digitalem Hintergrund (Source)

Ein Canary Deployment macht aus einer Teilgruppe von UserInnen – idealerweise eine fehlertolerante Menge – ein eigenes Frühwarnsystem. Diese Gruppe von UserInnen identifiziert Bugs, fehlerhafte Features und nicht-intuitive Features, bevor Ihre Software einer größeren Zielgruppe zugänglich gemacht wird.

Ihre Canary UserInnen können selbst identifizierte Early Adopters sein, ein demografisch festgelegtes Zielsegment, eine zufallsbedingte Stichprobe, d. h. ein Mix aus UserInnen, der am sinnvollsten ist, um Ihr neues Feature in der Produktion zu überprüfen.

Bei den Überlegungen zu Canary Deployments kann es hilfreich sein, an das Risikomanagement zu denken. Sie können neue, interessante Features regelmäßiger einführen, ohne sich Sorgen machen zu müssen, ob sich eins der neuen Features auf die User Experience aller UserInnen negativ auswirkt.

Canary Releases vs. Canary Deployments

Die Begriffe „Canary Release“ und „Canary Deployment“ werden gelegentlich auch wie Synonyme gebraucht. Aber in DevOps müssen sie unterschieden werden. Eine Canary Release ist ein Test Build einer vollständigen Applikation. Beispielsweise ein nächtlicher Release oder eine Beta-Version.

Beispiel Canary Release lokale App
Beispiel eines Canary Release für eine lokale App (Quelle)

 

Manche Teams veröffentlichen Canary Releases oft in der Hoffnung, dass Early Adopters und Power UserInnen, die mit Entwicklungsprozessen besser vertraut sind, die neue Applikation herunterladen, um sie in der Praxis zu testen. Die Browser-Teams von Mozilla und Google und viele andere sind von dieser Release-Strategie begeistert.

Canary Deployments ihrerseits sind das, was wir bereits beschrieben haben. Ein Team veröffentlicht neue Features in der Produktion für Early Adopters oder verschiedene Teilgruppen von UserInnen, die über einen Load Balancer oder ein Feature Flag auf die neue Software geleitet werden. Der Großteil der UserInnen sieht weiterhin die aktuelle, stabile Software.

Beispiel Canary Release Web-App
Beispiel eines Canary Release für eine Web-App (Quelle)

 

Canary Deployment – Pros und Kontras

Canary Deployments können als Release Strategie erfolgversprechend und effektiv sein. Aber sie sind nicht für jedes mögliche Szenario die richtige Strategie. Gehen wir auf einige Pros und Kontras von Canary Deployments ein, damit Sie besser entscheiden können, ob sie für Ihr DevOps-Team sinnvoll sind.

 

Pros

Unterstützung von CI/CD-Prozessen

Canary Deployments bewirken ein schnelleres Feedback zu neuen Features in Produktion. DevOps-Teams erhalten reale Nutzungsdaten schneller, wodurch sie die nächsten Features schneller und deutlich effektiver verfeinern und integrieren können. Solche kurzen Entwicklungsschleifen sind eines der Markenzeichen von Continuous Integration/Continuous Delivery.

 

Granulare Kontrolle über Feature-Bereitstellungen

Wenn Ihr Team zu kleineren, regelmäßigen Feature-Bereitstellungen schreitet, verringern Sie die Gefahr, dass Ihr Arbeitsablauf durch Fehler unterbrochen wird. Nicht viele UserInnen werden von einem Fehler im Canary Deployment betroffen sein. Diesen Fehler zu beheben, wird nur eine geringfügige Angelegenheit sein. Nicht alle Ihre UserInnen sind betroffen und Sie müssen keine KollegInnen von der geplanten Arbeit abziehen, um ein größeres Produktionsproblem zu lösen.

 

Realitätsnahe Tests

Interne Tests haben ihre Berechtigung, sind aber kein Ersatz für Test von Applikationen bei realen UserInnen. Canary Deployments sind eine ausgezeichnete Strategie für Tests in einem kleineren Umfang unter realen Bedingungen, ohne die erheblichen Risiken, die Sie eingehen, wenn Sie eine völlig neue Applikation in Produktion geben.

Feature Bereitstellung
Entwickler bei der Arbeit auf einem Laptop (Quelle)

 

Schnell verbessertes Engagement

Neben besseren technischen Tests können Sie mit Canary Deployments auch schnell feststellen, wie UserInnen mit Ihren neuen Features umgehen. Werden die Sessions länger? Steigen die Kennzahlen für ihr Engagement in diesem Canary Deployment? Wenn keine Fehler gefunden werden, können Sie das Feature allen UserInnen anzeigen.

Sie müssen nicht warten, bis der Test einer umfangreichen Bereitstellung abgeschlossen ist. Binden Sie diese UserInnen ein und fahren Sie mit den nächsten Features fort.

 

Mehr Daten für Business Cases

Entwickler mögen zwar den Wert ihres Codes erkennen, DevOps-Teams aber müssen gegenüber der Geschäftsleitung und dem gesamten Unternehmen begründen, warum sie mehr Ressourcen brauchen.

Canary Deployments geben schnell Aufschluss darüber, welche Nachfrage für neue Features bestehen könnte. Führen Sie ein Canary Deployment für ein überzeugendes neues Feature bei einer kleinen Gruppe einflussreicher UserInnen durch, damit sie darüber sprechen können. Nutzen Sie Kennzahlen für Engagement und Werbung, um Argumente vorzubringen, warum Sie eine größere neue Initiative in Verbindung mit diesem Feature vorantreiben wollen.

 

Stärkeres Risikomanagement

Canary Deployments sind im Grunde genommen eine Reihe von Mikrotests. Wenn Sie schrittweise neue Features einführen und sie sukzessive mit Canary-Tests überprüfen, können Sie die Gesamtkosten von Fehlern oder größere Systemprobleme erheblich reduzieren. Sie werden niemals eine größere Version zurücknehmen müssen, einen PR-Schaden erleiden und eine große und komplizierte Codebase überarbeiten müssen.

 

Kontras

Mehr Betriebskosten

Wie jeder komplexe Prozess haben auch Canary Deployments einige Nachteile. Wenn Sie einen Load Balancer zur Aufteilung von UserInnen für ein Canary Deployment verwenden möchten, brauchen Sie eine zusätzliche Infrastruktur und müssen einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand betreiben.

In diesem Szenario erstellen Sie eine zweite Produktionsumgebung und ein zweites Backend neben Ihrer primären Umgebung. Sie haben dann zwei Codebases, zwei App-Server, u. U. zwei Webserver und eine Netzwerkinfrastruktur, die gewartet werden muss.

Canary Release Schritt 1

Canary Release Schritt 2

Canary Release Schritt 3
Diagrammsequenz eines Canary Deployments mit einem Router zur Aufteilung der UserInnen (Quelle)

 

Alternativ dazu verwenden viele DevOps-Teams Feature Flags, um ihre Canary Deployments auf einem einzigen System zu verwalten. Ein Feature Flag kann UserInnen in einen Canary-Test während der Laufzeit innerhalb einer einzigen Codebasis aufteilen. Canary-UserInnen sehen das neue Feature, während alle anderen den existierenden Code ausführen.

 

Die Bereitstellung lokaler Applikationen: keine leichte Aufgabe

Wenn Sie eine lokal installierte Applikation entwickeln, laufen Sie Gefahr, dass die UserInnen ein manuelles Update vornehmen müssen, um die neueste Version Ihrer Software zu erhalten. Wenn Ihr Canary Deployment in diesem letzten Update enthalten ist, wird Ihr neues Feature möglicherweise nicht auf allen Client-Systemen installiert, die Sie aber für gute Testergebnisse brauchen.

Mit anderen Worten: Je mehr Ihre Software clientseitig läuft, desto weniger ist sie für Canary Deployments geeignet. Ein vollständiges Canary-Release könnte sich hier besser eignen, um reale Testergebnisse zu erhalten.

 

UserInnen werden weiterhin mit Softwareproblemen konfrontiert

Ein Canary Deployment soll ein neues Feature zwar nur einigen wenigen UserInnen präsentieren und die breitere User Base auslassen, konfrontiert aber End-UserInnen weiterhin mit einem Code, der nicht ausgiebig getestet wurde. Wenn ein Ausfall eines bestimmten Features bei nur wenigen UserInnen schon zu große negative Auswirkungen für Ihr Unternehmen hat, sollten Sie auf ein Canary Deployment verzichten und strengere interne Tests durchführen.

 

Wann sollte man auf Canary Deployments verzichten?

Canary Deployments sind zwar eine ausgezeichnete Strategie für Unternehmen, die ständig auf Experimente und Innovationen setzen, sind aber nicht für jeden geeignet. Canary Deployments sind möglicherweise nicht die richtige Strategie, wenn:

  • Fehler selbst in kleinen Bereitstellungen zu Regelverstößen bei einem bestimmten System beitragen können. Zum Beispiel im Gesundheitswesen, wenn es um Patientendaten bei einem Produktionssystem geht.
  • Der Ausfall eines Dienstes lebensbedrohliche Folgen haben kann, wie z. B. bei Applikationen zur Verwaltung des Stromnetzes oder von Notdiensten.
  • Die finanziellen oder organisatorischen Folgen des Ausfalls einer Applikation Ihrem Unternehmen irreparablen Schaden zufügen könnten.

 

Canary Deployments im Vergleich zu anderen Bereitstellungsstrategien

Canary Deployments sind nur eine mögliche Bereitstellungsstrategie für Ihr Team. Sie werden auch oft mit anderen ähnlichen, aber unterschiedlichen Prozessen wie A/B-Tests verwechselt. Sehen wir uns an, wie sich Canary Deployments mit anderen Bereitstellungsstrategien und ähnlichen Prozessen vergleichen lassen, mit denen sie oft verwechselt werden.

 

Canary Deployments vs. A/B-Tests

Sowohl bei Canary Deployments als auch bei A/B-Tests werden mehrere Produktionsumgebungen oder mehrere mit Flags versehene Codepfade zum Testen verwendet, wobei aber jedes Mal ein anderes Ziel verfolgt wird. DevOps-Teams nutzen Canary Deployments, um festzustellen, ob bei einer neuen Software technische Probleme vorliegen oder bei der Usability Schwierigkeiten bestehen. Bei einem A/B-Test werden zwei verschiedene funktionierende Varianten für bestimmte Punkte wie Usability und Engagement sowie andere UX-Kennzahlen verglichen, um festzustellen, welche unter bestimmten Bedingungen besser abschneidet.

 

Canary Deployments vs. Blue-Green Deployments

Canary Deployments werden auch mit Blue-Green Deployments verwechselt. In beiden Fällen können parallele Produktionsumgebungen verwendet werden – die mit einem Load Balancer oder Feature Flag verwaltet werden – um das Risiko von Softwareproblemen zu mindern.

Bei einem Blue-Green Deployment starten diese Umgebungen identisch, aber nur eine empfängt Traffic (der blaue Server). Ihr Team veröffentlicht ein neues Feature für die Hot Backup-Umgebung (den grünen Server). Dann verlagert der Router, das Feature Flag usw. nach und nach neue UserInnen Sessions von dem blauen auf den grünen Server, bis der gesamte Traffic zu 100 % auf dem grünen Server liegt. Nach dem Cutover aktualisiert das Team den jetzt alten blauen Server mit dem neuen Feature, der dann zur Hot Backup-Umgebung wird.

Wie die Umstellung bei den beiden Strategien gehandhabt wird, hängt vom gewünschten Ergebnis ab. Blue-Green Deployments sollen Ausfallzeiten vermeiden. Canary Deployments werden verwendet, um ein neues Feature in einer Produktionsumgebung mit minimalem Risiko zu testen. Canary Deployments sind gezielter.

Diagramm Blue-Green Deployment
Diagramm Blue-Green Deployment mit einer einzigen Datenbank (Quelle)

 

Wie wird ein Canary Deployment durchgeführt?

Für ein Canary Deployment sind nur wenige Schritte erforderlich:

 

Identifizieren Sie Ihre Canary-Gruppe

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie UserInnen als Canary-Gruppe auswählen können.

 

Zufallsbedingte Teilgruppe

Wählen Sie verschiedene UserInnen wirklich nach dem Zufallsprinzip aus, zum Beispiel mit einem Load Balancer. Aber auch eine Flag Management Software kann einen bestimmten Prozentsatz des gesamten Traffics über ein einfaches Modulo an einen Canary-Test weiterleiten.

 

Early Adopter

Wenn Sie ein Early Adopter-Programm für besonders engagierte UserInnen durchführen, nutzen Sie diese als Canary-Gruppe. Machen Sie es zum Vorteil ihres Programms. Als Gegenleistung, die Bugs zu tolerieren, auf die sie bei einem Canary Deployment stoßen könnten, bieten Sie ihnen Treueprämien an.

 

Nach Region

Vielleicht möchten Sie bei Ihrem Canary Deployment auf eine bestimmte Region setzen. Legen Sie zum Beispiel fest, dass Ihr Canary Deployment in den späten Abendstunden an europäische IPs geleitet wird. So vermeiden Sie, dass UserInnen tagsüber Ihre neuen Features sehen, erhalten aber eine Handvoll UserInnen Sessions nach Feierabend.

 

Interne Testpersonen

Sie können jederzeit Sessions aus Ihren internen Subnetzen als Canary Deployment konfigurieren.

Diagramm CI/CD Canary Deployment
Diagramm CI/CD und Canary Deployment (Quelle)

 

Entscheiden Sie sich für Ihre Canary-Kennzahlen

Zweck eines Canary Deployments ist, eine klare Antwort mit „Ja“ oder „Nein“ auf die Frage zu erhalten, ob Ihr Feature sicher ist, um es in die Produktion zu geben. Um diese Frage zu beantworten, müssen Sie zunächst entscheiden, welche Kennzahlen Sie verwenden wollen, und dann die Mittel zur Überwachung der Performance installieren.

Sie können zum Beispiel Folgendes überwachen:

  • die Anzahl der internen Fehler
  • CPU-Auslastung
  • Speicherauslastung
  • Latenzzeit

Sie können die Feature Management-Software schnell und einfach anpassen, um die Performance-Analyse zu überwachen. Diese Plattformen können sich als ausgezeichnete Tools erweisen, um die Experimentierkultur anzuregen.

Entscheiden Sie, wie sich der Übergang vom Canary Deployment zum vollständigen Deployment darstellen soll

Wie bereits erwähnt, sollten Canary-Releases nur einige Minuten bis Stunden dauern. Sie sind nicht für lange Experimente bestimmt. Aufgrund dieser knappen Zeit sollte Ihr Team bereits am Anfang entscheiden, wie viele UserInnen oder Sessions in die Canary-Phase eingebunden werden und wie zur vollständigen Bereitstellung übergegangen werden soll, sobald die Kennzahlen positive Benchmarks erreicht haben.

Sie können zum Beispiel ein zufälliges Canary Deployment von 5/95 wählen. Konfigurieren Sie ein Feature Flag, um 5 Prozent Ihrer UserInnen zufallsbedingt in den Canary-Test zu verschieben, während die restlichen 95 Prozent auf der stabilen Produktionsversion bleiben. Sind die Ergebnisse positiv, entfernen Sie das Flag und stellen das Feature vollständig bereit.

Vielleicht möchten Sie aber auch einen eher konservativen Ansatz wählen. Bei einer weiteren beliebten Canary-Strategie wird ein Canary-Test logarithmisch bereitgestellt, d. h. man geht von einer Stichprobe von einem Prozent auf zehn Prozent, sieht, wie das neue Feature einer höheren Last standhält, und erhöht dann auf 100 Prozent.

 

Bestimmen Sie die Infrastruktur

Sobald sich Ihr Team einig ist, müssen Sie sicherstellen, dass die gesamte Infrastruktur passt, damit Ihr Canary Deployment reibungslos verläuft.

Sie brauchen ein System zur Aufteilung der User Base und zur Leistungsüberwachung. Sie können die Aufteilung mit einem Router oder Load Balancer vornehmen, aber auch direkt in Ihrem Code mit einem Feature Flag. Feature Flags sind oft kostengünstiger und schneller einzurichten und können leistungsfähiger sein.

 

Verwenden Sie Feature Flags für bessere Canary Deployments

Auf den Punkt gebracht ist ein Feature Flag nichts anderes als eine „if“-Anweisung, ab der UserInnen während der Laufzeit verschiedenen Codepfaden abhängig von einer oder mehreren Bedingungen folgen. Bei einem Canary Deployment lautet diese Bedingung, ob der oder die UserIn der Canary-Gruppe angehört oder nicht.

 

Feature Flag – Beispiel

Angenommen, wir betreiben eine vollkommen neue Social Network Website für E-Sport-Fans. Unser DevOps-Team hat hart an einer Content-Empfehlungsfunktion gearbeitet, die UserInnen basierend auf den angeschauten Livestreams Empfehlungen in Echtzeit gibt. Das Team hat dieses Empfehlungsfeature so verbessert, dass es deutlich schneller ist. In internen Tests hat es sich gut bewährt. Jetzt wollen sie sehen, wie es sich unter realen Bedingungen schlägt.

Das Team möchte für ein Canary Deployment keine Zeit und kein Geld in die Installation einer neuen physischen Infrastruktur investieren. Stattdessen beschließt das Team, ein Feature Flag zu verwenden, um die neue Empfehlungsmaschine zufallsbedingt 5 % der UserInnen-Base zugänglich zu machen.

Das Feature Flag teilt die UserInnen mit einem einfachen Modulo in zwei Gruppen auf, wenn sie einen Livestream laden. Innerhalb weniger Minuten erhält Ihr Team die Ergebnisse von einigen Tausend User Sessions mit dem neuen Code. Tatsächlich wird der Stream schneller geladen und das Engagement der UserInnen verbessert. Aber es kommt zu einem unerwarteten Spike bei der CPU-Auslastung auf dem Produktionsserver. Das Ops-Team erkennt, dass die Leistung sinkt und „killt“ das Canary-Flag.

Flagship Feature Management Software
Einstellung des Canary-Tests in der Flagship Feature Management Software (Quelle)

 

Das Team beschließt, mit dem Rollout erst fortzufahren, wenn es bei dem neuen Code die Ursache für die unerwartete Spitze der CPU-Auslastung auf dem Server beheben kann. Dank der realen Testergebnisse des Canary Deployments hat das Team eine relativ gute Vorstellung davon, was passiert ist, und macht sich wieder an die Arbeit.

 

Canary Deployments sind ein wesentlicher Bestandteil Ihres DevOps-Toolkits

Die Strategien der Softwarebereitstellung haben sich in den letzten Jahrzehnten rasant weiterentwickelt. Canary Deployments zählen zu den leistungsstärksten Strategien, die nun für Teams verfügbar sind, die DevOps-Methoden wie CI/CD folgen möchten.

Canary Deployments sind effiziente Strategien, da sie aussagekräftige Daten schnell bereitstellen und liefern können und für nahezu jede App oder jedes Feature eingesetzt werden können, die getestet werden sollen. Sie bieten Ihrem Team schnelles Feedback, wodurch Entwicklungszyklen verkürzt und neuer Code schneller in Produktion gegeben werden kann. Tests des Canary Deployments bieten aussagekräftige Ergebnisse, die Ihnen helfen, dem Unternehmen Business Cases für neue Initiativen aufzustellen.

In diesem Artikel haben wir erklärt, was Canary Deployments sind, welche Vor- und Nachteile sie haben, wie sie im Vergleich zu anderen Bereitstellungsstrategien abschneiden und wie Sie bei der Planung eines Canary Deployments in Ihrem Team vorgehen können. Es gibt viele Management-Tools für Deployments, aber Feature Flags sind möglicherweise die effektivste Option, die Ihr DevOps-Team schon heute nutzen kann.

Feature Flags optimieren und vereinfachen das Testen von Canary Deployments. Features Flags verringern den Bedarf einer zweiten Produktionsumgebung. Mit einer Feature Management Software wie Flagship sind anspruchsvolle Tests und Analysen möglich. Ganz gleich, für welche Methode Sie sich entscheiden, Canary Deployments helfen Ihnen, Ihren UserInnen die beste Software schnell zur Verfügung zu stellen.

Blogartikel

5min. Lesezeit

1,000 Experiments Club: Ein Gespräch mit Jonny Longden von Journey Further

Ist Experimentieren für jeden etwas? Ein klares Ja, sagt Jonny Longden. Alles, was Sie brauchen, sind zwei Zutaten: Einen starken Willen und die Ausdauer, es umzusetzen.

Es gibt einen gefährlichen Mythos, der sich hartnäckig hält: und zwar, dass man ein großes Unternehmen sein muss, um experimentieren zu können. Dabei sind es gerade die kleineren Unternehmen und Start-ups, die Experimente am meisten brauchen, sagt Jonny Longden.

Mit mehr als einem Jahrzehnt Erfahrung in den Bereichen Conversion-Optimierung und Personalisierung hat Jonny Longden die Performance-Marketing-Agentur Journey Further mitbegründet, um Kunden dabei zu helfen, Experimente in das Kerngeschäft einzubinden. Derzeit leitet er die Conversion-Abteilung der Agentur, die sich auch auf PPC, SEO, PR – neben anderen Marketing-Spezialisierungen – konzentriert.

Jedes Unternehmen, das irgendeine Art von Entdeckung machen will, sollte experimentieren. Vor allem Start-ups, die sich in der Erkundungsphase ihrer Entwicklung befinden. „Für Experimente braucht man keine bestimmte Größe: Es kommt nur darauf an, wie man es angeht“, sagte Jonny im Gespräch mit Marylin Montoya, VP Marketing von AB Tasty.

Hier sind einige der wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gespräch mit Jonny.

Die Demokratisierung des Experimentierens

Die meisten Experimentierteams und -programme werden in großen Unternehmen aufgebaut, aber das bedeutet nicht unbedingt, dass andere Unternehmen unterschiedlicher Größe nicht auch experimentieren können. Auch kleinere Unternehmen und Start-ups können davon profitieren, sofern sie die nötige Ausdauer und die Fähigkeiten zur Umsetzung haben.

Sie müssen wirklich daran glauben, dass Ihre Ideen ohne Experimente nicht funktionieren werden, sagt Jonny. Es gibt Dinge, von denen man glaubt, dass sie funktionieren werden, und doch tun sie es nicht. Umgekehrt gibt es viele Dinge, von denen man glaubt, dass sie nicht funktionieren, die sich aber am Ende doch positiv auswirken. Die einzige Möglichkeit, zu diesem Ergebnis zu kommen, ist das Experimentieren.

Die größten Entdeckungen (z. B. in den Bereichen Raumfahrt, Reisen, Medizin usw.) beruhen letztlich auf einer wissenschaftlichen Methodik, die nur aus Beobachtung, Hypothesen, Tests und Optimierung besteht. Wenn man mit dieser Einstellung an das Experimentieren herangeht, ist es ein Kinderspiel.

Erstellen der richtigen Roadmaps mit Produktteams

Die Einbindung von Experimenten an der Spitze des Produktentwicklungsprozesses ist wichtig, aber trotzdem tun es die meisten nicht, sagt Jonny. Aus rein geschäftlicher Sicht geht es darum, das Risiko der Entwicklung zu verringern und den Wert einer Änderung oder eines Features zu beweisen, bevor weitere Zeit, Geld und Ressourcen investiert werden.

Glücklicherweise ist die agile Methodik, die von vielen modernen Teams angewandt wird, dem Experimentieren ähnlich. Beide beruhen auf der iterativen Zusammenarbeit mit dem Kunden und einem Zyklus aus rigoroser Forschung, quantitativer und qualitativer Datenerfassung, Validierung und Iteration. Der springende Punkt ist die Sammlung sowohl quantitativer als auch qualitativer Daten – ein ausgewogenes Verhältnis von Feedback und Umfang.

Der Erfolg der Erstellung einer Roadmap für ein Experimentierprogramm hängt vom Verständnis der Organisationsstruktur eines Unternehmens oder einer Branche ab. In SaaS-Unternehmen sind Experimente in die Produktteams eingebettet, während sie bei E-Commerce-Unternehmen besser in die Marketingabteilung passen. Sobald Sie den Verantwortlichen und die Ziele des Experiments bestimmt haben, müssen Sie sich darüber klar werden, ob Sie die Tests effektiv durchführen können und über die richtigen Prozesse verfügen, um die Ergebnisse eines Tests umzusetzen.

Experimentieren ist letztendlich Innovation

Je mehr Sie experimentieren, desto mehr Wert schaffen Sie. Das Experimentieren in großem Maßstab ermöglicht es den Menschen, zu lernen und auf der Grundlage dieser Erkenntnisse weitere Tests durchzuführen. Nutzen Sie das Testen nicht nur, um die Gewinner zu ermitteln, denn aus den fehlgeschlagenen Tests können viel mehr Erkenntnisse gewonnen werden. Es kann zum Beispiel sein, dass nur einer von zehn Tests funktioniert. Der wahre Wert liegt in den neun Lektionen, die Sie gelernt haben, und nicht nur in dem einen Test, der positive Auswirkungen gezeigt hat.

Wenn Sie das Ganze so betrachten, werden Sie erkennen, dass die Untersuchungen nach dem Test und die anschließenden Maßnahmen von entscheidender Bedeutung sind: Dort werden Sie weitere Fortschritte in Richtung größerer Innovationen erzielen.

Jonny nennt dies den Schneeballeffekt des Experimentierens. Experimentieren ist Innovation – wenn es richtig gemacht wird. Im Grunde geht es darum, zu entdecken, wie Ihre Kunden darauf reagieren. Und solange Sie aus den Ergebnissen Ihrer Tests lernen, werden Sie in der Lage sein, schneller zu Innovationen zu kommen, gerade weil Sie auf diesen Erkenntnissen aufbauen. So treiben Sie Innovationen voran, die tatsächlich funktionieren.

Was können Sie noch aus unserem Gespräch mit Jonny Longden lernen?

  • Übergang vom Experimentieren zur Validierung
  • Wie man die Kreativität während des Experimentierens beibehält
  • Verwenden von CRO, um die richtigen Probleme zu identifizieren, die angegangen werden müssen
  • Die erforderlichen Bausteine für erfolgreiche Experimente
Über Jonny Longden

Jonny Longden leitet die Conversion-Abteilung von Journey Further, einer Performance-Marketing-Agentur, die sich auf PPC, SEO, PR usw. spezialisiert hat. Die in Großbritannien ansässige Agentur, die teils Agentur, teils Beratungsunternehmen ist, hilft Unternehmen, datengesteuert zu arbeiten und Experimente in ihre Programme einzubauen. Davor war Jonny über ein Jahrzehnt in den Bereichen Conversion-Optimierung, Experimentieren und Personalisierung tätig und arbeitete mit Sky, Visa, Nike, O2, Mvideo, Principal Hotels und Nokia zusammen.

Über den 1,000 Experiments Club

Der 1,000 Experiments Club ist ein von AB Tasty produzierter Podcast, der von Marylin Montoya, VP of Marketing bei AB Tasty, moderiert wird. Begleiten Sie Marylin und das Marketing-Team, wenn sie sich mit den erfahrensten Experten in der Welt des Experimentierens zusammensetzen, um ihre Erkenntnisse darüber zu enthüllen, was nötig ist, um erfolgreiche Experimentierte zu entwickeln und durchzuführen.

Kennst du diese Folge schon?

Wenn nicht, wirf doch gerne direkt einen Blick in unseren letzten Artikel zur Podcast-Episode mit Chad Sanderson, mit dem wir über die erfolgreichsten Arten von Experimentation gesprochen haben.

Blogartikel

17min. Lesezeit

Feature Toggles: Ein Überblick & unsere Best Practices

Feature Toggles zählen zu den leistungsfähigsten Methoden, wenn es um die Unterstützung von Continuous Integration und Continuous Delivery (CI/CD) geht. Feature Toggles – auch Feature Flags genannt – sind eine Methode, mit der Features während der Laufzeit geändert werden können, ohne dabei den Code zu ändern.

Entwickler können zum Erstellen von Features Toggles einen „Decision Point“ coden, an dem das System ein bestimmtes Feature ausführt, abhängig davon, ob bestimmte Bedingungen erfüllt werden oder nicht. Mit anderen Worten, mit Feature Toggles können Sie kontextsensitive Software schnell und effizient ausliefern.

Feature Toggles haben viele Einsatzmöglichkeiten, von der Unterstützung der agilen Entwicklung bis hin zu Markttests und zur Optimierung laufender Operationen. Hinter dieser Fähigkeit steckt aber auch die Gefahr, dass Ihr Code unnötig komplexer wird. Sie müssen mit Feature Toggles richtig umgehen können, um das Beste aus ihnen herauszuholen.

In diesem Artikel bieten wir Ihnen einen Überblick darüber, was Feature Toggles bewirken und wie Sie sie in Ihren Entwicklungs- und Produktionsumgebungen implementieren können. Darüber hinaus stellen wir Ihnen einige Best Practices vor, die wir zur Verwendung dieser Toggles empfehlen.

 

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Was genau ist ein Feature Toggle?

Einfach gesagt ist ein Feature Toggle ein leistungsstarkes „If“-Statement, ab dem während der Laufzeit mindestens einem oder zwei verschiedenen Codepfaden abhängig von einer oder mehreren Bedingungen gefolgt wird. Hier ein konkretes Beispiel:

normalFeature = {
‚id‘: 1,
‚description‘: u’basic service‘,
’newstuff‘: False
}

testFeature = {
‚id‘: 2,
‚description‘: u’much better service‘,
’newstuff‘: True
}

@app.route(‚/ourapp/api/v1.1/storefront‘, methods=[‚GET‘])
def get_tasks():
if internalTester == True:
return jsonify({‚feature‘: testFeature})
else:
return jsonify({‚feature‘: normalFeature})

 

Hier haben wir zwei verschiedene generische Features definiert: normalFeature und testFeature. Während der Laufzeit prüft die Applikation in der Konfiguration, ob das Feature von einem oder einer interne(n) Test-UserIn geladen wird. Wenn ja, lädt die Applikation das Test-Feature, das sich in der Entwicklung befindet. Wenn nicht, sieht der oder die „normale“ KundIn das aktuelle Feature.

Feature Toggles Testing
Beispiel eines Feature Toggle, das zwei Codepfade steuert (Quelle)

 

Feature Toggles können alles sein, ein einfaches „If“-Statement oder komplexe Entscheidungsbäume, die auf viele verschiedene Variablen einwirken. Um festzulegen, welche Richtung ein Toggle nehmen soll, können zahlreiche Bedingungen verwendet werden, u. a. Ergebnisse von Tauglichkeitstests aus anderen Features in der Codebase, eine Einstellung in der Feature Management Software oder eine Variable aus einer Konfig-Datei.

 

Verschiedene Feature Toggles für verschiedene Aufgaben

Gehen Sie mit Feature Toggles jeweils unterschiedlich um, je nachdem, wie Sie sie bereitstellen möchten. Es kann nützlich sein, Toggles in Kategorien nach zwei Aspekten zu unterteilen: wie lange Toggles in der Entwicklung sind bzw. live geschaltet bleiben und wie dynamisch ihre Funktion ist. Demzufolge können wir Feature Toggles in vier verschiedene Kategorien unterteilen:

  • Release Toggles
  • Experiment Toggles
  • Ops Toggles
  • Permission Toggles

Diagramm der Feature Toggles-Kategorien

Ein Diagramm der vier Kategorien der Feature Toggles (Quelle)

 

Release Toggles

Diese Toggles unterstützen Entwicklerteams, wenn sie neue Features schreiben. Statt einen Zweig zu erstellen, in dem das Team das neue Feature schreibt, generiert es ein Release Toggle in der Master Codebase, wobei der Code inaktiv bleibt, während an ihm gearbeitet wird. Die Entwickler können den Trunk Code nach wie vor in die Produktion geben, um ihre Auslieferungsziele zu erfüllen.

Release Toggles sollen in der Regel kein fester Bestandteil Ihrer Codebase sein. Sobald das zugehörige Feature endgültig ist, sollten die Toggles entfernt werden. In der Praxis bedeutet dies in der Regel, dass diese Toggles einen Lebenszyklus von einigen Tagen bis zu einigen Wochen durchlaufen und sich in puncto Langlebigkeit somit auf einer Skala im unteren Bereich befinden. Release Toggles sind auch nicht besonders dynamisch. Entweder steht das Feature zur Freigabe bereit oder nicht.

Beispiel für ein Release Toggle

Ein e-Commerce-Unternehmen entwickelt auf Anfrage eines hochkarätigen Kunden eine neue Konfiguratorfunktion. Der Konfigurator überwacht Artikel, die der Kunde bereits zusätzlich ausgewählt hat, und schlägt Artikel-Sets vor, um seine Bestellung abzurunden.

Das Unternehmen möchte dieses Feature im Endeffekt allen Kunden anbieten. Aber derzeit funktioniert der Konfigurator nur nach den Vorgaben dieses einen Kunden. Das Entwicklerteam dieses Konfigurators aktiviert für dieses neue Feature ein Release Toggle, das es inaktiv lässt.

 

Experiment Toggles

Diese Toggles werden verwendet, um A/B-Tests oder multivariable Tests einfacher zu machen. Sie erstellen einen Toggle Point, hinter dem zwei oder mehrere Codepfade mit den zu testenden Features liegen. Während der Laufzeit teilt das System – oder das Toggle selbst – Nutzer in verschiedene Kohorten auf, an denen diese Features getestet werden.

Durch die Verfolgung aggregierter Experience-Daten bei jeder Kohorte können Sie die Wirkung der verschiedenen Features vergleichen. Experiment Toggles sind eine beliebte Methode für die Optimierung von Marketing-Initiativen, User Experiences und anderer Features für UserInnen.

In der Regel sollten Experiment Toggles nur so lange existieren, bis keine Daten zum Feature-Testing mehr gesammelt werden müssen. Der exakte Zeitrahmen hängt vom Traffic-Volumen bei diesem Feature ab, beläuft sich aber in der Regel auf mehrere Wochen bis mehrere Monate. Diese Einschränkung bezieht sich eher auf den Test selbst als auf das Toggle. Der Nutzen der gesammelten Daten verliert sich im Laufe der Zeit, wenn andere Feature- und Code-Updates Vergleiche mit zuvor gesammelten Nutzerdaten entkräften.

Beispiel für ein Experiment Toggle

Unser e-Commerce-Unternehmen hat die Fehler in seinem neuen Konfigurator beseitigt. Aber es wird darüber diskutiert, welcher der beiden Vorschlagsalgorithmen die beste Experience bietet. Man entschließt sich für einen A/B-Test, um Daten aus der realen Welt zu erhalten.

Das Unternehmen fügt ein Experiment Toggle zum Produktionskonfigurator mit zwei verschiedenen Vorschlagsalgorithmen dahinter hinzu. Das Toggle teilt die UserInnen in zwei Kohorten mit einem Modulo auf, wenn sie versuchen, den Konfigurator zu laden. Nach drei Wochen ist das Team der Meinung, endgültige Daten zu haben, die zeigen, dass mehr UserInnen ihre Bestellungen mit dem Algorithmus B abschließen. Das e-Commerce-Unternehmen entfernt das Experiment Toggle und der Algorithmus B wird für alle UserInnen live geschaltet.

 

A/B Testing
A/B Test Beispiel (Quelle)

 

Ops Toggles

Ops Toggles werden zum Abschalten von Features verwendet – wie ein „Kill Switch“ – oder um die Performance der Features anzupassen. Wenn zum Beispiel bestimmte Bedingungen nicht erfüllt werden und etwa KPI-Ziele unter einem Schwellenwert liegen, schaltet das Toggle das betreffende Feature ab, bis sich die Bedingungen verbessern. Ops Toggles sind für die Programmierung neuer Features kurz nach dem Testing oder bei ressourcenintensiven Features nützlich.

Die Langlebigkeit von Ops Toggles hängt von den jeweiligen Anwendungsfällen ab. Wenn Sie ein Ops Toggle zum Einstellen eines neuen Features kurz nach der Entwicklung verwenden, dann brauchen Sie das Toggle wahrscheinlich nur ein paar Monate. Ein Kill Switch-Toggle wird in der Regel jedoch als permanenter Bestandteil des Codes erstellt. Ops Toggles sind in der Regel genauso statisch oder dynamisch wie die Bedingungen, unter denen das kontrollierte Feature genutzt wird. Beispielsweise sind Ops Toggles tendenziell relativ statisch, wenn sie nur mit einer Leistungskennzahl verbunden sind.

Beispiel für ein Ops Toggle

Unser e-Commerce-Unternehmen bereitet sich auf eine Traffic-Spitze für den jährlichen Schlussverkauf vor. Das ist der erste Sale, bei dem der Konfigurator in der Produktion ist. Während der Tests haben die Entwickler festgestellt, dass der vom User bevorzugte B-Algorithmus Systemressourcen stark beansprucht.

Die Operators verlangten einen Kill Switch für den Konfigurator, bevor die Sales-Angebote live geschaltet wurden. Sie wollten nur ein einziges Toggle, auf das sie in der Release Management Software klicken mussten, falls die Performance nachlassen sollte. Und siehe da, am ersten Tag des Schlussverkaufs begann die Performance beim Konfigurator zu fallen. Und das Ops-Team konnte das Feature schnell abschalten, bevor es von zu vielen UserInnen wahrgenommen wurde.

 

Permission Toggles

Permission Toggles sollen langlebiger sein oder sogar ein fester Bestandteil in Ihrem Code. Sie werden als Methode verwendet, um einem bestimmten Teil von UserInnen Features anzuzeigen. Beispielsweise können Sie ein Permission Toggle verwenden, um ausschließlich Premium UserInnen auf Ihrer Website Premium Inhalte anzubieten. Permission Toggles sind generell die dynamischsten Toggles unter den vier hier definierten Kategorien, da sie in der Regel für eine oder einen UserIn getriggert werden.

Beispiel für ein Permission Toggle

Das einfache Beispiel am Anfang dieses Artikels lässt sich praktisch mit einem Permission Toggle vergleichen. Nach dem jährlichen Schlussverkauf ist unser e-Commerce-Unternehmen der Meinung, Algorithmus B sei zu ressourcenintensiv, um das Feature allen UserInnen anzuzeigen. Stattdessen entscheidet sich das Unternehmen, ein Premium Feature zu erstellen. Das Permission Toggle kann sich wie folgt darstellen:

normalFeature = {
‚id‘: 1,
‚description‘: u’basic service‘,
‚configurator‘: False
}

premiumFeature = {
‚id‘: 2,
‚description‘: u’the better configurator‘,
‚configurator‘: True
}

@app.route(‚/ourapp/api/v1.1/storefront‘, methods=[‚GET‘])
def get_tasks():
if premiumUser == True:
return jsonify({‚feature‘: premiumFeature})
else:
return jsonify({‚feature‘: normalFeature})

 

Feature Toggles vs. Feature Flags

Eine kleine Randbemerkung: Es gibt einige Diskussionen über den Begriff Feature Toggle verglichen zum Begriff Feature Flag. „Toggle“ trifft eher zu, wenn der Code bei mehreren Hauptzweigen des Codes ein- oder ausgeschaltet ist. „Flag“ trifft eher zu, wenn auf einen Entscheidungspunkt multikonditionale oder eine große Anzahl an Codepfaden folgen.

 

Feature Toggles in Ihre Roadmap zur Unterstützung agiler Workflows integrieren

Mit Feature Toggles in Ihrem Entwicklungsprozess werden neuere agile Ansätze unterstützt. Sie können eine Software veröffentlichen, während noch Code Sprints für neue Features bearbeitet werden. Diese Features müssen lediglich hinter Toggles verborgen werden, bis sie für die Veröffentlichung, Marketingtests oder den nächsten Schritt im Entwicklungsprozess tauglich sind.

In der Regel würden Sie die kürzlich vom User oder von der Userin gewünschten Features auf Code-Verzweigungen unter einem eher herkömmlichen Wasserfallmodell schreiben. Diese Features würden im Anschluss einen langen Test- und QA-Prozess durchlaufen, bevor Ihr Team die Features wieder in den Trunk Code zurückführen kann. Mit Feature Toggles können Sie den gesamten Entwicklungs- und Testprozess direkt auf dem Trunk Code durchführen.

 

Unsere Best Practices für die Verwendung von Feature Toggles

Wie bereits erwähnt, stehen Feature Toggles für eine leistungsstarke und flexible Entwicklungsmethode. Wenn Sie Ihre Toggles nicht sorgfältig implementieren und managen, können sie schnell eine chaotische Codebase erhalten.

Es wurden viele verschiedene Best Practices zum Coden von Feature Toggles  vorgeschlagen, aber wir wollten Ihnen einige unserer eigenen Toggles anbieten. Sobald ein unsauberer Entscheidungspunkt in Ihre Codebase geschrieben wird, scheinen viele weitere zu folgen. Wenn diese Best Practices von Anfang an befolgt werden, können Sie solche Probleme in Schach halten.

Website Code

 

Verwenden Sie Feature Toggles, um langsam zur agilen Entwicklung zu wechseln

Wenn Ihr Team agile Entwicklungs- und Testmethoden ausprobieren möchte, ohne sich völlig in eine neue Entwicklungsmethode stürzen zu müssen, dann sind Feature Toggles in Ihrer Roadmap ein ausgezeichnetes Mittel für den Anfang. Die Kosten für diese Versuche sind gering. So könnte zum Beispiel zunächst nur ein Team ein Experiment Toggle für einen ersten Canary Release verwenden.

Wenn der Versuch gelingt, können Sie das Experiment Toggle durch ein Ops Toggle ersetzen, wenn das Feature in die Produktion geht. Dann weiten Sie die Nutzung des Toggles auf andere Teams oder Prozesse aus. Führen Sie dieses Toggle früher in die Entwicklungszyklen ein als Release Toggles. Dann sind Sie langsam aber sicher auf dem Weg zur völlig agilen Entwicklung.

 

Verwenden Sie Toggles sowohl für interne als auch externe Features

Jetzt müsste klar sein: Feature Toggles haben während des gesamten Entwicklungs- und Produktionslebenszyklus Ihrer Software Ihren Zweck. Schränken Sie die Toggle-Nutzung nicht auf Features ein, die nur von KundInnen gesehen werden. Sie können Release und Ops Toggles auch für Backend-Features verwenden. Die Toggles bieten DevOps Teams eine besonders granulare Stufe beim Kontroll- und Risikomanagement des Codes, was wichtig sein kann, wenn Backend-Features geändert werden, die einen entscheidenden Einfluss darauf haben, wie Ihr System performt.

 

Lassen Sie die Toggle-Planung in Ihre Design-Phase einfließen

Vom Toggle-Namen und den Konfigurationseinstellungen bis zum Entfernen der Toggles und der Zugangskontrolle – alles hängt davon ab, wie Sie neue Features gleich zu Beginn entwerfen. Bauen Sie diese Toggle-Planung in Ihren Designprozess ein und die nächsten sechs Monate Ihres Feature Managements werden um einiges einfacher sein.

 

Verwenden Sie ein standardisiertes Toggle Namensschema

Viele Unternehmen verwenden einen Style Guide für Entwickler, der festlegt, wie sie Code schreiben und organisieren sollen, wie sie zum Beispiel Abstände, Reihenfolge und Klammern beim Naming anwenden. Wenn Sie Feature Toggles verwenden wollen, sollten Sie auch den Naming-Stil schon frühzeitig im Einführungsprozess Ihrer Toggles standardisieren.

Kurz und bündig zu sein, ist beim Coden für andere Aspekte wichtig. Wenn es aber um Toggle-Namen geht, seien Sie ausführlich. Details bedeuten Klarheit. Ausführliche Toggle Namen helfen Entwicklern und Ops Teams außerhalb Ihres Kernteams zu verstehen, was sie prüfen, wenn ihr einziger Bezug der Toggle Name ist, den Sie sechs Monate zuvor aus einer Laune heraus gewählt haben.

Einige weitere Toggle-Namenskonventionen, die wir vorschlagen:

  • Binden Sie den Namen des Teams oder Projekts ein.
  • Binden Sie das Datum ein, an dem das Toggle erstellt wurde.
  • Identifizieren Sie die Kategorie des Flags.
  • Beschreiben Sie das tatsächliche Toggle-Verhalten.

 

Hier ein Beispiel: algteam_10-12-2021_Ops_configurator-killswitch

Dieser Name bietet einige nützliche Informationen, aus denen jeder oder jede in einem Team ableiten kann, worum es sich handelt, wenn ein Toggle in einer Fehlermeldung genannt wird. Sie wissen, wer das Toggle geschrieben hat, wie lange es in der Codebase war und was das Toggle bewirkt.

Unterschiedliche Toggles unterschiedlich handhaben

Es scheint selbstverständlich, ist aber ein wichtiger Punkt, den es hervorzuheben gilt. Wie wir bereits oben erwähnt haben, können Feature Toggles in vier allgemeine Kategorien unterteilt werden. Sie sollten die einzelnen Kategorien unterschiedlich handhaben.

Denken Sie an den oben erwähnten Konfigurator, als er die Entwicklungsphase, dann Markttests und anschließend den laufenden Betrieb durchlief. Der Konfiguratorcode befand sich die gesamte Zeit hinter einem dieser Features Toggles. Aber die Art und Weise, wie die Entwicklungs- und Produktteams mit diesem Toggle interagieren, muss in jedem Stadium geändert werden.

Zu Beginn der Entwicklung kann das Toggle einfach in der Versionskontrolle konfiguriert werden. Während das e-Commerce-Unternehmen A/B-Tests durchführt, kann das Toggle auf einer Feature Management-Plattform sein. Wenn das Ops-Team einen Kill Switch hinzufügt, kann es sich entscheiden, es in derselben Feature Management-Plattform, aber auf einem anderen Dashboard zu lassen.

Feature Management Plattform Dashboard

AB Tasty Flagship Dashboard (Source)

Feature Toggle-Konfigurationen immer darlegen

Wie bei jedem anderen Codeobjekt auch, ist es besser, Feature Toggle-Konfigurationen als Metadaten zu dokumentieren, damit andere Entwickler, Tester und Produktionsteams ein Dokument in Papierform haben, dem sie folgen können, um genau zu verstehen, wie Ihr Feature Toggle in einer bestimmten Umgebung läuft. Am besten, Sie speichern Ihre Toggle-Konfiguration in einem für Menschen lesbaren Format, damit auch andere außerhalb Ihres Teams verstehen, was ein Toggle bewirkt.

Diese Best Practice ist für die Features nützlich, bei denen längerfristig Toggles verwendet werden sollen. Denken Sie wieder an unser Konfiguratorbeispiel. Ein völlig neuer Product Operator, der versucht, einen plötzlichen, unerwarteten Performance-Rückgang zu verstehen, würde sehr dankbar für eine Datei sein, die für Menschen lesbar ist und ihm erklärt, dass der B-Algorithmus bei Tests ein Jahr zuvor plötzlich ressourcenintensiv wurde.

 

Behalten Sie die Haltekosten für Feature Toggles im Auge

Wenn Sie Feature Toggles zum ersten Mal benutzen, sollten Sie sich nicht hinreißen lassen, alle auf einmal überall im Code zu verwenden. Feature Toggles lassen sich zwar einfach erstellen, müssen aber richtig gehandhabt und getestet werden, um einen wirklichen Nutzen zu ziehen. Setzen Sie nach und nach mehr Feature Toggles ein oder ziehen Sie die Integration einer Feature Management-Plattform in Ihre Entwicklungs- und Ihre Testumgebung in Betracht.

Stellen Sie Feature Toggles strategisch bereit und halten Sie Ihren Toggle-Bestand so niedrig wie möglich. Verwenden Sie sie, wenn es notwendig ist. Aber überprüfen Sie, ob Toggles die angemessene Methode für die Lösung eines bestimmten Problems sind.

Lassen Sie keine alten Toggles in Ihrem Code. Streichen Sie die Toggles zusammen, sobald sie ausgedient haben. Je mehr inaktive Toggles im Code, desto größer der Mehraufwand für Ihr Team, diese Toggles zu managen. Sie können Toggles entfernen, wenn Sie Code Cleanups auf die To-Do-Liste Ihrer Teams setzen oder diesen Prozess in Ihre Management-Plattform integrieren.

Developer von Features Toggles
Entwickler bei der Arbeit (Quelle)

 

Halten Sie den Toggle Scope möglichst klein

Aufgrund der Wirkung der Toggles neigt man dazu, große Codeabschnitte von einer komplexen Toggle-Reihe zu steuern. Bleiben Sie „standhaft“ und halten Sie den Toggle Scope bei jeder Aufgabe möglichst klein.

Sollte ein Toggle auf mehrere Features übergreifen, kann es für den Rest des Teams zum Albtraum werden, Bugs zu beheben, die Wochen oder Monate zurückliegen und sich jetzt auf die Arbeit des Teams auswirken.

Nehmen wir noch einmal unser Konfiguratorbeispiel. Unser Dev-Team erstellt vier separate Widgets, die der oder die UserIn im Konfiguratortool benutzt. In diesem Szenario würden wir fünf Toggles empfehlen: eins für den Konfigurator selbst und eins für jedes einzelne Widget. Coden Sie die Widget Toggles abhängig vom Konfigurator-Toggle. Wenn in diesem Framework eines der Widgets nicht richtig lädt, werden die anderen dem oder der UserIn angezeigt.

Feature Toggles können den gesamten Entwicklungsprozess verändern

Feature Toggles sind für die Entwicklung, Tests und Steuerung von Code Features im Framework der Continuous Integration und Continuous Delivery eine wirkungsvolle Methode. Sie stehen für eine einfache Methode, mit der Ihr Team einen stabileren Code höherer Qualität nach agilen Prinzipien ausliefern kann.

In diesem Artikel haben wir erklärt, wie Feature Toggles funktionieren, welche Toggles Sie erstellen und wie Sie diese Toggles in Ihrem agilen Prozess verwenden – oder sie in einem Entwicklungsprozess ausprobieren können. Darüber hinaus haben wir Ihnen einige unserer empfohlenen Best Practices vorgestellt, damit Ihr Unternehmen das Beste aus Feature Toggles herausholen kann.

 

Fangen Sie klein an, um im größeren Rahmen fortzufahren

Es gibt keinen Grund, nicht schon heute Feature Toggles zu nutzen. Fangen Sie klein an und nutzen Sie zunehmend mehr Features Toggles, wenn Ihr Team sich daran gewöhnt und verstanden hat, wie diese Toggles funktionieren. Wenn Sie gerade beginnen, ein vollkommen neues Feature zu coden, richten Sie ein Release Toggle im Trunk Code ein. So brauchen Sie keine Verzweigung. Wenn Sie mit Markttests beginnen, richten Sie ein Experiment Toggle für Split Testings ein.

Wenn Ihr Team sich im Klaren ist, wie es Feature Toggles verwenden möchte, ziehen Sie eventuell eine Feature Management-Plattform für eine optimierte Administration der Toggles in Betracht. Die Optimierung von Entwicklung und Testing war genau das, woran wir gedacht hatten, als wir Flagship, unsere Release- und Feature Management-Plattform, entwickelt haben.

Mit Flagship hat Ihr Team das richtige Tool zur Hand, um Toggle Workflows und Kommunikation zu optimieren. Unabhängig von den Aufgaben oder dem Fokus eines Teams bringt Flagship, unser Feature Management-Tool, alle Voraussetzungen mit, um die richtigen Features auf richtige Weise bereitzustellen.

Blogartikel

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Conversion Funnels: Alles, was Sie wissen müssen

Jedes Unternehmen, das Produkte oder Services online verkauft, hat einen Conversion Funnel – aber nicht jeder weiß es. Wenn Sie sich nicht sicher sind, was eine Conversion ist oder wie Sie Ihre Conversion für einen höheren Online-Umsatz verfeinern können, sind Sie hier genau richtig. In diesem Beitrag erfahren Sie alles, was Sie über Conversion Funnels wissen müssen. Wir beginnen mit den Basics: Was sind Conversion Funnels und welche drei wichtigen Phasen beinhalten sie? Anschließend gehen wir auf einige der effektivsten Strategien ein, um Ihre Funnels zu verbessern und den Umsatz zu steigern. Los geht‘s!

In diesem Artikel greifen wir folgende Punkte auf:

[toc]

 

Was ist ein Conversion Funnel?

Ein Conversion Funnel ist ein Prozess, der potenzielle KundInnen durch den Kauf Ihrer Produkte oder Services führt. Ein Conversion Funnel ist der Grundstein aller Geschäftsmodelle im E-Commerce und führt potenzielle KundInnen durch den gesamten Prozess: ab dem Zeitpunkt, an dem sie zum ersten Mal auf Ihre Marke aufmerksam werden, bis sie einen Kauf tätigen und darüber hinaus.

Conversion Funnel Schema
Conversion Funnel – Schema (Quelle)

 

Wenn Ihnen Conversion Funnels nicht vertraut sind, denken Sie an die Form eines Trichters – oben breit und unten schmaler. Er steht für den Besucherstrom, der sich durch Ihre Marketingstrategie bewegt. Nicht jeder, der auf Ihr Unternehmen aufmerksam wird, wird auch zu einem oder einer zahlenden KundIn. Es ist, als würde man Filterkaffee aufbrühen – oben bleibt jede Menge Kaffeesatz und unten tropft dann der hochwertige Kaffee durch den Trichter in Ihre Tasse. Ein Verkaufstrichter funktioniert genauso. Ziel ist, möglichst viele relevante Leads in den oberen Teil des Trichters zu bekommen und ungeeignete Interessenten herauszufiltern, sodass die idealen KundInnen übrig bleiben, die bei Ihnen kaufen möchten.

Wenn Sie Ihren Conversion Funnel optimieren, maximieren Sie die Wirkung Ihrer Online-Marketingstrategie und steigern den Umsatz. Dies ist keine Aufgabe, die ein für alle Mal erledigt wird, sondern die Sie im Laufe Ihres Geschäftslebens ständig verfeinern müssen. Möchten Sie wissen, wie?

Kaffeetrichter als Funnel
Kaffeetrichter (Quelle)

 

Was ist der Unterschied zwischen einem Conversion Funnel und einem Sales Funnel?

Die Begriffe „Conversion Funnel“ und „Sales Funnel“ werden oft wie Synonyme gebraucht. Aber bedeuten sie wirklich dasselbe? Die Antwort auf diese Frage lautet nein, obwohl sie eng miteinander verbunden sind. Ein Sales Funnel beginnt in der Regel mit einer oder einem potenziellen KundIn, die oder der in die Verkaufspipeline eintritt. Das kann sowohl online (in einer E-Commerce-Umgebung) als auch offline geschehen. Potenzielle KundInnen treten jedoch in der Regel erst dann in Ihren Sales Funnel, wenn sie bereits mit Ihrer Marke und Ihren Produkten oder Services vertraut sind.

Online kann es eine Weile dauern, bis dieser Moment erreicht ist. Vor allem, wenn Sie Personen ansprechen, die noch nie von Ihrer Marke gehört haben. Es braucht Zeit, eine Verbindung und Vertrauen zu Ihrer Zielgruppe aufzubauen.

Genau hier kommt der Conversion Funnel ins Spiel. Hier geht es nicht nur um Verkaufen, sondern darum, eine Verbindung zu Ihrer Zielgruppe aufzubauen, Leads zu generieren und diese Leads dann bei einer Journey zu Ihrem Unternehmen zu führen. Potenzielle KundInnen kommen vielleicht „kalt“ in Ihren Trichter, ohne viel darüber zu wissen, wer Sie sind oder was Sie eigentlich machen. Mit der Zeit wird Ihr Trichter sie „aufwärmen“, Vertrauen in Ihr Angebot aufbauen und sie „kaufwillig“ machen. Der Trichter umfasst den gesamten Prozess – vom ersten Kontakt bis zum Kauf.

Die drei Phasen des Conversion Funnels

Es gibt viele verschiedene Conversion Funnel-Modelle. Alle schlagen im Großen und Ganzen dasselbe vor: die Unterteilung des Prozesses in mehrere Phasen des Conversion Funnels, die KundInnen vor einem Kauf durchlaufen müssen. Ein(e) KundIn kann den Trichter in jeder Phase betreten oder verlassen, aber Ihr personalisiertes Modell legt fest, wie KundInnen mit Ihrem Unternehmen in Kontakt treten sollen.

Das genaue Modell stellt sich bei jedem Unternehmen anders dar. Im Folgenden aber die drei Phasen, die wir Ihnen empfehlen.

 

Phase 1: Bewusstsein am oberen Ende des Trichters aufbauen

Am oberen Ende des Trichters geht es darum, auf Ihre Marke aufmerksam zu machen und die Aufmerksamkeit von Leads zu wecken. Diese Phase ist u. U. die Wichtigste. Denn wie wollen Sie jemandem etwas verkaufen, wenn Sie ihn nicht in Ihren Trichter bekommen? Dieser kritische Schritt wird oft als Awareness- bzw. Bewusstseinsphase bezeichnet. Die genaue Strategie, um dies zu erreichen, hängt von Ihrer oder Ihrem KundIn ab. Wer sind diese KundInnen? Wo halten sie sich auf? Welche grundlegenden Probleme haben sie und mit welchen Herausforderungen sind sie konfrontiert? Warum sollten sie sich für das interessieren, was Sie ihnen anbieten? Die Antworten auf diese Fragen können in der Bewusstseinsphase nützliche Hinweise liefern. Vergessen Sie nicht: Es geht nicht um Sie, es geht um den oder die KundIn. Hier einige Dinge, die am oberen Ende des Trichters geschehen sollten.

 

Content Marketing

Um online Aufmerksamkeit zu erregen, brauchen Sie Content. Dieser Content kann viele Formen annehmen. Daher sollten Sie sich Gedanken über die Arten von Content machen, die Ihre Zielgruppe am ehesten konsumiert. Zum Beispiel sprechen TikTok-Videos 18- bis 24-Jährige an, sind dann aber eventuell nicht die beste Option für eine ältere Zielgruppe.

Beim Erstellen Ihrer Content Marketing-Strategie sollten Sie sowohl Onsite- als auch Offsite-Content in Betracht ziehen. Ein effektiver Conversion Funnel braucht beides. Offsite-Content trägt dazu bei, Aufmerksamkeit zu erregen und UserInnen auf Ihre Website zu locken. Im Gegensatz dazu binden Onsite-Contents Ihre Zielgruppe ein und veranlassen sie, den nächsten Schritt zu gehen und sich z. B. in Ihre Mailingliste einzutragen.

 

Marketing-Kampagnen

Neben Ihrer Content Marketing-Strategie sollten Sie sich auch Gedanken zu den Marketingkampagnen machen, mit denen Sie die Menschen dazu bewegen, sich mit diesen Contents zu beschäftigen. Wie kann es Ihnen gelingen, dass Ihr Content gesehen wird? Wie werden Sie die Aufmerksamkeit der UserInnen gewinnen? Sind Sie nur online tätig oder werden Sie auf Offline-Marketing zurückgreifen, um Leads zu generieren?

E-Commerce-Unternehmen betrachten Offline-Marketingkampagnen als irrelevant und lehnen sie schnell ab. Dabei können besonders gezielte Offline-Kampagnen äußerst nützlich sein. Der Online-Marktplatz ist überfüllt! Innovative Möglichkeiten, um Ihre Zielgruppe offline zu erreichen und sie auf Ihren Online-Content zu lenken, kann eine kostengünstige Lösung sein, um Leads für Ihren Conversion Funnel zu generieren.

Sie könnten sich auch überlegen, wie Sie einige Ihrer Marketingkampagnen automatisieren können. Die Erstellung von Evergreen-Kampagnen, die im Hintergrund laufen können, während Sie und Ihre Mitarbeiter sich auf andere Aufgaben konzentrieren, ist für eine Gewinnmaximierung nützlich. Im Wesentlichen bedeutet dies, dass Sie Leads für Ihr Unternehmen generieren können, während Sie schlafen.

Leads erfassen

Die Erfassung von Leads ist der letzte Schritt der Awareness-Phase. Hier verschieben Sie Ihre potenziellen KundInnen vom oberen Ende Ihres Conversion Funnels in die Mitte. Sobald Sie eine(n) potenzielle(n) KundIn auf Ihre Website gelenkt und sie oder ihn dazu angeregt haben, sich mit Ihrem Content zu befassen, stellt sich die Frage, wie es weitergehen soll. Jeder Content auf Ihrer Website, mit dem sich Ihre Zielgruppe beschäftigt, sollte einen Call-To-Action enthalten – etwas, das ihnen sagt, welche Handlung sie als nächstes ausführen sollen.

Dazu sollten Sie einen Lead-Magneten in Betracht ziehen. Zum Beispiel einen Rabatt-Code. Aber um maximale Ergebnisse zu erzielen, könnten Sie etwas entwickeln, das zur Lösung eines Problems beiträgt und in direktem Zusammenhang mit dem angebotenen Produkt oder Service steht.

So stellen Sie nicht nur sicher, hochqualifizierte Leads zu erfassen, sondern auch, dass sich UserInnen anmelden, wenn sie noch nicht zu einem Kauf bereit sind. Da ein Conversion Funnel KundInnen dazu zu bringen soll, bei Ihnen zu kaufen, ist dieser Punkt beim Erstellen Ihrer Content Marketing-Strategie äußerst wichtig und sollte berücksichtigt werden.

Sobald Sie die E-Mail-Adresse erhalten haben, ist es an der Zeit, zur zweiten Phase des Conversion Funnels zu gehen: die Pflege Ihrer Zielgruppe, um das Interesse an Ihren Produkten oder Services zu wecken.

Business Dashboard
Business Dashboard (Quelle)

 

Die besten Wege, Bewusstsein aufzubauen

Um die Anzahl der Leads zu maximieren, sollten Sie Ihre Aktivitäten in der ersten Phase auf mehrere digitale Marketingkanäle konzentrieren. Hier einige der beliebtesten Optionen:

 

Social Media

Angesichts der rund 4 Milliarden Social Media-UserInnen weltweit (mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung) überrascht es nicht, dass Social Media-Marketing eine der beliebtesten Methoden zur Lead-Generierung ist. Dennoch ist es wichtig zu wissen, dass dies keine einfache Option ist! Viele Geschäftsinhaber betrachten Social Media als schnelle und kostengünstige Lösung, die ihre Zielgruppe anwachsen lässt. Doch auch hier sind Zeit und Mühe gefragt, um Ergebnisse zu erzielen – wie bei jeder anderen Marketingstrategie auch.

Arbeiten Sie mit einem Experten zusammen, um einen Social Media-Marketingplan zu entwickeln, der Ihnen hilft, sich von der Masse abzuheben. Viele Unternehmen nutzen Social Media, um Menschen in ihren Conversion Funnel zu bringen, aber nur wenige machen es richtig.

 

Paid Search

Wohin wenden Sie sich als Erstes, wenn Sie Informationen brauchen? Schätzungen zufolge werden jedes Jahr rund 2 Billionen Suchanfragen bei Google gestellt – Werbung für Ihren Content bei Google könnte also sehr lukrativ sein! Im Gegensatz zum Social Media-Marketing suchen UserInnen von Suchmaschinen aktiv nach den Informationen, die Sie anbieten. Um die beste Click-Through-Rate zu erzielen, sollten die ins Auge gefassten Suchbegriffe für den Inhalt direkt relevant sein. Und testen Sie Kampagnen mit einem kleinen Budget, bevor Sie weitere Ausgaben tätigen.

 

Organische Suche

Eine gute Idee wäre auch, Ihren Content für die organische Suche zu optimieren. Keine kurzfristige Strategie, aber durch die Suchmaschinenoptimierung (SEO) können auf Ihre Website im Laufe der Zeit höhere Traffic-Volumen generiert werden. Legen Sie den Fokus auf die Erstellung von Evergreen Content, ein Inhalt, der nicht irrelevant wird oder veraltet und noch viele Jahre lang in organischen Suchanfragen erscheinen kann. Wenn Sie Website-BesucherInnen organisch über Suchmaschinen gewinnen, sind Sie besser in der Lage, eine Liste qualifizierter Leads zu erhalten und die Qualität der BesucherInnen zu verbessern, die in Ihren Conversion Funnel treten.

 

Phase 2: Ihre Zielgruppe pflegen

Viele Online-Unternehmen machen den grundlegenden Fehler, zu früh auf einen Kauf zu drängen. Zwar können (und sollten) Sie potenziellen KundInnen immer die Möglichkeit bieten, zu ihren Bedingungen bei Ihnen zu kaufen, doch sollten Sie Ihren Conversion Funnel so gestalten, dass Sie Ihre Leads pflegen und Vertrauen zu Ihrer Marke aufbauen, bevor Sie sie in die Verkaufspipeline führen.

 

In Kontakt bleiben

Sobald ein(e) potenzielle(r) KundIn Ihnen mitgeteilt hat, dass sie oder er mehr von Ihnen hören möchte, ist es wichtig, mit ihr oder ihm in Kontakt zu bleiben. Dazu sollten Sie möglichst mehrere Kanäle nutzen. Fordern Sie die KundInnen auf, Ihnen in den sozialen Medien zu folgen. Sprechen Sie sie mit einem relevanten Online-Content erneut an und senden Sie ihnen regelmäßig E-Mails. Recherchen zeigen immer wieder: Je mehr Gelegenheiten potenzielle KundInnen haben, sich online mit Ihrer Marke zu beschäftigen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie bei Ihnen kaufen. (Vgl. auch Funnel Online Marketing)

Kurz gesagt, es reicht nicht aus, nur zu wissen, dass es Sie gibt. Wenn Sie etwas verkaufen wollen, müssen Sie auch dafür sorgen, dass man sich mit Ihnen beschäftigt!

 

Ihre Produkte und Services positionieren

Wenn Sie mit Ihrer Zielgruppe in Kontakt bleiben und sie pflegen, sollten Sie auch sicherstellen, dass jeder Lead mit Ihren Produkten und Services vertraut ist. In diesem Schritt geht es nicht darum, den Verkauf zu forcieren – darauf kommen wir in der nächsten Phase zurück. Sie sollten hingegen Ihr Angebot interessant und ansprechend präsentieren. Im Grunde genommen müssen Ihre Leads zu einem Kauf bereit sein, wenn Sie Ihren Sales Pitch präsentieren. Um diese Phase zu erreichen, müssen die Leads wissen, was Sie verkaufen.

 

Den Kaufwunsch wecken

Und zu guter Letzt sollten Sie Ihre Zielgruppe während der gesamten Pflege-Phase darauf vorbereiten, die gewünschte Aktion durchzuführen. In den meisten Fällen ist dies der Abschluss eines Kaufs. Wie Sie das erreichen können? Mit Emotionen.

Der Mensch ist ein emotionales Wesen. Erinnern Sie sich noch, wie wir vorhin über die Probleme und Herausforderungen gesprochen haben, die Ihr Produkt oder Ihr Service für Ihre KundInnen lösen kann? Welche Emotionen stecken hinter diesem Problem? Sprechen Sie diese Emotionen an, wenn Sie mit Ihrer Zielgruppe in Kontakt treten, und machen Sie deutlich, dass Sie ihr helfen wollen, diese Gefühle zu bewältigen, um positivere und wünschenswerte Emotionen zu wecken. Welche Gefühle werden durch Ihr Produkt oder Ihren Service ausgelöst? Können Sie einige dieser Gefühle mit Ihrem Inhalt vermitteln?

Menschen haben nicht nur Gefühle, sondern auch den angeborenen Wunsch, verstanden zu werden. Je mehr Sie ihnen zeigen, dass Sie sie verstehen, desto mehr werden sich diese BesucherInnen mit Ihrer Marke identifizieren und Lust haben, mit Ihnen Geschäfte zu machen.

Bei diesem Schritt sollten Sie auch Ihre Mitbewerber im Auge behalten, vor allem, wenn Sie auf einem wettbewerbsfähigen Nischenmarkt vertreten sind. Warum sollte sich Ihre Zielgruppe für Sie entscheiden und nicht für Ihre Mitbewerber?

 

Phase 3: Potenzielle KundInnen in zahlende KundInnen umwandeln

In Phase drei geht es darum, den Verkauf zu sichern. Ohne diese Phase ist Ihr Unternehmen nichts – ohne zahlende KundInnen erzielen Sie keine Gewinne. Hoffentlich verstehen Sie jetzt, weshalb es wichtig ist, Ihre Zielgruppe bei dieser Journey durch die vorherigen Phasen zu führen, bevor Sie versuchen, sie zu konvertieren. Wenn Sie Ihren Trichter optimiert haben, sind Ihre Leads jetzt bereit, bei Ihnen zu kaufen.

 

 

Pflegen Sie Leads weiter

Es ist wichtig, sich über Folgendes im Klaren zu sein: Bleiben Sie dabei und pflegen Sie auch weiterhin Ihre potenziellen KundInnen, sobald sie das Ende des Trichters erreicht haben. Diese Phase sollte fortgesetzt werden, solange Ihre Leads – und späteren KundInnen – mit Ihrem Unternehmen in Kontakt sind.

 

Arbeiten Sie im Rhythmus Ihrer oder Ihres potenziellen KundIn

Es ist ebenfalls wichtig, nicht zu vergessen, dass Ihre potenziellen KundInnen alle nach ihrem eigenen Rhythmus vorangehen. Einige sind eher zu einem Kauf bereit als andere. Deshalb sollten Sie Ihren Conversion Funnel als Prozess betrachten. Es geht nicht darum, Leads an einem Ende „einzuwerfen“ und sie am anderen Ende herauszuholen, sondern darum, Kontakte zu fördern, die Ihrem Unternehmen langfristig zum Erfolg verhelfen.

Wenn Sie versuchen, einen Verkauf auszulösen, Ihre KundInnen aber noch nicht bereit sind, sollten Sie sie weiter ansprechen und pflegen und später einen neuen Versuch starten. Wenn keiner Ihrer potenziellen KundInnen in dieser Phase des Conversion Funnels bei Ihnen kauft, ist das ebenso ein Zeichen, dass Sie etwas ändern müssen. Mehr dazu an späterer Stelle.

 

Lösen Sie einen Verkauf aus

Jetzt ist es an der Zeit, Ihre Leads zu zahlenden KundInnen zu machen, aber wie? Wie immer gibt es auch hier zahlreiche Möglichkeiten. Um die richtige Lösung zu finden, müssen Sie wahrscheinlich einiges ausprobieren. Eine gute Idee wäre, einige Verkaufstaktiken zu testen und zu sehen, welche funktioniert. Bei manchen Unternehmen reicht eine einfache E-Mail oder eine Retargeting-Kampagne in den sozialen Medien aus. Aber bei anderen müssen Sie sich vielleicht etwas Persönlicheres oder Kreativeres einfallen lassen.

 

Was macht einen guten Call-to-Action aus?

Calls-to-Action sind der Kern eines jeden effektiven Conversion Funnels. Aber wie stellen Sie sicher, dass CTAs effektiv sind? Hier einige Tipps für den Anfang.

 

Seien Sie klar und präzise

Ihr Call-to-Action sollte nicht zu weitschweifig sein. Am besten drücken Sie sich direkt aus, mit kurzen Sätzen. Sagen Sie Ihrer Zielgruppe genau, was sie tun soll. Verwenden Sie Verben wie „kaufen“, „einkaufen“ oder „herunterladen“. Mit „die neue Kollektion kaufen“ steigt der Umsatz wahrscheinlich eher als mit Aussagen wie „unsere neue Kollektion ist jetzt auf unserer Website verfügbar“.

 

Fragen Sie nach dem Warum

Versetzen Sie sich bei der Entwicklung Ihrer CTA in die Lage Ihrer oder Ihres potenziellen KundIn. Warum sollten sie Ihrer Bitte nachkommen? Genau hier kommt der Text in Ihrem Sales Pitch ins Spiel. Der Call-to-Action ist das letzte Puzzleteil. Wenn Ihr Lead zu diesem Teil Ihres Contents gelangt, sollte er bereits kurz davor sein, die Schaltfläche zu drücken. Es sollte selbstverständlich für ihn sein.

 

Die Rolle des Warenkorbs

Der Warenkorb auf Ihrer Website kann einer Ihrer größten Assets sein, um die Verkaufszahlen in die Höhe zu treiben. Wussten Sie, dass Sie Warenkorbabbrüche mit Ihren E-Mail-Abonnenten nachverfolgen können? Wenn nicht, verpassen Sie eines der effizientesten Conversion Tools, die Unternehmen im Bereich E-Commerce zur Verfügung stehen. Recherchen zufolge kommt es im Online-Handel in 70 % der Fälle zum Warenkorbabbruch. Denn vergessen Sie nicht: Diese BesucherInnen sind Leads, die den Conversion Funnel durchlaufen haben und kurz vor einem Kauf stehen. Was hat sie daran gehindert? Etwas so Einfaches wie eine Unterbrechung? Setzen Sie sich wieder mit ihnen in Verbindung und fragen Sie nach, ob sie ihren Kauf abschließen möchten. Wahrscheinlich werden Sie von den Ergebnissen überrascht sein.

 

Ihren Trichter mit Kennzahlen von Conversion Funnels bewerten

Wie bereits zu Beginn dieses Beitrags erwähnt, können Sie einen Conversion Funnel nicht einfach erstellen und dann links liegen lassen. Es geht hier um einen fortlaufenden, interaktiven Prozess, den Sie im Laufe der Zeit verfeinern müssen. Digitales Marketing ist dynamisch und verändert sich ständig – und Ihr Conversion Funnel muss sich mit den Trends der Branche und technologischen Fortschritten weiterentwickeln. Ihren Trichter zu bewerten ist für diesen Prozess ein wesentlicher Bestandteil und ermöglicht, jede Phase des Prozesses zu verbessern, um mehr qualifizierte Leads zu generieren und mehr dieser Leads in zahlende KundInnen zu verwandeln.

Als Erstes sollten Sie Google Analytics einrichten, um Ihren Conversion Funnel zu verfolgen. Sie können dann einen Lead verfolgen, sobald er in Ihren Trichter tritt. Und das bis zum Kauf. So erhalten Sie einen Überblick über die Performance Ihres Trichters und Zugriff auf einige der wichtigsten Kennzahlen des Conversion Funnels, die Ihnen bei der Entscheidung helfen, worauf Sie als Nächstes den Fokus setzen sollten, wie z. B.:

 

Cost per Acquisition (CPA)

Marketing kostet Geld. Und die mit Ihrem Conversion Funnel verbundenen Ausgaben können sich schnell summieren. Es ist äußerst wichtig, den Nutzen dieser Investitionen zu verstehen. Wie hoch ist der Return on Investment (ROI) für Ihren Conversion Funnel? Um die Antwort zu erhalten, müssen Sie Ihre Cost per Acquisition berechnen. Dazu teilen Sie die mit Ihrem Conversion Funnel verbundenen Kosten durch die Anzahl der zahlenden KundInnen, die der Trichter im gleichen Zeitraum generiert hat. Wenn Sie z. B. 500 US-Dollar investiert und 10 zahlende KundInnen generiert haben, beträgt Ihr CPA 50 US-Dollar.

Anschließend können Sie diese Zahl dann mit den durchschnittlichen Ausgaben vergleichen und herausfinden, ob Ihre Conversion gewinnbringend ist oder nicht. Wenn die oder der durchschnittliche KundIn wie im Beispiel oben 200 US-Dollar ausgibt, ist Ihr Trichter gewinnbringend. Liegt die durchschnittliche Lebenszeitausgabe hingegen bei 20 US-Dollar, fährt der Trichter einen Verlust ein.

 

Conversion Rate

Google Analytics berechnet die Conversion Rate Ihres Trichters danach, wie viele der BesucherInnen sowohl die Zielseite (z. B. „Danke für Ihren Kauf“) als auch eine der Seiten besucht haben, die mit den früheren Phasen Ihres Conversion Trichters verknüpft sind. So erhalten Sie nützliche Informationen darüber, wie gut Ihr Trichter im Laufe der Zeit funktioniert, was Ihnen bei der Bewertung aller Änderungen im Hinblick auf die Optimierung Ihres Trichters helfen kann.

 

Sind Sie bereit für die Optimierung Ihres Trichters?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Conversion Funnels für alle Unternehmen im Online-Handel ein unerlässliches Asset sind. Wenn Sie Ihren Umsatz steigern möchten, ist die Optimierung Ihres Trichters oft der beste Ausgangspunkt. Welche Schritte werden Sie nach dem Lesen dieses Beitrags unternehmen?

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1,000 Experiments Club: Ein Gespräch mit Ronny Kohavi (ehemals bei Airbnb, Microsoft und Amazon)

Ein Pionier des Experimentierens macht einen ernüchternden Realitätscheck: Die meisten Ideen werden scheitern (und das ist auch gut so)

Nur wenige Menschen haben so viel Erfahrung mit Experimenten gesammelt wie Ronny Kohavi. Seine Arbeit bei Tech-Giganten wie Amazon, Microsoft und Airbnb – um nur einige zu nennen – hat den Grundstein für das moderne Online-Experimentieren gelegt.

Bevor sich die Idee des „schnellen Aufbaus und der häufigen Bereitstellung“ in den Technologieunternehmen durchsetzte, folgten die EntwicklerInnen einem Wasserfallmodell mit weniger Veröffentlichungen (manchmal alle 2-3 Jahre). Die Verkürzung der Entwicklungszyklen in den frühen 2000er Jahren dank der agilen Methodik und ein Anstieg der Online-Experimente schufen den perfekten Rahmen für eine Revolution in der Softwareentwicklung – und Ronny stand im Mittelpunkt des Geschehens.

Marylin Montoya, VP Marketing von AB Tasty, hat sich aufgemacht, um die Anfänge des Experimentierens mit Ronny aufzudecken und herauszufinden, warum Scheitern eigentlich eine gute Sache ist. Hier sind einige der wichtigsten Erkenntnisse aus ihrem Gespräch.

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Progressive Einführungen als Sicherheitsnetz

Ein typischer Versuchszyklus sieht vor, dass der Test durchschnittlich zwei Wochen lang 50 % der Verbraucher ausgesetzt wird, bevor er schrittweise eingeführt wird. Ronny schlägt jedoch vor, die Sache aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten: Beginnen Sie mit einer kleinen Zielgruppe von nur 2 %, bevor Sie auf 50 % aufstocken. Der langsamere Anstieg gibt Ihnen die Zeit, um alle schwerwiegenden Probleme oder eine Verschlechterung der metrischen Werte nahezu in Echtzeit zu erkennen.

In einem Experiment konzentrieren wir uns vielleicht nur auf zwei Funktionen, aber wir haben eine große Anzahl von Warnhinweisen, die darauf hindeuten, dass wir X, Y oder Z nicht verschlechtern sollten. Die statistischen Daten, die Sie sammeln, könnten auch darauf hindeuten, dass Sie sich auf etwas auswirken, das Sie nicht beabsichtigt haben. Daher die Verwendung von progressiven Implementierungen, bei denen Sie externe Faktoren erkennen und Ihren Test einfach zurücksetzen können.

Das ist so, als ob Sie Wasser kühlen würden: Sie merken vielleicht, dass Sie die Temperatur ändern, aber erst wenn Sie 0 ºC erreichen, bildet sich Eis. Man merkt plötzlich, dass ab einem bestimmten Punkt etwas sehr Großes passiert. Der Einsatz mit einer sicheren Geschwindigkeit und die Überwachung der Ergebnisse können also zu enormen Verbesserungen führen.

Sie haben eine tolle Idee? Höchstwahrscheinlich wird sie scheitern.

Nichts ist ein besserer Realitätscheck als Experimente in großem Maßstab. Jeder denkt, dass er oder sie die besten Sachen der Welt macht, bis sie in den Händen der Benutzer sind. Das ist der Zeitpunkt, an dem das echte Feedback einsetzt.

Mehr als zwei Drittel der Ideen schaffen es nicht, die Metriken zu verbessern, die sie eigentlich verbessern sollten – weiß Ronny aus seiner Zeit bei Microsoft. Dort hat er das Experimentierplattform-Team mit mehr als 100 Daten-WissenschaftlerInnen, EntwicklerInnen und Programm-Managern gegründet.

Lassen Sie sich jedoch nicht entmutigen. In der Welt des Experimentierens ist das Scheitern eine gute Sache. Schnell scheitern, schnell umschwenken. Wenn Sie erkennen, dass die Richtung, in die Sie gehen, nicht so vielversprechend ist wie gedacht, können Sie diese neuen Erkenntnisse nutzen, um Ihre nächsten Schritte zu verbessern.

Bei Airbnb hat Ronnys Experimentierteam viele Algorithmen für maschinelles Lernen eingesetzt, um die Suche zu verbessern. Von 250 Ideen, die in kontrollierten Experimenten getestet wurden, hatten nur 20 eine positive Auswirkung auf die entscheidenden Kennzahlen – das heißt, mehr als 90 % der Ideen haben die Erwartungen nicht erfüllt. Aber die 20 Ideen, die in irgendeiner Form erfolgreich waren, führten zu einer Verbesserung der Booking-Conversion um 6 %, was Hunderte von Millionen Dollar wert ist.

Das Starterkit zum Experimentieren

Es ist heute einfacher, die Führungsebene davon zu überzeugen, in Experimente zu investieren, weil es viele erfolgreiche Anwendungsbeispiele gibt. Ronny rät, mit einem Team zu beginnen, das über Iterationskapital verfügt. Wenn Sie in der Lage sind, mehr Experimente durchzuführen und ein gewisser Prozentsatz davon erfolgreich ist, ist diese Fähigkeit, Ideen auszuprobieren, der entscheidende Faktor.

Wählen Sie ein Szenario, bei dem Sie den Experimentierprozess leicht in den Entwicklungszyklus integrieren können, und arbeiten Sie sich dann zu komplexeren Szenarien vor. Der Wert von Experimenten wird deutlicher, weil Implementierungen immer häufiger stattfinden. Wenn Sie in einem Team arbeiten, in dem alle sechs Monate ein Deployment stattfindet, gibt es nicht viel Spielraum, weil jeder bereits seine Bemühungen in die Vorstellung investiert hat, dass die Funktion nicht scheitern darf. Wie Ronny bereits sagte, ist die Erfolgswahrscheinlichkeit gering.

Ist das Experimentieren für jedes Unternehmen geeignet? Die kurze Antwort lautet nein. Ein Unternehmen muss bestimmte Voraussetzungen mitbringen, um vom Wert des Experimentierens profitieren zu können. Eine Voraussetzung ist, dass es in einem Bereich tätig ist, in dem Änderungen leicht vorgenommen werden können, z. B. bei Website-Diensten oder Software. Eine zweite Voraussetzung ist, dass man genügend NutzerInnen hat. Sobald Sie Zehntausende von Usern haben, können Sie mit dem Experimentieren beginnen und es in großem Maßstab durchführen. Und schließlich müssen Sie sicherstellen, dass Sie vertrauenswürdige Ergebnisse haben, auf deren Grundlage Sie Ihre Entscheidungen treffen.

Was können Sie noch aus unserem Gespräch mit Ronny Kohavi lernen?

  • Wie das Experimentieren zum zentralen Bestandteil Ihrer Produktentwicklung wird
  • Warum Experimente die Grundlage für Top-Tech-Unternehmen sind
  • Welche Rolle Führungskräfte bei der Umsetzung einer Experimentierkultur spielen
  • Wie man ein Umfeld für echte Experimente und vertrauenswürdige Ergebnisse schafft
Über Ronny Kohavi

Ronny Kohavi ist ein Experte auf dem Gebiet des Experimentierens. Er arbeitet seit fast drei Jahrzehnten an kontrollierten Experimenten, maschinellem Lernen, Personalisierung und KI. Ronny Kohavi war zuvor Vice President und Technical Fellow bei Airbnb. Davor leitete er die Abteilung für Analyse und Experimente in der Cloud- und KI-Gruppe von Microsoft und war Direktor für Data Mining und Personalisierung bei Amazon. Ronny ist außerdem Co-Autor  von “Trustworthy Online Controlled Experiments : A Practical Guide to A/B Testing.,, das derzeit das meistverkaufte Data-Mining-Buch auf Amazon ist.

Über den  1,000 Experiments Club

Der 1,000 Experiments Club ist ein von AB Tasty produzierter Podcast, der von Marylin Montoya, VP of Marketing bei AB Tasty, moderiert wird. Begleiten Sie Marylin und das Marketing-Team, wenn sie sich mit den erfahrensten ExpertInnen in der Welt des Experimentierens zusammensetzen, um ihre Erkenntnisse darüber zu enthüllen, was nötig ist, um erfolgreiche Experimente zu entwickeln und durchzuführen.

1,000 Experiments Club

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Traffic mit hohen Conversions für Ihre Marke generieren – trotz Datenschutz

AB Tasty Partner Gastblog von

Sarah Davis

Sarah Davis

Content Marketing Specialist bei ROI Revolution

Noel LiottaNoel Liotta

Business Development Managerin bei ROI Revolution

 

 

Mit der Weiterentwicklung der digitalen Möglichkeiten können Nachrichten immer präziser und wirksamer personalisiert und gezielt auf den bzw. die einzelne(n) VerbraucherIn ausgerichtet werden.

Wenn eine Marke ihre Zielgruppe versteht und die richtige Botschaft zum richtigen Zeitpunkt über den richtigen Kanal sendet, kann sie ihre Produkte gezielt den Personen präsentieren, die sie verwenden sollen. Und das ohne den Bildschirm von UserInnen zu überladen, für die diese Botschaft nie von Bedeutung sein wird (deshalb sorgen Algorithmen dafür, dass Sportbälle und Hockey-Ausrüstungen erst gar nicht auf meinem Bildschirm landen).

Diese Werbestrategie hat jedoch auch eine Schattenseite: Mit der Zunahme der Personalisierungsmöglichkeiten steigt auch das Risiko, den Schutz der personenbezogenen Daten zu verletzen.  Auf Grund der ständigen Aktualisierung der Datenschutzrichtlinien machten viele Werbeträger in den letzten Jahren bei der Detailgenauigkeit ihrer Marketingkampagnen zwei Schritte vor und einen zurück.

Mehr und mehr Hindernisse für E-Commerce Marken: Neue Datenschutzinitiativen erschweren das Tracking

Mit der neuesten Datenschutzinitiative von Apple müssen UserInnen über einen Tracking Transparency Prompt (ATT) im App Store ausdrücklich einwilligen, dass die Apps Daten sammeln und teilen. Apps, die diese Einverständnisaufforderung nicht übernehmen, werden im App Store gesperrt. Langfristige Auswirkungen sind unter anderem reduzierte Tracking-Funktionen und reduzierte Personalisierungsmöglichkeiten für UserInnen.

Man rechnet damit, dass der Prozentsatz der iPhone UserInnen, die ihren eindeutigen Identifier for Advertisers mit Apps teilen, durch diese Datenschutzinitiative mit ihren einschneidenden Veränderungen von 70 % auf gerade einmal 10 % sinkt.

Zurzeit scheint bei der Customer Journey vor allem der obere Bereich des Funnels betroffen zu sein. Die festgelegten Beschränkungen wirken sich extrem nachteilig auf unsere Möglichkeiten aus, VerbraucherInnen erneut anzusprechen und Daten über demografisches Targeting zurückzuerhalten. Nach wie vor lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, welche Auswirkungen das haben wird.

Apple ist nicht das einzige Unternehmen, das Maßnahmen ergreift, die den UserInnen mehr Kontrolle über die Verwendung ihrer Daten einräumen. Google kündigte Anfang des Monats an, nächstes Jahr Cookies von Drittanbietern zu verbannen und keine Alternative für diese Cookies zu suchen. Cookies von Drittanbietern werden 2022 schrittweise abgeschafft. Stattdessen werden interessenbasierte Werbekohorten und datenschutzfreundliche APIs „individuelles Tracking verhindern und dennoch Werbetreibenden zum Erfolg verhelfen“.

Da der Weg der VerbraucherInnen zur Marke zunehmend mit Einschränkungen verbunden ist, erscheint es heute wichtiger denn je, UserInnen eine großartige Experience auf Ihrer Website zu bieten. Bei der Implementierung einer Strategie für die Conversion-Optimierung von Websites denken wir bei ROI oft an das Sprichwort „Die Flut hebt alle Boote“. Bei einer gut konvertierenden Website zahlt sich jeder investierte Werbe-Euro nicht nur aus, sondern trägt auch dazu bei, Besucher in Markenfans zu verwandeln, sodass Sie mehr First Party-Daten sammeln können.

 

2 Teststrategien für die Personalisierung

Marken, die sich an die Datenschutzbestimmungen halten, werden das Vertrauen der Kunden gewinnen und großartige Customer Experiences bieten – ein Prozess, der sich nur durch eine zielorientierte Customer Experience Strategie erreichen lässt.

Weil sich die Personalisierung einer Website auf First-Party Cookies stützt, um zu verstehen, wer sich die Webseite ansieht, erfüllt AB Tasty schon jetzt die neuen Verordnungen und beseitigt damit die Hürden, mit denen Werbetreibende konfrontiert sind. Als ShopperIn wird mein Weg zum Kauf einfacher, wenn mich eine Werbeanzeige auf eine neue Website leitet und ich leicht finden kann, was ich suche. Noch nie war Conversion-Optimierung so wichtig in Ihrer Werbestrategie wie heute. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, den Spirit von Tests und Personalisierungen in Ihre Strategie der Kundenakquise einfließen zu lassen.

Strategie Nr. 1: Fügen Sie für High-Consideration-Purchases ein auffälliges „Warenkorb per E-Mail“ Feature hinzu. Das hilft Ihnen, die E-Mail-Adresse für Multi-Channel-Marketing zu erhalten. Als wir dieses Feature mit einem unserer Kunden bei ROI ausprobiert haben, stieg die Conversion Rate bei einem Konfidenzniveau von 93,8 % um 19,2 % an.

Strategie Nr. 2: Versuchen Sie es mit einem Testimonial in Ihrem mobilen Warenkorb. Einen zukünftigen Kunden oder eine zukünftige Kundin zu Marketingzwecken hinzuzufügen, ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, eines Tages die Conversions zu verbessern. Aber Conversions zu verbessern, ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, den Umsatz aus Ihrer Werbung heute zu steigern. ROI stärkte das Vertrauen der KundInnen mit einem überzeugenden Testimonial im Layout des Warenkorbs und erhöhte die Conversion Rates einer Marke um 6,43 % bei einem Konfidenzniveau von 96,5 %.

Werbetreibende haben immer noch die Möglichkeit, UserInnen gezielt anzusprechen und dabei die Datenschutzbestimmungen einzuhalten. Man kann jedoch davon ausgehen, dass ständig neue Änderungen kommen und kein Ende absehbar ist. Aber gut, wer lässt sich schon auf E-Commerce ein, weil er etwas gegen Veränderungen hat?

 

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Funnel Online Marketing als Lead Booster

Der Sales Funnel ist eines der wichtigsten Instrumente im Online Marketing. Richtig eingesetzt führt er KundInnen entlang attraktiver Angebote, interessanter Zusatzkäufe und sorgt für wichtiges Feedback. Dabei geht es im Funnel Online Marketing nicht darum, die Customer Journey des stationären Einzelhandels zu ersetzen. Mit diesen Tipps bauen Sie Ihren Funnel zu einem idealen Service-Erlebnis aus.

Der offene Sales Funnel im Online Marketing

Als Sales Funnel oder Marketing Funnel bezeichnen ExpertInnen den Prozess, durch den der Kunde zum Verkauf geführt wird. Das klassische Modell im E-Commerce sah dafür ursprünglich einen Trichter (engl. funnel) vor, an dessen unterer Spitze der Verkauf stand. Doch Onlineshopping und Brand Experiences haben sich geändert. Heute steht der oder die KundIn als MarkenbotschafterIn im Fokus. Das bedeutet auch, dass weit nach dem Verkauf weiter Instrumente ausgespielt werden, die Produkt und Marke wieder in den Fokus des Kaufwunsches rücken.

Aus einem klassischen “Trichter” wird also ein offener Prozess, der kein konkretes Ende kennt. Bereits das Nachfassen nach Feedback 1 bis 2 Wochen nach dem Kauf ist im ursprünglichen Gedanken nicht vorgesehen. Doch ohne Feedback fehlen vielen Unternehmen die positiven Testimonials auf Plattformen und Verkaufskanälen. Der strategische Einsatz von Incentives (Anreizen und “Belohnungen” für Kundentreue) und ein kontinuierliches Mailing helfen Ihnen, den ein- oder beidseitigen Kontakt zur KundIn nicht zu verlieren.

Funnel Online Marketing Modelle

Erweiterter Sales Funnel nach Top, Middle und Bottom Modell (Quelle).

Customer Journey im Praxiskontext denken

Während der Funnel im Online Marketing ein unverzichtbares Konzept darstellt, müssen Unternehmen häufig zur Implementierung ihre gesamte Customer Journey überarbeiten. Besonders der Mittelstand hat sich in Deutschland in den letzten Jahren zwar in Richtung Digitalisierung orientiert, versucht im E-Commerce jedoch noch immer, mit breit gestreutem Marketing zu punkten.

So wird beispielsweise Retargeting auch in Branchen eingesetzt, in denen die Chance gar nicht besteht, die KundInnen zu einem sofortigen erneuten Kauf zu bewegen. Während B2B nicht grundsätzlich ausschließt, dass GroßkundInnen in kurzer Zeit wiederbestellen, wirkt beispielsweise das Weiterbewerben von spezifischen Maschinen, teuren Investitionsobjekten oder Immobilien häufig unseriös, wenn der Kauf erst abgeschlossen ist. Wie dem Retargeting ergeht es vielen Mitteln, die nur im Marketingbüro sinnvoll wirken, die Praxis der KundInnen jedoch nicht berücksichtigen.

Lesen Sie mehr zur heutigen Customer Journey in unserem kostenfreien E-Book
“Ihre Customer Journey (neu) kennenlernen”

Aufmerksamkeit für die Marke generieren

Das moderne Funnel Online Marketing setzt dort an, wo KundInnen besonders viel Zeit verbringen, beispielsweise auf Social Media Plattformen, Suchmaschinen und Videoportalen. Ein aufmerksamkeitswirksamer Spot auf YouTube geschaltet oder eine animierte Werbung auf Facebook können ein großes, aber auch das falsche Publikum, erreichen. Um Streuungen zu minimieren und KundInnen nicht grundlos zu targeten, sollten Sie eine konkrete Zielgruppen-Vorauswahl treffen. Wer Werbung für Produkte empfängt, die zum eigenen Lifestyle gar nicht passen, wird die Marke selten weiterempfehlen, auch wenn sie für Freundeskreis und Familie interessant wäre.

Kompetenz statt Penetranz

Kampagnen, Blogs, Weiterempfehlungen, Influencer-Testimonials und vieles mehr bilden den Körper des Filters. Hier zeigt sich, wer mit Versprechen wirbt und welche Marken echte Inhalte haben. Ein Firmenblog beispielsweise kann ein tolles Tool sein, um über Fertigungsprozesse und Nachhaltigkeit zu informieren. Er kann jedoch auch zur reinen Werbeschleuder und Selbstdarstellungs-Plattform verkommen. Finden Sie ein Mittelmaß, das den Funnel im Online Marketing sinnvoll befüllt. Punkten Sie im Blog mit ExpertInnenwissen und praktischen Tipps für KundInnen. Statt NutzerInnen auf allen Plattformen über Cookies und breite Maßnahmen mit Werbung zu bombardieren, laden Sie lieber über Landingpages zu kostenlosen Tests ein oder nutzen Sie Gutscheinaktionen. .

Der Funnel besteht aus Angeboten an die Kundin oder den Kunden. Essentiell für den Erfolg ist daher eine Onsite-Optimierung mit personalisierten Features wie “Ähnlichen Artikeln” und Erkennung von Interessen. Mit Tests, beispielsweise über unser Experimentier-Tool, finden Sie die perfekte Anordnung, das effizienteste Interface, das Ihre KundInnen zum Verweilen, Suchen, Finden und Kaufen anregt. Lösen Sie die Versprechen aus Mailings und Ads ein und bieten Sie Ihren KundInnen ein individuelles und niedrigschwelliges Angebot.

Verbreitungswege im Funnel Marketing

Beliebte Instrumente zum Einsatz im Funnel Online Marketing (Quelle).

Feedback ja, “Stalking” nein

Um KundInnen nach dem Kauf zu überzeugen, Reviews zu hinterlassen, Feedback zu schicken oder sich unter FreundInnen und KollegInnen für die Marke stark zu machen, greifen viele Unternehmen zum sprichwörtlichen Holzhammer. Tägliche Marketing-Mails sind keine Seltenheit. Die Folge: Deabonnements und frustrierte VerbraucherInnen. Natürlich möchten Sie im Funnel Marketing möglichst direkt und intensiv mit Ihren KundInnen kommunizieren. Holen Sie das erste Feedback gezielt 1 bis 2 Wochen nach dem Verkauf ein und geben Sie der Kundin oder dem Kunden dann etwas Raum bis zur nächsten Rabattaktion oder einem maßgeschneiderten Angebots-Newsletter. Vertrauen und Empfehlungen entstehen nicht durch penetrantes Mailing, ungewollte Werbeanrufe oder gar automatisierte Robocalls nach US-Vorbild. Setzen Sie stattdessen im Marketing Mix auch auf starken über Social Media und Newsletter ausgespielten Content, der KundInnen durch Informationsgehalt und Qualität überzeugt.

Über 90 Prozent aller KundInnen schätzen personalisierte Angebote – aber nicht ungefragt. 

Messbarer Effekt des Funnel im Online Marketing

Jede Marketingmaßnahme ist nur so gut wie ihre Reichweite und Messbarkeit. Den Effekt einer Streuwerbung anzunehmen aber nie zu tracken ist eine sichere Art, Marketingbudget zu verbrennen. Auch in der Außen- und Printwerbung sind Kennzahlen wie die Höhe der Zeitungsauflage oder Sichtbarkeit einer Werbetafel wichtig.

Nutzen Sie daher Statistiktools, um Maßnahmen auszuprobieren, Reichweite und EmpfängerInnengruppe zu identifizieren und das Marketing daran anzupassen. Ein Funnel der sich im Online Marketing für ein Produkt bewährt hat, muss nicht das richtige Vorgehen für einen weiteren Launch sein. Diversifizieren Sie Ihre Marketingwege, aber behalten Sie dabei ein Auge darauf, was wirklich funktioniert. Der perfekte Sales Funnel sieht für jede Zielgruppe anders aus und sollte variabel aus verschiedenen Bausteinen zusammengestellt werden, statt auf ein einzelnes Erfolgsrezept zu bauen.

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Durch Zielgruppenanalyse zur perfekten Kampagne

Die richtige Zielgruppe anzusprechen, ist essentiell für den Erfolg einer Kampagne und damit auch des Unternehmens selbst. Viele EntscheiderInnen überspringen dabei die Zielgruppenanalyse um ihre Zielgruppe selbst zu definieren. Wenn Wunsch und Kaufverhalten der KundInnen kollidieren, sind Streuverluste unvermeidbar. So finden Sie eine Zielgruppe, die sich wirklich für Ihr Produkt interessiert.

Zielgruppe: Definition einer schwer fassbaren Menschenmenge

Wann ist eine KundIn Teil einer definierten Zielgruppe? Wonach entscheiden MarketingexpertInnen, wer durch eine Kampagne angesprochen wird? Und was hat die Ansprache der Zielgruppe mit der Unternehmensphilosophie zu tun? Um diese Fragen zu klären, müssen wir zunächst erörtern, was eine Zielgruppe eigentlich meint. Jede Unternehmung folgt bestimmten Zielen. Eines davon ist meist das Generieren von monetären Gewinnen. Jedes Ziel orientiert sich entlang verschiedener Etappen, von der eine die Findung einer KundInnengruppe ist, die bereit ist für Ihr Produkt zu zahlen.

Diese Gruppe ist im Idealfall mit der Zielgruppe identisch. Eine Zielgruppe ist per Definition eine Gruppe von Personen, die mit einer bestimmten Aktion erreicht werden soll. Sie ist also nicht das Ziel, sondern wird zum Ziel einer Kampagne, Marktforschung oder Studie. In vielen Branchen vertraut man darauf, diese Zielgruppe selbst definieren zu können, beispielsweise durch den Einsatz von KundInnen-Personas / KundInnen-Avataren. Eine gute Agentur wird Ihnen stets davon abraten, ausschließlich die Wunschgruppe anzuvisieren. Stattdessen wird über Statistiken und Umfragen ermittelt, an wen Sie sich richten sollten.

Die Zielgruppe als Objekt der Firmenphilosophie

Manche Zielgruppen sind attraktiver als andere. Die meisten Unternehmen suchen nach der Top-KundIn mit Kaufwunsch, die über ein hohes Budget und regelmäßigen Bedarf an neuen Produkten verfügt. Dazu stammt sie idealerweise aus der sogenannten Babyboomer-Generation, die in Deutschland über einen Hauptteil des Vermögens verfügt. Aber auch junge Menschen können interessant erscheinen, beispielsweise wenn das Produkt eine Innovation darstellt, von der man sich einen Zukunftstrend erwartet, oder besonders nachhaltig ist.

Welche Zielgruppe getargetet werden soll, entscheidet darüber, wie das Unternehmen seine Inhalte und Philosophie kommuniziert – “Einer von euch” oder doch lieber “Traditionsunternehmen mit Anspruch”? Auch darum ist eine regelmäßige Zielgruppenanalyse bei jeder Neuplanung wichtig. Ein Markenimage lässt sich anpassen, aber nur wenn Sie als EntscheiderIn ahnen, dass ein Spurwechsel notwendig ist, um KundInnen von Marke und Produkt zu überzeugen.

In 5 Schritten zur Zielgruppe

In 5 Schritten zur Zielgruppe (Quelle).

Ihr Webauftritt als responsiver KundInnenmagnet

Jede KundInnengruppe besteht aus diversen Personen, die eine eigene Lebensrealität mitbringen. Die Zielgruppenanalyse kann Ihnen jedoch Hinweise darauf geben, was die jeweilige Gruppe von Websites und Onlineshops erwartet, wo sie häufig auf Schwierigkeiten stößt und wie Sie diese Probleme vermeiden können. Über Klick- und Kaufstatistiken erkennen Sie zum Beispiel, welchen Browser Ihre KundInnen hauptsächlich nutzen. Besonders häufig sind die mobilen Varianten von Safari und Google Chrome. Mobile Nutzung minimiert das Layout und muss eine intuitivere Bedienbarkeit aufweisen, als Desktopanzeigen. Wird in Onlineshops besonders häufig nachts eingekauft, eignet sich ein dunkleres Layout. Ihre Kunden sprechen selten Deutsch? Bieten Sie die Website in verschiedenen Sprachen an.

Je mehr Ihr Webauftritt den KundInnen entgegenkommt, die Sie erreichen möchten, desto eher verweilt die Zielgruppe, stellt Anfragen oder tätigt Käufe. Denken Sie dabei immer auch Barrierefreiheit mit, denn die Einschränkungen Ihrer KundInnen können Sie telefonisch oder per Mail nicht erfassen und erfragen. Warten Sie nicht auf die ersten schlechten Bewertungen, bis Sie Readerfreundlichkeit, hohe Kontraste auf Wunsch und skalierbare Fontgrößen anbieten.

Zielgruppenanalyse – Beispiel aus dem E-Commerce

Bei einer Zielgruppenanalyse sehen Sie sich alle Eckdaten an, die Ihre KundInnen ausmachen. Beginnend bei Gender, Alter und Wohnort bis hin zu technischen Spezifikationen können Sie in einem Profil alle häufigen Daten kombinieren um einen Durchschnitt als Avatar abzubilden.

Frau B. betreibt einen Onlineshop, in dem Sie Modellbauzubehör anbietet, besonders aus dem Eisenbahnsegment.

Sie nimmt an, dass es sich bei ihren KundInnen vor allem um

  • ältere Männer (50-70)
  • mit gesichertem Einkommen oder Rentenbezug handelt, die
  • lange verheiratet sind
  • und 1 bis 2 Kinder haben.

Sie richtet ihr Angebot an alle KundInnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Eine Agentur bereitet für Frau B. die Daten aus ihren vergangenen Kampagnen und Verkäufen anonymisiert auf. Hier ergibt sich ein anderes Bild. Nicht nur scheinen Frauen ebenfalls häufig Modellzubehör einzukaufen, es ergibt sich auch ein regionales Cluster rund um den Wohnort von Frau B., in dem Sie gleichzeitig ein stationäres Geschäft betreibt. Online kaufen zudem vor allem jüngere KundInnen ein, während sie die vermutete Zielgruppe in ihrem Geschäft vor Ort begrüßt.

Mit diesem Wissen kann Frau B. nun gezielt Ads schalten, die sich an junge Hobby-ModellbauerInnen aus ihrer Region richten, die sich, so die Analyse über Google und Facebook, auch für Haustierzubehör und Natur begeistern. Eine jüngere Ansprache, modernes Design und eine Verbindung von Print-, Regional-TV- und Onlinewerbung machen aus dem Nischengeschäft schnell einen beliebten Hobbyshop.

Mehr als nur eine demografische Zielgruppe

Wenn wir von Wunschzielgruppen und idealen Zielgruppen sprechen, ist es wichtig, im Hinterkopf zu behalten, dass jede neu gewonnene KundIn ein potenzieller Multiplikator ist. Je eher sich die Zielgruppe mit der Marke identifizieren kann und mit dem Produkt zufrieden ist, desto eher wirbt sie auch aktiv neue KundInnen an.

Es ist daher wichtig, die Zielgruppenanalyse nicht nur auf demografische Werte zu beschränken, sondern einen Überblick zu erhalten, wer Ihre KundInnen wirklich sind. Nur so finden Sie Kommunikations- und Marketingwerkzeuge, um jede Entscheidung, jedes Design und alle Neuentwicklungen auf organisches Wachstum von Stammkundschaft und Umsätzen auszurichten.